Goethe-Gymnasium: Bürgermeister soll mit Behörden verhandeln

Von: Kolja Linden
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Stolberg. Diesmal ging es schnell und unspektakulär: Mit deutlicher Mehrheit hat der Hauptausschuss am Montag nur gegen die Stimme von Bernd Engelhardt (FDP) den kompletten Erweiterungsbau für das Goethe-Gymnasium beschlossen, so wie er seit Oktober des vergangenen Jahres vorgesehen war.

Der Bürgermeister wurde beauftragt, umgehend die notwendigen Gespräche mit den Aufsichtsbehörden aufzunehmen, damit dieser Beschluss auch genehmigt wird.

Kritik kam zuvor aus den Reihen von CDU, SPD und Grünen lediglich an Kämmerer Dr. Wolfgang Zimdars, dessen Entscheidung, den geplanten Bau nicht in die Investitionsliste für die Kommunalaufsicht aufzunehmen (wir berichteten), nur wenig Verständnis erntete. Lediglich Bernd Engelhardt sprang seinem FDP-Parteifreund bei: Die Liste sei doch dazu da, um zu beurteilen, ob die Mensa noch zusätzlich gebaut werden könne zu den Investitionen, die dort bereits aufgeführt sind. Eine Auffassung, mit der er im Ratssaal ziemlich alleine dastand.

Der Begründung des Kämmerers könne sich die SPD in keiner Weise anschließen, sagte deren Fraktionschef Dieter Wolf, der das Fehlen auf der Liste „mit großem Befremden festgestellt” hatte. Es gebe schließlich einen breiten politischen Beschluss, die Mensa bauen zu wollen. Auch Käthe Krings (Grüne) zeigte sich von der Begründung des Kämmerers nicht überzeugt.

„Gutachten unter Verschluss”

Tim Grüttemeier ärgerte sich vor allem darüber, dass Zimdars das Gutachten, das „den Raumbedarf der Schule eindeutig feststellt”, lange unter Verschluss gehalten habe. „Hätten wir das Gutachten am 10. Februar gekannt, dann hätten wir uns diese Sitzung sparen können”, erinnerte der CDU-Vorsitzende daran, dass an diesem Tag der Hauptausschuss die Prüfung des Raumbedarfs erneut beschlossen hatte. Für die CDU stehe fest: „Erstens: Es ist genug Bedarf da für eine Mensa. Zweitens: Es ist genug Bedarf da für weitere Zusatzräume. Drittens: Es ist schon viel Zeit verloren.”

Unterschiedliche Auffassungen gab es lediglich in einem Punkt: Während Grüttemeier anmahnte, die Verwaltung hätte längst Verhandlungen mit den Aufsichtsbehörden beginnen müssen, widersprach Bürgermeister Ferdi Gatzweiler, diesen Auftrag habe es nicht gegeben. „Sie brauchen aber nicht zu suggerieren, man müsse mich zum Jagen tragen”, sagte Gatzweiler, denn natürlich sei er für das Projekt, natürlich sei der Bedarf gegeben und natürlich müsse es zügigst umgesetzt werden. Mit dem Haushaltsdezernenten der Städteregion, Axel Hartmann, habe Gatzweiler bereits Gespräche aufgenommen.

Mitnehmen kann er den flammenden Appell von Elternvertreterin Cora Liske, die vor erneut zahlreich erschienenen Eltern, Lehrern und Kindern noch einmal auf die „prekäre Raumsituation” aufmerksam machte, mit der man die Schulkinder nicht alleine lassen solle. Wie lange dieser Bedarf bekannt sei, hatte noch einmal Schulleiterin Stefanie Luczak ausgeführt. Sie habe schriftlich bereits am 3. Dezember 2008 darauf aufmerksam gemacht und könne diesen und weiteren Schriftverkehr lückenlos belegen. Alles weitere ist jetzt Sache der Kommunalaufsicht und der Bezirksregierung. Das Signal pro Mensa ist jedenfalls deutlich.
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