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Glückliche Gewinner und gute Verlierer

Von: Johannes Mohren
Letzte Aktualisierung:
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Auch Frederik Uhl (l.) und Markus Falke waren mit großer Konzentration und viel Spaß bei der ersten Runde der Stadtmeisterschaft am Start. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. „Schöne Partie”, ertönt es aus den Mündern von zwölf Jungen und Mädchen. Die Stolberger Jugendschachmeisterschaft ist eröffnet. Sechs Partien stehen an, die erste Runde wird an diesem Abend ausgetragen.

Der Stolberger Schachverein hat die Jugend eingeladen, um in spannenden Duellen über fünf Runden den Sieger zu ermitteln. 64 Felder, 32 Figuren und dreißig Minuten Bedenkzeit pro Spieler trennen die Kontrahenten vom Sieg und einer guten Ausgangsposition für die nächste Runde.

Auch Jan Grimma und Frederik Uhl haben Platz genommen. „Natürlich wollen wir gewinnen”, bekräftigen die beiden schachbegeisterten Jugendlichen. Elf und neun Jahre sind die beiden alt und damit noch nicht einmal die Jüngsten im Teilnehmerfeld. „Die kleinsten hier sind erst sechs Jahre alt und zum Teil erst sechs Monate hier dabei. Wir haben in den letzten Monaten viel Zuwachs bekommen”, betont Jugendwart Rolf Braun.

Der elfjährige Jan ist ebenfalls noch nicht lange im Verein, muss sich aber dennoch nicht verstecken. Er hat durch seinen Cousin zum Schachsport gefunden und ist wie alle anderen Teilnehmer Feuer und Flamme. Sein Gegenüber Frederik steht ihm in nichts nach. Ein halbes Jahr ist er erst mit von der Partie, die hitzigen Duelle mit seinem Vater haben ihn zu einem leidenschaftlichen Schachspieler gemacht.

Die Partie kann beginnen. Die ersten Züge werden im Schnelldurchgang erledigt, die Spieleröffnung ist bereits Routine für die beiden, die mit der Stille, die an vielen anderen Tischen herrscht, nichts anfangen können. Trotz der Konzentration wird neben dem Duell auf dem Feld auch noch ein Verbalduell geführt. Jan, der um die Stärken seines Gegners und Freundes weiß, lässt gleich zu Beginn verlauten: „Mit einem Unentschieden wäre ich zufrieden.”

Soziale Kompetenz vermitteln

Doch Frederik scheint siegessicher. Er tönt nach 40 Zügen: „Ich habe euch, dich und deine Schachfiguren”. Die Jungen sind völlig in ihrem Spiel gefangen, und es dauert noch 30 weitere Züge, bis Frederik dann tatsächlich triumphieren kann. Jan trägt die verdiente Niederlage mit Fassung, „man kann schließlich nicht immer gewinnen.”

Doch dies mussten viele der sechs- bis 18-jährigen Schachspieler erst erlernen. Ehrenamtliche Betreuer sorgen jeden Mittwochabend dafür, dass die Kinder nicht nur Schachspielen üben, sondern ihnen auch soziale Kompetenz vermittelt wird. Peter Preuschoff und Lothar Harzheim sind immer engagiert dabei und ziehen auch durch die Schulen, um Jugendliche für ihren Sport zu begeistern.

Preuschoff weiß, dass „Schach unter den Jugendlichen zunächst keinen hohen Stellenwert hat”, doch nach kurzer Zeit füllen sich seine AGs. Kommen in einer „ersten Welle” fast nur Kinder, die von ihren Eltern geschickt wurden, erfasst nach und nach auch andere der Spaß am Schachspiel.

Rolf Braun bringt auf den Punkt, was viele Studien belegen: „Schach fördert das Vorstellungsvermögen und die Konzentration, die Kinder können zudem Ruhe finden.” Preuschoff ergänzt: „ Beim Schach können die Kinder viel für ihr Leben lernen.”

Dazu zählt eben auch, verlieren zu lernen oder nach festen Regeln zu spielen. Doch - und das wurde auch bei den Meisterschaften deutlich - der Spaß kommt nicht zu kurz. Dabei stehen die Betreuer oft nur im Hintergrund, denn „die Kinder lernen auch viel voneinander, gerade wenn der Schachsport auch zuhause ein Thema ist.”

Trotzdem ist das Herzblut, das die Betreuer in die Jugendarbeit stecken, nicht oft genug hervorzuheben. Auch beim Turnier sind sie alle da , und so folgt nach dem Spiel auch gleich die Analyse der „Könner”, denen die Kinder gebannt lauschen.

Die zunehmenden Teilnehmerzahlen belohnen das Engagement der Betreuer, die sich wünschen, dass die Jugendlichen „noch lange dabeibleiben”. Denn auch ihnen macht Schach noch so richtig Spaß.

Übrigens: Für Mittwoch, 14. April, lädt der Stolberger Schachverein zur nächsten der insgesamt fünf Runden ins „Rolandshaus” ein.
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