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Glänzender Geburtsort für Schiffe im Kleinformat

Von: Heike Eisenmenger
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Rücken dem Rost zuleibe: die Mitglieder des Schiffsmodellclubs Stolberg. Unser Bild zeigt von links Peter Vehreschild, Dieter Aelmans, Heiko Vehreschild und Jürgen Aretz vor dem neuen Vereinsheim. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. „Was kommt denn hier rein?”, fragt ein Passant neugierig, der Peter Vehreschild beim Streichen des Glaspavillons an der Frankentalwiese zuschaut. Das ist eine Frage, die dem Vorsitzenden des Schiffsmodellclubs Stolberg in diesen Tagen oft gestellt wird.

Seit April trifft sich der „harte Kern” des Schiffsmodellclubs jeden Samstag, um den städtischen Pavillon auf Vordermann zu bringen. Die Glas- und Stahlkonstruktion, die 1961 errichtet wurde, soll das Vereinsheim des jungen Clubs werden.

Seit Dezember steht der Pavillon der Stadt Stolberg leer. Zuletzt wurde er viele Jahre lang als Geschäftsstelle von einem Reiseunternehmen genutzt. Ganz in den Anfängen war der Pavillon eine Außenstelle der Aseag.

Der Zahn der Zeit ist an dem Pavillon nicht spurlos vorüber gegangen. Die Auswirkungen rieseln den Clubmitgliedern bei der Renovierung sprichwörtlich entgegen: „Was da an Rost runterkommt, ist enorm. Obwohl das normal ist, immerhin ist der Pavillon fast 50 Jahre alt, da bleibt Rost nicht aus”, sagt Jürgen Aretz. Der 40-Jährige aus Herzogenrath ist der kommissarische Geschäftsführer des Vereins.

Dass sie sich durch Schichten von Rost arbeiten müssen und hier und da noch „Schönheitskorrekturen” nötig sind, nehmen die Modellbauer gerne in Kauf. „Den Pavillon als Vereinsheim nutzen zu dürfen, ist ein echter Glückstreffer, das hat schon etwas Besonders”, schwärmt Peter Vehreschild begeistert von der Location.

Vehreschild ist positiv überrascht, wie schnell sich die Dinge entwickelt haben. „Im November haben wir uns gegründet. Im Mai hörte ich von dem leer stehenden Pavillon, also bin ich sofort zur Stadt, um wegen einer Anmietung nachzufragen. Man hat uns alle Türen geöffnet - das war wirklich ein Entgegenkommen zu spüren.” Bereits im April konnte mit der Renovierung begonnen werden.

Den Glaspavillon als Vereinsheim zu nutzen, ist für den Club die ideale Lösung, „vor allem wegen der unmittelbaren Nähe zu unserem Fahrgewässer, dem Bastinsweiher”, erklärt Peter Vehreschild. Der Standort im Herzen von Stolberg birgt einen weiteren Vorteil: Der Verein wird von den Menschen wahr genommen.

In der Mittagszeit ist die angrenzende Bushaltestelle stark frequentiert, ganz besonders von Schülern.

Speziell in der Jugendarbeit will sich der Club engagieren. Bis allerdings die ersten Kinder und Jugendlichen mit dem Schiffsmodellsatz unterm Arm geklemmt anklopfen, ist es noch eine Weile hin. „Es ist noch einiges zu tun bis zur Eröffnung. Am meisten Arbeit hat das Entrosten gemacht”, resümiert Dieter Aelmans aus Büsbach. Es müsse noch das Gitter im Bereich der Toiletten und das auf dem Dach lackiert werden. „Das Außengitter werden wir in Silber streichen”, sagt der 61-jährige Aelmans.

Zu den „Schönheitskorrekturen” gehört u.a. auch, die steinernen Stufen hinunter zu Toiletteneingängen vom wuchernden Unkraut zu befreien. Die Treppen in die unter dem Pavillon liegenden Toiletten hinab zu steigen, erscheint wie eine kleine Zeitreise. Zuletzt waren die Toiletten öffentlich zugänglich, als der Pavillon noch das „Aseag-Häuschen” war. Der Club darf die Toilette benutzen, für die Öffentlichkeit aber bleiben sie verschlossen. Die einzige Ausnahme bilden Stadtfeste: Für die Dauer der Festivitäten wird die 1958 gebaute Anlage geöffnet werden.

Von den Toiletten führt eine Verbindungstür in einen kleinen Raum, der unmittelbar unter dem Pavillon liegt. „Das wird unser Lagerraum”, sagt der Vorsitzende über die Funktion des Raumes. Die Arbeiten im Inneren des Pavillons sind fast abgeschlossen. Die Glasfenster, die den Pavillon an allen Seiten umgeben, wurden hälftig mit Spanplatten als Sichtschutz versehen.

Spanplatte als Fenster

Ein kaputtes Fenster wurde komplett durch eine Spanplatte ersetzt. „Dafür haben wir uns entschieden, weil die Kinder, die auf der Wiese Fußball spielen, die Rückwand als Tor benutzen.” Dem „Dauerbeschuss” würde auch ein neues Fenster nicht lange stand halten, befürchtet Vehreschild zurecht.

Die offizielle Eröffnung soll noch vor dem Wintereinbruch stattfinden. Bis dahin sollen nämlich alle Arbeiten am Pavillon beendet sein. Dann wird der Glaspavillon zum Geburtsort für Schiffe „en miniature”, die auf dem Bastinsweiher auf große Fahrt gehen.
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