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Gewässerschau: Wenn Fachleute gemeinsam aufs Wasser starren

Von: slg
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Auch der kleine Fischbach in Vicht wird in der kommenden Woche unter die Lupe genommen. Er war 2014 über die Ufer getreten. Foto: Gombert

Stolberg. Flüsse, die bei Hochwasser über ihre Ufer treten. Kleine Rinnsale, die sich bei Starkregen in reißende Bäche verwandeln und ganze Straßenzüge unter Wasser setzen: Das Thema Hochwasserschutz spielt auch in Stolberg eine wichtige Rolle. Auch darum gibt es in der kommenden Woche an an drei Terminen und an drei unterschiedlichen Stellen eine öffentliche Gewässerschau, eine am Fischbach und zwei an der Vicht.

„Bei der Gewässerschau wird das Gewässer in der Regel komplett abgegangen. Die Begehung erfolgt auf den entlang des Gewässers verlaufenden Grundstücken oder je nach Wasserstand auch im Gewässer“, erklärt Detlef Funken, Pressesprecher der Städteregion, auf Anfrage unserer Zeitung. „Hierbei wird beispielsweise geschaut, wo es Möglichkeiten gibt, die Sohlstruktur des Gewässers zu verbessern, das Gewässer zu renaturieren oder wo mögliche Barrieren, wie Abstürze oder Wehranlagen im Gewässer entfernt werden können, die die Durchgängigkeit für Fische behindern“, erklärt Funken weiter.

Erfasst werden bei der Gewässerschau auch Missstände am Gewässer sowie im Überschwemmungsgebiet. Hierzu zählen etwa ungenehmigte bauliche Anlagen, illegale Einleitungen und unzulässige Ablagerung von Grünschnitt, Abfall o ähnliches am Gewässer.

Die Gewässerschau wird von Mitarbeitern der Unteren Wasserbehörde geleitet, in diesem Falle also von Mitarbeitern der Städteregion. „An der Begehung nehmen in der Regel Mitarbeiter des Wasserverbandes Eifel-Rur sowie Mitarbeiter der Kommune teil“, sagt Funken. Der Wasserverband ist in Stolberg für die Unterhaltung der Fließgewässer zuständig. „Eingeladen sind grundsätzlich alle Träger öffentlicher Belange, beispielsweise die Untere Landschaftsbehörde, die Wasserversorger, die Landwirtschaftskammer sowie alle Bürger insbesondere die Anlieger und Nutzer des Gewässers.

Gerade Vicht und Fischbach haben in den vergangenen Jahren auch abseits der jährlich stattfindenden Gewässerschauen Arbeit bereitet: Im Juli 2014 hatte für den Ernstfall nur eine Handbreite gefehlt, dann wäre die normalerweise im Sommer wie ein Rinnsal dahinplätschernde Vicht am Offermann-Platz in der Stolberger Innenstadt über die Ufer getreten. Und genau bei diesem Hochwasser machte sich auch der sonst so kleine Fischbach Raum, der bis dato als wenig auffällig galt. Das Gewässer flutete in Vicht Keller und Straßen; ein Seniorenheim musste evakuiert und wochenlang saniert werden.

„Seinerzeit hatten wir über den Fischbach noch gar keine Daten erhoben“, erklärt Franz-Josef Hoffmann, Unterbereichsleiter Gewässer beim Wasserverband Eifel-Rur. Mittlerweile sei man aber deutlich weiter. „Wir haben Messungen durchgeführt und es steht fest, dass wir für den Fischbach Hochwasserschutzmaßnahmen installieren müssen“, so der Fachmann. Zwar hätten bei dem Hochwasser 2014 auch Faktoren wie umgekippte Bäume eine Rolle gespielt, dennoch müsse der Wasserverband tätig werden. Mit den Anliegern führe man derzeit Gespräche. „Einen Zeitplan gibt es noch nicht“, sagt Hoffmann, aber er schätzt, dass die Schutzmaßnahme zeitnah umgesetzt werden kann.

Die Termine für die Gewässerschauen sind Montag, 24. April, um 9 Uhr am Parkplatz vor der Kirche in Vicht, am Mittwoch, 26. April, 9 Uhr am Kreisverkehr Münsterbachstraße/Eschweilerstraße und am Donnerstag, 27. April, um 9 Uhr an der Brücke Kurt-Schumacher-Straße.

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