Stolberg - Gestaffelte OGS-Beiträge: Solidarität mit armen Familien

Gestaffelte OGS-Beiträge: Solidarität mit armen Familien

Von: Sarah-Lena Gombert
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Gut betreut, auch nach dem Unterricht: Künftig sollen sich mehr Eltern in Stolberg eine Ganztagsbetreuung für ihre Kinder an einer der Stolberger Grundschulen leisten können. Foto: S.-L. Gombert

Stolberg. Die Stolberger Stadtverwaltung hat mit ihrem Vorhaben, die Elternbeiträge für den offenen Ganztagsbetrieb (OGS) an den Stolberger Grundschulen zu staffeln, am Mittwoch eine wichtige Hürde genommen. Der Schulausschuss empfiehlt einstimmig, dass Hauptausschuss und schließlich der Stadtrat die Staffelung beschließen sollen.

Für mehr als 70 Prozent der Stolberger Eltern, die bisher ihr Kind an einer OGS angemeldet haben, werden dadurch die Beiträge günstiger. Außerdem erhofft sich die Stadt, dass weitaus mehr Kinder als bisher ganztags an den Schulen betreut werden können, da sich ihre Eltern das Programm nun leisten können. Wer beispielsweise unter 16.000 Euro brutto im Jahr verdient, wird von Beiträgen komplett befreit.

Dass das viele Familien in der Stadt betrifft, hat die Verwaltung mit einer Statistik aus dem Kindertagesstättenbereich untermauert: Demnach müssen 45 Prozent aller Stolberger Familien, die ein Kind an einer der 32 Kitas angemeldet haben, mit einem Bruttoeinkommen von 16.000 Euro oder weniger im Jahr haushalten.

Eine erschreckende Zahl

Diese Zahl sei erschreckend, erklärte Hans Bruckschen (CDU): „Mit dem gestaffelten Modell geben wir nun den Kindern aus ärmeren Familien die Chance, im OGS-Bereich der Grundschulen dabei zu sein.“ Und auch Patrick Haas (SPD) bekräftigte, dass es gerade wegen der vielen finanziell schwächer gestellten Familien in der Stadt wichtig sei, diesen Schritt zu gehen.

„Das ist gelebte Solidarität in Stolberg, auch Kooperation mit den freien Trägern.“ Anders als in anderen Kommunen der Städteregion behalte die Stadt die Vielfalt an unterschiedlichen Trägern der OGS-Betriebe an den Grundschulen bei.

Die Stadtverwaltung wird künftig 180.000 Euro im Jahr zuschießen müssen, um das Modell finanziell stemmen zu können. Auch werden einige Eltern nicht umhin kommen, mehr für die OGS-Betreuung zu zahlen: Bis zu 120 Euro pro Monat werden, je nach Jahreseinkommen, maximal fällig.

Gabi Halili (Die Linke) sagte, dass sie die hohe Anzahl von finanzschwachen Familien in Stolberg wenig überraschend finde. „Wir wissen doch, wie es in Stolberg um die Einkommen steht.“ Wichtig sei, dass die Verwaltung nun im Auge behalte, ob sich mit den gestaffelten Beiträgen tatsächlich mehr Eltern dafür entscheiden, ihre Kinder für einen OGS-Platz anzumelden. Halilis Anliegen wurde auch von den anderen Parteien im Ausschuss bekräftigt.

Der Hauptausschuss und der Stolberger Stadtrat werden sich in der zweiten Märzwoche mit dem Thema befassen. Geht der Vorschlag der Verwaltung in den beiden Gremien durch, dann steht den gestaffelten Elternbeiträgen für den OGS-Betrieb ab dem kommenden Schuljahr nichts mehr im Wege.

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