Gesamtschule: FDP prüft Optionen

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:
In die Gutenberg-Schule muss v
In die Gutenberg-Schule muss viel Geld investiert werden. Der Brandschutz steht dabei ganz oben auf der Prioritätenliste. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Seit Anfang der Woche werden die Zahlen geprüft. Mit dem vorgelegten Investitionsplan der Verwaltung konkretisieren sich die Pläne für die Einrichtung einer Gesamtschule. Mit Spannung erwartet werden nun die Einschätzung der Bezirksregierung und die Stellungnahmen der Stolberger Fraktionen.

Letztere gibt es bis dato noch nicht in abschließender Form. Wegen der Feiertage und der sitzungsfreien Phase hat auch die Politik einen Gang zurückgeschaltet. Einhellig war jedoch die grundsätzliche Meinung bei einer Umfrage unserer Zeitung. Die brachte stellvertretend der CDU-Vorsitzende Jochen Emonds zum Ausdruck: „Es gibt keinen Zweifel daran, dass wir die Gesamtschule wollen.”

Leise Zweifel aber, und die kommen nicht überraschend, hat die FDP-Fraktion hinsichtlich der Umsetzbarkeit der von der Stadt skizzierten Baumaßnahmen in der Realschule I und der Gutenberg-Schule, in denen die neue Gesamtschule untergebracht werden soll. „Auch wenn die Zahl kleiner ausfällt als zunächst vermutet, sind 4,8 Millionen Euro doch eine Menge Geld”, gab Bernd Engelhardt auf Anfrage zu bedenken. Die Freien Demokraten haben sich deshalb Gedanken gemacht, wie die finanzielle Belastung für die Kommune gesenkt werden könnte. „Noch ist nichts spruchreif”, betont der FDP-Fraktionsvorsitzende, gewährt aber dennoch einen Einblick in die Überlegungen der FDP. „Eine Möglichkeit könnte sein, dass wir mit der Gesamtschule ein Jahr später starten. Dann würde die Realschule genügend Platz für die neue Eingangsstufe bieten, und wir hätten mehr Zeit, die Gutenberg-Schule zu sanieren.”

Zu kurz kommt Engelhardt in den Plänen der Stadt die Berücksichtigung des demografischen Wandels. „Wenn die Schülerzahlen weiter zurückgehen, müssen wir aufpassen, dass wir nicht in einigen Jahren eine Schule zu viel haben.” Außerdem fordert der Liberale eine Abkehr vom Kirchturmdenken in der Stolberger Bildungslandschaft. „Die Gymnasien werden die Gesamtschule deutlich zu spüren bekommen. Wir müssen offen darüber reden, was wir mit frei werdenden Räumen vor allem im Goethe-Gymnasium machen werden.”

„Ein großes Schulzentrum”

Engelhardt sieht für die Zukunft auf der Liester „ein großes Schulzentrum”. Das erfordere ein Umdenken und neue Konzepte. „Welche Räume in welcher Schule von welchen Schülern genutzt werden, wird zu klären sein”, kann er sich vorstellen, dass über die gemeinsame Nutzung der Mensa durch die beiden Nachbarschulen hinaus auch Klassenräume des Gymnasiums für die Gesamtschule zur Verfügung gestellt werden. „Dann wäre der Handlungsbedarf an anderer Stelle geringer, und die Stadt könnte die Kosten reduzieren.”

In Koalitionskreisen sind derartige Vorschläge noch nicht diskutiert worden, betont Engelhardt, der sich ausdrücklich zum einstimmigen Ratsbeschluss für eine Gesamtschule bekennt. „Unsere Aufgabe ist es dennoch, auf die Kosten zu achten. Denn wenn wir das nicht tun, wird das die Kommunalaufsicht erledigen.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert