Stolberg - Genauer Blick in die Bücher der CAE geplant

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Genauer Blick in die Bücher der CAE geplant

Von: Jürgen Lange
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Wie hart wird die Landung ausf
Wie hart wird die Landung ausfallen? Das kann CAE etwa in ihrem Simulator für das Aufklärungsflugzeug Orion trainieren, nicht jedoch für die Mitarbeiter oder die wirtschaftliche

Stolberg. Die Situation war schwierig. Manche Nerven lagen blank. Die Stimmung war emotional und kontrovers, aber auch von großer Sachlichkeit und fachspezifischen Themen geprägt. So schildern Teilnehmer die gestrige Betriebsversammlung bei der Stolberger CAE Elektronik GmbH.

„Man muss sich das einmal vorstellen”, erklärt Georg Moik. Einerseits stehen die Mitarbeiter unter einem hohen Erfolgsdruck und müssen Projekte bis zum Jahresende dringend abschließen, „und andererseits müssen wir für das kommende Jahr über einen weitreichenden Abbau von Arbeitsplätzen reden”, sagt der Sekretär der IG Metall.

Die Stelle eines jeden dritten Mitarbeiters steht in dem Stolberger Unternehmen auf der Kippe. Etwa 145 der 440 Arbeitsplätze am Stolberger Standort sollen abgebaut sein - bis Ende März 2012 (wir berichteten). Zahlen, die Geschäftsführer Ulrich Aderhold der teilweise aus dem Urlaub geeilten Belegschaft vor Augen hielt und Gründe wie Ursachen erläuterte.

Die liegen in der durch Untersuchungen und Gespräche erhärteten Erwartung, dass mit der Bundeswehrreform ein großes Volumen an Aufträgen für die Stolberger CAE wegbrachen wird. Gleichzeitig laufen Großprojekte aus, für die Nachfolgeaufträge nicht mehr in Sicht sind. Aderhold sieht nur in der deutlichen Verschlankung die Möglichkeit, das Unternehmen zukunftssicher aufzustellen. Themen, die die Beschäftigten genau hinterfragten - auch wie CAE in diese Situation gekommen ist.

„Über drei Stunden wurde die Situation debattiert”, berichtet Moik. Bis ins Detail. Sogar einzelne Forschungsvorhaben und Aufträge wurden mit Blick auf Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft und ihre Zusammenhänge analysiert und diskutiert. Was freilich nicht an den vorgegebenen Zielen der Geschäftsleitung rütteln konnte. Der Abbau der Arbeitsplätze soll allerdings möglichst sozialverträglich erfolgen, wobei betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen werden.

Das ist einer der Punkte, bei denen Vorsitzender Erich Mayer und sein Betriebsrat einhaken werden. „Wir erwarten jetzt ein detailliertes Konzept der Geschäftsführung zu Vorschlägen wie Altersteilzeit und Abfindungen.” Und das werde der Betriebsrat ganz genau unter die Lupe nehmen.

Das gilt nicht minder für die wirtschaftliche Lage. Denn die Stolberger CAE ist eine Tochter der kanadischen Muttergesellschaft in Montreal mit vielfältigen Verpflechtungen und Standorten. Und sicherlich auch einer Erwartungshaltung an ihre Tochter für den deutschsprachigen Bereich. Mit Hilfe eines externen Wirtschaftsprüfers wollen IG Metall und Betriebsrat diese wirtschaftliche Seite der heutigen und zukünftigen Lage der CAE in Stolberg abklopfen und auf ihre Plausibilität überprüfen.

Er hat bereits am Donnerstag an Sitzungen teilgenommen, erarbeitet mit Georg Moik, Erich Meyer und übrigen Betriebsräten an Fragekatalogen und Strategien. „Es besteht noch erheblicher Informationsbedarf unsererseits”, konstatiert der Gewerkschaftssekretär. Es werde wohl noch geraume Zeit dauern, bis sich die Arbeitnehmerseite ihr Bild von der wirtschaftlichen Lage und Einbindung des Stolberger Unternehmens gebildet haben könne. Erstes Ziel werde natürlich sein, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten.

„Arbeitsmarktlage schwierig”

Denn anders als der Bundestagsabgeordnete Helmut Brandt sieht Georg Moik die Lage auf dem Arbeitsmarkt auch für hochqualifizierte Ingenieure nicht so rosig. Oder eben genau deshalb: „Man darf nicht verkennen, dass viele Beschäftigte absolute Spezialisten auf ihrem Gebiet sind”, gibt der Gewerkschafter zu bedenken - ganz abgesehen von den allgemeinen, üblichen und privaten Rahmenbedingungen, die einen jeden Beschäftigten treffen, der seine Arbeit zu verlieren drohe.

Mit Rahmenbedingungen von Arbeitsplätzen, vor allem aber mit der starker Abhängigkeit der CAE von der Bundeswehr beschäftige sich bereits seit einem Jahr eine Projektgruppe der IG Metall an dem Standort, die Moik nun erst recht gefordert sieht.

„Ich kann nur allen Betroffenen raten, unsere Angebote anzunehmen und sich ausreichend beraten zu lassen, wenn es um Veränderungen oder das Verlassen des Arbeitsplatzes geht”, gibt der IG-Metall-Sekretär mit auf den Weg.
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