Stolberg - Genau aufgelistet: So viel Kunst gehört der Stadt Stolberg

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Genau aufgelistet: So viel Kunst gehört der Stadt Stolberg

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:

Stolberg. Die meisten Besucher würdigen sie selten eines Blickes. Dabei hängen echte Werte in den Fluren von Rathaus, Villa Lynen und Kulturzentrum: Die Sammlung von Kunstwerken in städtischem Besitz.

Genauer gesagt ein Sammelsurium von Bildern und Fotografien unterschiedlichster Stilrichtungen und Künstler, verschiedener Techniken und teils skuriler Herkunft. Etwa wenn die Bauunternehmen der Kogelshäuserschule der Stadt ein Gemälde schenken. Das liegt allerdings zig Jahrzehnte zurück.

Die meisten Kunstwerke wurden der Stadt geschenkt oder von ihr angekauft. Insbesondere in den 80er und 90er Jahren, als regelmäßige Ausstellungen für die Künstler dadurch gekrönt wurden, dass der Mäzen Stolberg ein Bild abkaufte. Da wurden vor 20 Jahren auch schon einmel 25.000 Deutsche Mark locker gemacht - ein seltener Fall von spendablen Finanzpolitikern.

All das ist jetzt nachzublättern in einem Dossier, das die Verwaltung dem heute tagenden Rechnungsprüfungsausschuss präsentiert. Der hatte darauf gedrängt, nachdem das zunächst spurlose Verschwinden des „Lichterbrunnens” von Wilfried Tertin zunächst aus der Fußgängerzone, dann aus dem Bauhof den Blick für die künstlerischen Werte der Stolberger Bürger geschärft wurde. Wie geht die Stadt mit ihrem Kunstbesitz um und entspricht der nun bezifferte Betrag ihrem eigentlichen Wert? sind sicherlich Fragen, die nicht nur die politischen Rechnungsprüfer heute bewegen werden, sondern Ende des Monats auch die Kulturpolitiker.

Nummerisch beziffert die Verwaltung den Wert mit rund 236000 Euro. Dies entspricht dem Versicherungswert der meisten Gemälde. Denn nicht für alle ist eine Versicherung abgeschlossen. Und dies geschah - wie die Cent-Beträge hinter dem Komma schließen lassen, lange vor der Umstellung der deutschen Währung auf den Euro.

Ob die damaligen Kaufpreise und Versicherungsprämien der heutigen Wertschätzung der Stolberger Kunstwerke entsprechen, lässt die Vorlage ebenso offen wie bei einigen Gemälden der Künstler unbekannt bleibt, obwohl einst ein Ratsgremium den Ankauf beschlossen hatte. Doch liest sich das Dossier spannend wie ein Roman. Man entdeckt einige wenige wahre Kunstfreunde in der Verwaltung, die gerne Bilder in ihren Büros ausstellen. Andere aufgeführte Beschäftigte sind längst nicht mehr in Stolberger Diensten. Aufgefallen ist, dass das ein oder andere Werk abhanden gekommen ist oder restauriert werden muss. Und Bert Stollenwerk ist wohl der am meisten genannte Urheber von Werken in der städtischen Sammlung.

Doch einen recht großen Anteil hält der Mäzen vor den Augen der Öffentlichkeit verborgen. Zahlreiche Werke, die beispielsweise einst in der Burg die Wände schmückten, sind dort eingelagert. Weil die verstärkte gastronomische Nutzung mit der Präsentation von Kunstwerken im wahrsten Sinne des Wortes kollidieren könnte. Weil aber auch der Platz nicht ausreicht, um all das ordentlich zeigen zu können, was die rund 200 aufgelisteten Werken an künstlerischer Vielfalt zu bieten haben.
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