Stolberg - „GeldMachtLiebe”: Amüsantes Treiben im Kaffeehaus

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„GeldMachtLiebe”: Amüsantes Treiben im Kaffeehaus

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:
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Carmen Kahn (links) als der geldgierige Casinobetreiber „Pandolfo” will die Schulden des spielsüchtigen „Eugenio” (Andreas Wittneben) eintreiben. Foto: D. Müller

Stolberg. In dem Kaffeehaus, das Ridolfo (Irmgard Schwartz) mit seinem Diener Trappolo (Katharina Stenten Semsch) betreibt, verkehren manch illustre Gestalten.

Der junge Eugenio (Andreas Wittneben) ist spielsüchtig. Er schwankt zwischen Euphorie nach einem Gewinn und bitterer Verzweiflung nach Verlusten, mit seiner Frau Vittoria (Anne Oswald) hat er sich überworfen.

Verschuldet ist er bei Pandolfo (Carmen Kahn), dem Besitzer des Spielhauses, und dem Grafen Leander (Reinhard Weber), der wiederum skandalös mit der ehemaligen Prostituierten Lisaura (Magda Klunck) verlobt ist. Don Marzio (Inge Kühn), ebenfalls Stammgast in dem Kaffeehaus, erweist sich als intrigante Plaudertasche, und Placida (Gisela Richter-Kauven) scheint ein besonderes Geheimnis mit nach Venedig zu bringen.

„GeldMachtLiebe” heißt die amüsante Komödie, die von der Theatergruppe „Bühne frei” unter der Regie von Wolfgang Schmitz am Wochenende erstmalig gezeigt wurde. Sechs weitere Aufführung des Stücks in der Tradition der „Commedia dell´arte” wird die Gruppe, die aus dem Schauspielkurs des Helene-Weber-Hauses entstanden ist, bis Mitte April im Evangelischen Gemeindezentrum präsentieren (siehe Infobox).

Keine moralische Belehrung

Das Ensemble hält dabei amüsant der Gesellschaft den Spiegel vor, ohne moralisch belehren zu wollen. Die klare Zeichnung der vielfältigen Charaktere lebt von der Ausdrucksstärke der Darsteller und vom Humor des Stücks sowie der originellen Inszenierung. Stets niveauvoll unterhaltend, zeigt „Bühne frei” eine ansprechende Mischung aus „Das Kaffeehaus” (1750) von Carlo Goldoni und der modernen Adaption der Komödie von Rainer Werner Fassbinder, die im Frankfurt des 21. Jahrhunderts spielt.

Das Kaffeehaus mit dem benachbarten Casino und die Straßen Venedigs im 17. Jahrhundert sind das Szenario, in dem Laienschauspieler mit viel Wortwitz und Situationskomik glänzen und - vordergründig lustig präsentiert - Einblicke in die Abgründe der Menschen und der Gesellschaft erlauben. Die zentralen Themen lässt bereits der Titel des Stücks erkennen - Geld, Macht und Liebe.

Wie ein roter Faden zieht sich das moderne Element des Geldautomaten durch die Handlung: Immer wenn ein Geldbetrag in „Zechinen” genannt wird, friert die Szene kurz ein, die Beleuchtung setzt aus, und ein bunt leuchtender Bankomat tut mit einer Stimme aus dem „Off” (Elke Wittneben) den Wechselkurs in die Währungen Dollar, Pfund und Mark kund.

Nahtlos setzt anschließend die Handlung mit klassischen Elementen wie mehreren Beinahe-Duellen wieder ein. „GeldMachtLiebe” der Theatergruppe „Bühne frei” (Technik: Lukas Wittneben, Christoph Schröder; Maske: Bea Safari) vereint so gekonnt Goldonis „Commedia dell´arte” mit Fassbinders zeitgenössischer Variante des Themas und überzeugt durchweg mit der schauspielerischen Leistung der Darsteller.

Weitere Termine folgen im April

Die Theatergruppe „Bühne frei” führt die Komödie im evangelischen Gemeindezentrum (Frankentalstraße) auf. Weitere Vorführungen sind am 1., 2., 9., 15. und 16. April, jeweils um 20 Uhr.

Die Vorstellung am 10. April beginnt bereits um 18 Uhr.

Kartenvorverkauf im Helene-Weber-Haus, Oststraße 66, oder in der Bücherstube am Rathaus.

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