Stolberg - Geld vom LVR soll auch in Zukunft fließen

Geld vom LVR soll auch in Zukunft fließen

Von: Kolja Linden
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Ihren Gefallen an Stolbergs Industriemuseum hat sie bereits im Mai 2008 bekundet: LVR-Kulturdezernentin Milena Karabaic (links), hier am Tag der ersten Vertragsunterzeichnung bei der Messingherstellung mit Museumspädagogin Petra Grüttemeier und Leiter Sebastian Wenzler. Foto: K. Linden

Stolberg. Das Industriemuseum Zinkhütter Hof und der Landschaftsverband Rheinland (LVR) gehen weiter gemeinsame Wege. Der Vertrag über die Fortsetzung der 2008 vereinbarten Zusammenarbeit stehe kurz vor der Unterzeichnung.

Zudem werde die Förderung auch auf das Forum Zinkhütter Hof, den außerschulischen Lernort in den alten Arbeiterhäusern, ausgeweitet, sagte auf Anfrage Prof. Paul Thomes, Vorsitzender der Gesellschaft zur Förderung des Museums Zinkhütter Hof.

Der Landschaftsverband, der seit dem Jahr 2008 den Zinkhütter Hof fördert und jährlich zwei Drittel des jährlichen Defizits übernimmt, hatte diesen Vertrag im Juli zum Jahresende gekündigt. Eine Formalie, sagte Thomes jetzt, denn der LVR schließe solche Fördervereinbarungen grundsätzlich immer nur für drei Jahre ab. Das sei auch beim Vertragsabschluss 2008 so besprochen gewesen.

„Das ist ja auch ein Anreiz für uns, sich nicht zurückzulehnen”, so der RWTH-Professor. Fixiert worden war damals, am 8. Mai 2008, dass sich die Vereinbarung automatisch verlängert, wenn sie nicht von einer Seite gekündigt werde - was nun passiert war.

„Dabei ging es aber nur darum, den Vertrag neu zu verhandeln”, sagt Paul Thomes. Es sei nie Ziel des LVR gewesen, dem Industriemuseum den Geldhahn zuzudrehen. „Wir haben diese Gespräche nun geführt und einen Vertrag ausgehandelt, der gut ist”, ergänzt Thomes: „Ich denke, wir haben genug Spielraum.”

Ähnlich sieht das Bürgermeister Ferdi Gatzweiler, der das Zusammenspiel mit dem Landschaftsverband äußerst positiv bewertet. „Wir sind uns grundsätzlich einig über eine weitere Förderung”, sagt der Bürgermeister und lobt die Gesprächsbereitschaft und das kulturelle Engagement des LVR in Stolberg: „Der Landschaftsverband hat deutlich gemacht, dass er weitermachen will, das freut uns.”

Keine Summen genannt

Ins Detail gehen, was Inhalte des neuen Vertrags angeht, wollen beide jedoch nicht. So ist auch nicht klar, in welcher Größenordnung die Förderung durch den LVR zukünftig liegen wird. Im vergangenen Jahr waren 141.000 Euro überwiesen worden, für das laufende Jahr sind nach Informationen unserer Zeitung 148.000 Euro veranschlagt.

Die Zukunft des Zinkhütter Hofs sei jedenfalls gesichert, sagt Paul Thomes. „Wir haben für drei Jahre verbindliche Rahmenbedingungen, auf deren Basis wir arbeiten können.”

Die Förderung durch den LVR wird benötigt, weil die Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden, Eintrittsgeldern, Nutzungsbeiträgen für das Forum und Vermietungen des Veranstaltungssaals nicht ausreichen, um die Ausgaben für den des Kulturbetriebs und den Bildungsauftrag zu decken. „Wir versuchen natürlich immer, unsere Einnahmenseite zu verbessern, das machen wir permanent”, sagt Paul Thomes. Aber ein Kulturbetrieb sei nicht dazu da, Gewinne zu erwirtschaften, das könne er gar nicht.

Der LVR habe erkannt, dass die Ziele des Forums und des Museums förderungswürdig seien, so der Professor für Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Deshalb sei man auch nicht als Bittsteller aufgetreten, sondern renne beim Landschaftsverband offene Türen ein.

Unabhängig von den Gesprächen mit dem LVR werden Stadt und Fördergesellschaft auch ihre vertragliche Zusammenarbeit den neuen Gegebenheiten anpassen. So soll - wenn Hauptausschuss und Rat heute zustimmen - der 1996 geschlossene und 2001 neu gefasste Nutzungsvertrag über das Industriemuseum zwischen Stadt und Fördergesellschaft ergänzt und um die Zuständigkeit für das Forum Zinkhütter Hof erweitert werden.

Damit würde das Forum, dass mit seinen Gebäuden - den alten Arbeiterhäusern, dem ehemaligen Stallgebäude und dem neuen Depot - in städtischem Besitz bleibt, der Fördergesellschaft zur Nutzung übertragen.

Ein Vorgang, der, so Paul Thomes, nur schriftlich fixiere, was seit der Eröffnung des außerschulischen Lernorts im vergangenen Oktober ohnehin Praxis sei. „Wir trennen das ja nicht”, sagt der Vorsitzende der Fördergesellschaft mit Blick auf das Gesamtensemble aus Museum, Direktorenvilla und Forum.
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