Stolberg - Geistliche Musik aus Frankreich in der Finkenbergkirche

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Geistliche Musik aus Frankreich in der Finkenbergkirche

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:
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Lockten zu französischen Klängen auf den Finkenberg: die Mitglieder der Evangelischen Kantorei. Foto: D. Müller

Stolberg. Zwischen all dem bunten Trubel von „Stolberg goes France” war die Finkenbergkirche am Samstagnachmittag ein Ort der Besinnlichkeit und Muße, denn anlässlich des Kulturfestivals fand dort im Rahmen des „Internationalen Konzertzyklus auf dem Finkenberg” ein Konzert mit Französischer Chor- und Orgelmusik statt.

Die Interpreten der geistlichen Musik waren die 1883 gegründete Evangelische Kantorei Stolberg und Gunther Antensteiner, der vor zehn Jahren in die Kupferstadt berufen wurde und auch den Konzertzyklus ins Leben rief und seitdem betreut.

Die sehr gut besuchte Veranstaltung begann barock mit der Suite über „Veni Creator Spiritus” des Organisten und Komponisten Nicolas de Grigny (1672-1703), indem der Chor unter der Leitung von Antensteiner wechselweise mit der vom Kantor gespielten Orgel korrespondierte.

Solistisch intonierte Antensteiner auf der 23-registrigen Orgel anschließend die „Fugue sur le thème du Carillon des Heures de la cathédrale de Soissons” (Opus 12) sowie „Prélude sur l´Introit de L´Épiphanie”. Diese Werke des Spätromantikers Maurice Durufl entfalten ihren Reiz durch die Symbiose von gregorianischen Themen mit impressionistischen Harmonien.

Antensteiner machte sich nun wieder auf den Weg von der Orgelempore zu dem Bereich vor dem Altar, um die Evangelische Kantorei bei ihrer ergreifenden a capella Darbietung von „Ubi caritas” und „Notre Père” zu dirigieren. Zurück auf der Empore ließ der Organist die „Suite gothique”, das Opus 25 und bekannteste Werk von Lon Bo’llmann, atmosphärisch imposant erklingen, um der Kirchenorgel daraufhin französische Klänge mit lokalem Bezug zu entlocken.

César Franck, Sohn einer Aachenerin und eines Gemmenichers, begründete mit Charles-Marie Widor die große französische Organistenschule, die sich durch ihren polyphonen Stil auszeichnet. Hoch eindrucksvoll spielte Antensteiner den dritten „Choral en la mineur” aus „Trois Chorals”.

Zum Finale des niveauvollen Konzerts konnte der Kantor abschließend das Dirigat des großen Chors ausführen, da dieser an der Orgel nun von Kantor Hermann-Josef Schulte begleitet wurde, der den „Cantique de Jean Racine” des Komponisten Gabriel Frauré mit Orgelklängen unterlegte. Die Evangelische Kantorei glänzte durch stimmliches Vermögen. Mit dem weltlichen Madrigal „Tourdion” entließen Chor und Kantor das begeisterte Publikum ins Treiben von „Stolberg goes France”.

Noch drei Konzerte gibt es auf dem Finkenberg: am 13. Juni, 17 Uhr, den Violoncelloabend mit Ludwig Frankmar (Berlin), am 11. Juli, 17 Uhr, den Orgelabend mit Misun Kim (Seoul) und am 21. November, 17 Uhr, das Abschlusskonzert mit dem „Angelustrio” (Euskirchen).
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