Sporter des Jahres Freisteller Sportlerwahl Sportlergala Freisteller

„Gegen das Vergessen”: Maro-Ausstellung in der Burg-Galerie

Von: Toni Dörflinger
Letzte Aktualisierung:
doe-artibus-bu
Bilder gegen das Vergessen: Rafael Ramirez Maro hat das Leiden von Auschwitz thematisiert. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Das Lagertor steht offen. Den Stacheldraht hat man zurückgedrängt. Eine von Unsicherheit und Angst gekennzeichnete Gruppe Kinder verlässt die Hölle von Auschwitz. Das dunke Grau macht einem hellen, milchigen Blau Platz: Dieses Hoffnung ausstrahlende Motiv ist eines von neun großformatigen Bildern, die derzeit in der Galerie der Burg gezeigt werden.

Erstellt hat die Bilder, die das Leiden von Auschwitz thematisieren, der deutsch-peruanische Künstler Rafael Ramirez Maro.

„Bilder gegen das Vergessen” nennt sich die Schau, die das Thema Holocaust aufgreift und sich als Bilderzyklus mit dem dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte auseinandersetzt. Mitgefühl ist die zentrale Botschaft, die Maro seinen Bildern, die Menschen in der Trostlosigkeit und Verlassenheit von Auschwitz zeigen, zu Grunde gelegt hat. Der Künstler möchte Sensibilität herstellen und an das Grauen des nationalsozialistischen Terrorregimes erinnern.

Neben der Befreiungsszene zeigen die Maro-Werke Menschen, die vom Tode gekennzeichnet sind, unter Auszehrung und Krankheiten leiden oder als Leichen dem Verbrennungsofen zugeführt werden sollen. Mit Ausnahme der Befreiungsszene, wo die Farbe Blau dominiert, sind die acht weiteren Bilder überwiegend in düsteren, dunklen Farben gemalt. So überwiegt bei dem Bild, das ein zum Skelett abgemagertes Trio zeigt, die Farbe Braun. In Blutrot ist das Bild getaucht, das zwei Männer auf dem Weg in die Gaskammer zeigt.

Eröffnet wurde die eindrucksvolle Schau, die den Betrachter mitfühlen und mitleiden lässt, am Sonntag in der Galerie der Burg. Sicherlich lag es an der Gewichtigkeit dieser Thematik, dass mehr als 100 Menschen der von Musik und Reden untermalten Eröffnung beiwohnten. Für die Musik war Piet Hodiamont verantwortlich, der auf dem Saxophon bulgarische Melodien spielte. Ansprachen hielten Professor Dr. Dieter Alexander Boeminghaus von der Europäischen Vereinigung bildender Künstler aus Eifel und Ardennen sowie Professor Dr. Dr. Werner Janssen, Intendant der Euriade, die das internationale Kultur- und Wissenschaftsfestival ausrichtet.

Als Trauma, das unsere Seele belastet, bezeichnete Boeminghaus den Holocaust. Dafür dass sich diese unheilbare Krankheit nicht wieder neu ausbreite, würden die Maro-Bilder sorgen. Janssen zitierte unter anderem das Gedicht „Todesfuge” von Paul Celan und erläuterte im zweiten Teil seiner Ansprache die verborgene Botschaft des Bildes, das die befreiten Auschwitz-Kinder im Eingangsbereich des Lagertores zeigt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert