Ganz große Kunst beim „Frühlingserwachen“ im Kulturzentrum

Von: Marie-Luise Otten
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Auch gemeinsam auf der Bühne des Kulturzentrums: Die Mitglieder von „Chorios“ und „sing-A-pur“ sangen unter der Leitung von Gregor Josephs die Bluesballade unter anderem das Stück „God bless the child“. Foto: M.-L. Otten

Stolberg. Zum Frühlingserwachen veranstaltete der Frauenchor „Chorios“ unter der Leitung von Gregor Josephs jetzt ein kurzweiliges und unterhaltsames Konzertprogramm im Kulturzentrum Frankental. Das wusste zu begeistern. Allerdings hätten ein paar Zuhörer mehr den Weg zur Veranstaltung finden müssen.

Gemäß dem Motto „Chorios & Friends“ wirkten Marcel Mager (E-Gitarre) und das vom selben Chorleiter betreute Jazzensemble „sing-A-pur“ aus Aachen mit, die feinste Jazzklänge und Swingmusik zum Besten gaben. Es war klasse, was die beiden Chöre boten. Sie sangen, swingten und erzählten mit so viel sichtbarer Freude an der Sache, dass das Zuhören und Zusehen immer wieder Begeisterung auslöste.

Der musikalische Streifzug führte zunächst durch Europa und hatte Themen aus dem alltäglichen Leben zum Inhalt. Es ging natürlich um Liebe, um eine junge Frau auf dem Weg zum Stierkampf, oder auch um eine Frau, die gerne grüne Kleider trug. Der mit zwölf Sängerinnen besetzte Frauenchor sang in wunderbarer stimmlicher Geschlossenheit. Gregor Josephs, der die Lieder meistens musikalisch auf dem Flügel begleitete, inspirierte seine Damen zu fein nuancierter Gestaltung.

Gesungen wurde, was allen gefällt: Ein Chorsatz von Jakob Arcadelt aus dem 16. Jahrhundert, Volkslieder aus Burgund und Andalusien oder das traditionelle englische „Greensleeves“ von Heinrich VIII., komponiert für seine zweite Frau Anne Boleyn. Chorios sang durchweg sicher und mit sauberer Intonation.

Zeitsprung in die Gegenwart

Nach dem Ausflug in die Folklore folgte dann ein Zeitsprung bis in die Gegenwart. Deutsche Chansons und Hits von Ina Deter, Hermann van Veen, Udo Jürgens und BAP waren der Gruppe wie auf den Leib geschnitten. Da es schwer ist, passende Literatur für drei Frauenstimmen zu finden, hatte Gregor Josephs diese Arrangements selbst geschrieben. Für das richtige Feeling in der Sparte Deutscher Rock mit dem kölschen Lied „Verdamp lang her“ gab es musikalische Unterstützung von Marcel Mager an der E-Gitarre, dessen Spiel das Klangerlebnis zusätzlich bereicherte.

Nach der Pause stellte sich der seit zwölf Jahren bestehende Jazzchor „sing-A-pur“ aus Aachen mit einem breiten Repertoire von Jazzstandards und Swingmusik vor. Auch hier hatte der begnadete Musiker Gregor Josephs ganze Arbeit geleistet. Was faszinierte, war hohes stimmliches Können gepaart mit bemerkenswerter Leichtigkeit im Musizieren. Die 18 Sängerinnen und Sänger hatten vom ersten Ton an alle Aufmerksamkeit auf ihrer Seite und sorgten mit den sensibel gestalteten Klängen für Gänsehaut. Viel Beifall gab es für die populären A-capella-Songs von Paul Desmond („Take Five“), Albert Hammond („I’m a train“) und Milton Drake („Java Jive“). Der musikalischen Hymne auf Spanien des weltberühmten Jazzmusikers Chick Corea schloss sich ein gemeinsamer Auftritt aller Beteiligten an. Sie beendeten den Abend mit „God bless the child“, einer Bluesballade, die das Interesse der Kinder dieser Welt zum Thema hat.

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