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Fußgänger besser vor den Rasern schützen

Von: Ottmar Hansen
Letzte Aktualisierung:
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Bis jetzt gibt es auf der Sebastianusstraße nur zwei Querungshilfen für Fußgänger. Foto: O. Hansen

Stolberg. Die Atscher Bürger fordern mehr Sicherheit für die Fußgänger in ihrem Stadtteil - besonders auf der Sebastianusstraße. Bei einer Neugestaltung der Straße dürfe es nicht nur bei einer einwandfreien Fahrbahndecke bleiben. Vielmehr müsse ein Gesamtkonzept umgesetzt werden, das bereits im Jahr 2002 im Rat beschlossen worden war.

Unterstützung erhalten die Anwohner der Straße von der SPD-Fraktion im Rat sowie von Horst Zimmermann von der Interessengemeinschaft Atscher Vereine und dem Ehrenvorsitzenden der Siedlergemeinschaft, Jakob Düppengießer. Gemeinsam erinnerten sie bei einem Treffen am Donnerstagnachmittag vor Ort daran, was seinerzeit verabredet worden war, um die Sebastianusstraße zu „entschärfen“. Ein Hauptproblem brachte Hildegard Nießen (SPD) auf den Punkt: „Hier wird viel zu schnell gefahren.“ Lange, gerade Abschnitte machten die Ortsdurchfahrt von Atsch zur Rennstrecke.

Fast alle zu schnell

Entlang der Sebastianusstraße gebe es eine Kirche, einen Kindergarten, eine Grundschule und Arztpraxen. Nießen: „Viele Kinder und Senioren wohnen hier, die sich beim Überqueren der Straße Gefahren aussetzen.“ Vor Wochenfrist habe die Polizei das Tempo auf der Straße gemessen und festgestellt: 75 Prozent der Autofahrer hielten sich nicht an die vorgeschriebene Geschwindigkeit.

Derzeit gibt es zwei Mittelinseln auf der Fahrbahn als Querungshilfe für die Fußgänger - in Höhe von Im Hirschfeld und der Karlstraße. Die seinerzeit verabschiedete Planung sah vor, weitere vier Übergänge für Fußgänger einzurichten: an der Einmündung Glasstraße, an der Bushaltestelle Nordstraße, an der Einmündung der Straße Im Rehgrund und an der Friedhofstraße. Außerdem sollten die Fahrradfahrer, die die Sebastianusstraße nutzen, besonders geschützt werden. Der „Starenkasten“, aus dem Raser „geblitzt“ werden, sollte mehr in Richtung Spielplatz versetzt werden.

Die Parkplätze sollten möglichst erhalten werden. Doch die oft bis zu fünf Meter breiten Gehwege könnten durchaus verkleinert werden. Allerdings nur so viel, dass sie von alten Menschen mit Rollator oder jungen Müttern mit Kinderwagen und Kind an der Hand noch problemlos genutzt werden könnten. An den Bushaltestellen sollten Sitzgelegenheiten für ältere Menschen geschaffen werden, die auf ihren Bus warten.

Horst Zimmermann verwies auf einen weiteren Aspekt, den die Planung damals enthielt. Im oberen Bereich bei den Gärten habe die Sebastianusstraße ein starkes Gefälle. Mit der Folge, dass bei Starkregen das Wasser über die Wiesen bis in die Keller der Anwohner laufe. Auch diese Fehlkonstruktion müsse angegangen werden.

Hildegard Nießen: „Natürlich muss auch die Fahrbahndecke der Sebastianusstraße erneuert werden. Man muss aber den Eindruck zurecht rücken, die Straße habe nur eine schlechte Fahrbahn. Wir müssen das komplette Paket der geforderten Maßnahmen sehen.“

Und diese Maßnahmen sollten umgesetzt sein, bevor der neue Autobahnanschluss bei Eilendorf komme, so Jakob Düppengießer. Doch wer bezahlt die Maßnahmen auf einer Landstraße, die in die Zuständigkeit des Landesbetriebes Straßenbau fällt? Horst Zimmermann: „Die Verkehrssicherungspflicht ist unabhängig von der Haushaltslage des Landes zu sehen. Hier muss umgehend gehandelt werden. Die Stadt muss die Verhandlungen mit dem Landesbetrieb sofort aufnehmen. Die Atscher Bürger dürfen nicht ins Hintertreffen geraten.“

„Unhaltbarer Zustand“

Auch für SPD-Fraktionschef Dieter Wolf ist die Situation in der Sebastianusstraße unhaltbar. Hinzu komme, dass sich zum Ende des Jahrzehnts mit der Fertigstellung des Autobahnanschlusses in Eilendorf der Verkehr auf der Straße mehr als verdoppeln werde. Während heute täglich 5500 Fahrzeuge die Straße nutzten, seien es dann mindestens 13.000, so Wolf. Darunter viele Lkw. Wolf: „Die Straße ist im derzeitigen Zustand nicht in der Lage, diese Verkehrsbelastung aufzunehmen.“ Und wenn das Maut-System, wie von der Bundesregierung angekündigt, eingeführt werde, würden noch mehr Auto- und Lkw-Fahrer die Straße durch Atsch als Schleichweg nutzen, um der Autobahngebühr zu entgehen. Wolf: „Die Maut macht alles nur noch schlimmer.“

Die Forderung der Genossen und der Anwohner ist vor diesem Hintergrund klar: „Erst muss die Sebastianusstraße richtig ausgebaut werden, dann kann der Autobahnanschluss an die A4 kommen.“ Die Genossen waren sich am Donnerstag einig: „Es nützt nichts, die Probleme der Sebastianusstraße auf ein paar Schlaglöcher zu reduzieren. Man muss schon das gesamte Paket anpacken. Und zwar bald.“

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