Fußballcamp: Ein Hauch von Real auf dem Dörenberg

Von: Lukas Franzen
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86 Nachwuchskicker machten mit beim ersten Trainingscamp der Real Madrid Foundation Clinics und schnupperten dort die Luft der großen, weiten Fußball-Welt. Foto: L. Franzen
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Zeigten sich nach Abschluss des Fußballcamps in Vicht sehr zufrieden: Stefan Kohfahl (l.), Leiter der Real Madrid Foundation Clinics, und Real-Talentscout Ivan Guerrero. Foto: L. Franzen
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86 Nachwuchskicker machten mit beim ersten Trainingscamp der Real Madrid Foundation Clinics und schnupperten dort die Luft der großen, weiten Fußball-Welt. Foto: L. Franzen

Stolberg-Vicht. Genehmigen sich da gerade wirklich Cristiano Ronaldo, Gareth Bale und Sergio Ramos eine Verschnaufpause auf den Sitzbänken vor der Zweifaller Hütte? Nein, es sind nicht die echten Fußballidole von Real Madrid, die so zahlreich den Vorplatz des neuen Vichttaler Vereinsheims säumen.

Trotzdem: So nah wie während des dreitägigen Trainingscamps der berühmten Madrider Fußballschule ist ein Stolberger Verein – und mit ihm 86 Nachwuchsfußballer – den „Königlichen“ wohl noch nie gekommen.

Insgesamt fünf Tage lang gastierte der deutsche Ableger der spanischen Talentschmiede, die „Real Madrid Foundation Clinics“, im Sportpark Dörenberg. Mit dabei: Sechs Trainer, allesamt Sportwissenschaftler oder ehemalige Profis, die den Sieben- bis 14-jährigen „Mini-Ronaldos“ in zehn Einheiten mit neusten Trainingsmethoden förderten und forderten.

Neben geballtem Fußball-Knowhow waren ein Real-Trikotset mit Wunschbeflockung und sportgerechte Mahlzeiten ebenfalls fester Bestandteil des Angebots, das in diesem Jahr bei rund 60 Vereinen deutschlandweit Premiere feierte. „Die Kids durften vorher entscheiden, welcher Name ihrer Madrider Lieblingsspieler das Trikot schmücken soll. Auch ihr eigener Name war möglich“, erzählt Stefan Kohfahl, Deutschland-Chef der „La Fabrica“ genannten Fußballschule – zu Deutsch: „die Fabrik“. „Ronaldo, Bale und Ramos liegen in der Gunst der Kinder ganz klar vorne, aber auch Weltmeister Toni Kroos wurde schon nachgefragt.“

Doch auch wenn die einheitlichen Outfits unweigerlich an das „weiße Ballet“ des amtierenden Championsleague-Siegers erinnern, macht ein Training im Real-Dress noch lange keinen Top-Spieler aus. „Die Vermittlung von Werten ist ein wichtiges Thema des Fußballcamps“, betont Kohfahl. Und sein Kollege Ivan Guerrero, der aktiv in der zweiten spanischen Liga kickte und nun als Talentscout in den Diensten des Spitzenclubs steht, fügt hinzu, dass großes Talent bei weitem nicht alles sei. „Erfolgswille, Kampfgeist, Teamspiel, Respekt und Selbstkontrolle sind wichtige Eigenschaften, die ein Fußballer bei uns mitbringen muss.“

Auf der Homepage der „Clinics“ heißt es dazu: „Der Beste hat nicht das größte Talent. Er muss diszipliniert sein, eine Führungsrolle übernehmen und Schwächeren helfen.“ Eigenschaften, die Guerrero, der bereits als Techniktrainer mit Superstars wie Cristiano Ronaldo zusammenarbeitete, auch bei den Teilnehmern des Camps sucht, während sechs Trainer, darunter Campleiter Khvicha Shubitidze und Tim Petersen, zwei ehemalige Profispieler des FC St. Pauli, den Fußballnachwuchs nicht selten mit völlig neuen Trainingsmethoden der spanischen Fußballakademie konfrontieren. Das Verhalten in Spielsituationen mit Ballbesitz oder der Torabschluss sind dabei nur zwei Facetten der Stationstrainings im Sportpark, der die Premiere der „La Fabrica“ nach Ansicht seiner Gäste mit Bravour bestanden hat.

„Wir fühlen uns gut aufgenommen und wollen weiter miteinander arbeiten“, lobt Kohfahl die unkomplizierte und gleichsam professionelle Kooperation mit dem VfL Vichttal. Im Raum Aachen werde man sich für die zweite Runde im nächsten Jahr somit um keinen anderen Standort bemühen müssen, so der Chef der Madrider Deutschland-Vertretung weiter. Zufriedene Gesichter gibt es auch auf Seiten der Vichter Gastgeber, die sich über die große Resonanz und den positiven Verlauf des Trainingslagers freuen. Dem Ziel, den Verein über Stolbergs Grenzen hinweg bekannter zu machen, sei man durch die Zusammenarbeit mit der Fußballschule ein Stück näher gekommen, ist Jugendgeschäftsführer Daniel Schürmann überzeugt. So kämpfen neben den knapp 40 vereinseigenen Jugendfußballern auch Spieler aus der gesamten Aachener Region sowie aus Düsseldorf und Mönchengladbach um die Gunst der erfahrenen Fußballlehrer.

Denn abgesehen von der Wertevermittlung und spielerischen Weiterentwicklung verfolgt die Fußballschule der Madrilenen natürlich ein ureigenes Interesse: die Talentsichtung. Ob jemals einer der 86 Nachwuchskicker der ersten Ausgabe auf dem Dörenberg einen Profivertrag in den Händen halten oder gar im Trikot des „weißen Ballets“ aus Madrid auflaufen wird, ist gewiss offen. Fünf Kinder, darunter zwei Vichttal-Kicker, haben sich jedoch immerhin für das Regionalfinale des Camps qualifiziert. Unter anderem sicherten sich Paul Marin (Jahrgang 2001) aus der C2-Jugend des VfL und Justino Zander, Mitglied der „E1“ (Jahrgang 2004), einen Startplatz.

Auch hier werden am Ende nur die besten in die nächste Runde, das Camp-Finale, einziehen, dessen Sieger eine Einladung zum Vorspielen bei den „Königlichen“ winkt.

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