Für Niclas ist jetzt ein Spender gefunden

Von: Heike Eisenmenger
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Alle wollen dem krebskranken Niclas helfen: Tausende kamen Ende März zur kurzfristig organisierten DKMS-Aktion, um sich typisieren zu lassen. Foto: Heike Eisenmenger

Aachen/Stolberg. Es ist eine schöne Nachricht, die Claudia Maschke überbringt: Für den krebskranken Niclas aus Stolberg ist ein Spender gefunden worden, bereits in der nächsten Woche soll die Stammzellentransplantation vorgenommen werden.

Der 19-Jährige leidet an einer besonders aggressiven Form von Blutkrebs, und nur eine Stammzellenspende kann den jungen Mann retten. Doch zunächst fand sich niemand in der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS), dessen Gewerbemerkmale mit denen von Niclas überein stimmten.

Im März ging es Niclas immer schlechter und Maschke, die mit der Familie von Niclas seit Jahren befreundet ist, beschloss, einen Spendenaufruf zu organisieren. Obwohl nur eine Woche Zeit für die Umsetzung blieb – laut DKMS normalerweise viel zu kurz, um eine solche Aktion ausreichend zu bewerben – stimmte die Organisation zu. Städteregionsrat Helmut Etschenberg übernahm spontan die Schirmherrschaft und nutzte seine vielen Kontakte, um die Werbetrommel zu rühren.

Das Bild, das sich dann am Tag der Typisierung rund um das Stolberger Goethe-Gymnasium bot, war beeindruckend (wir berichteten): Hunderte Menschen warteten in langen Schlangen geduldig auf ihre Typisierung. Scharen von Freiwilligen halfen, die Massen durchzuschleusen.

Vom Morgen bis in den Abend hinein strömten Menschen aus der gesamten Städteregion nach Stolberg, um sich testen zu lassen. Etschenberg spricht von einer „unglaublichen Spenderzahl“. Dass sich fast 4600 Personen vor Ort typisieren ließen und weitere 900 Online-Registrierungen vorgenommen wurden, habe selbst die DKMS positiv überrascht, sagt Etschenberg, der besonders den vorbildlichen Einsatz der Mitschülerinnen und Mitschüler von Niclas hoch anerkennt.

„Ob der Spender bei unserem Aufruf oder bei einer anderen DKMS-Aktion gefunden wurde, wissen wir nicht“, sagt Claudia Maschke. „Detaillierte Informationen werden erst zwei Jahre nach der Übertragung herausgegeben, sofern der Spender einverstanden ist.“ Aber das sei letztlich auch nicht entscheidend. Wichtig sei, dass jemand gefunden wurde. Und vielleicht könne durch die Stolberger Aktion nun anderen Kranken geholfen werden. „Wir sind einfach nur superglücklich und so dankbar!“, resümiert Maschke.

Abgesehen davon, dass das Finden eines Spenders für Niclas eine Frage von Leben und Tod gewesen sei, habe ihm der Aufruf neue Kraft gegeben. „Wir hatten auf eine Welle der Hilfsbereitschaft gehofft, aber dass so viele kommen würden, um zu helfen, hat unsere kühnsten Erwartungen übertroffen“, sagt die 41-Jährige.

„Dafür möchten wir uns alle – Niclas, der im Krankenhaus auf die Transplantation vorbereitet wird, und natürlich seine Familie – bedanken.“ Auch Etschenberg ist froh, „dass für Niclas jetzt ein erster Schritt zur Heilung eingeleitet werden kann“, und dankt allen Beteiligten. Und er fügt hinzu: „Sich typisieren zu lassen oder Geld zu spenden, bedeutet gelebte Solidarität. Das tut unserer Gesellschaft gut und zeigt mir, dass wir zusammen halten, wenn es darauf ankommt.

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