Stolberg - Für den guten Zweck steigt er in die Pedale

Für den guten Zweck steigt er in die Pedale

Von: Robert Flader
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Alle guten Dinge sind drei: Mit Fahrrad, Trikot und Spendendose macht sich Roland Wicking am 11. August auf den Weg in die Hauptstadt. Foto: R. Flader

Stolberg. Der Weg beginnt in Stolberg. Enden soll er in Berlin. Dazwischen liegen genau fünf Tage. Wobei von Weg zu sprechen vielleicht nicht ganz richtig wäre. Denn das, was Roland Wicking vorhat, ist ein bisschen mehr, als nur eine einfache Strecke.

Zumindest ist sie 680 Kilometer lang. Und wenn man bedenkt, dass der Stolberger diese Distanz in etwas mehr als 100 Stunden mit seinem Rennrad zurücklegen will, wäre der Begriff „Deutschland-Rundfahrt” wahrscheinlich naheliegender - und auch für Profis eine echte Herausforderung.

Für einen guten Zweck wird Wicking, zwar kein professioneller, aber immerhin doch passionierter Sportler, am 11. August in der Kupferstadt aufbrechen und am 15. August in der Bundeshauptstadt eintreffen. So lautet zumindest sein Plan. Für jeden Kilometer sammelt er dabei Geld. Geld, dass den beiden Stolberger Projekten „Mieki” (Mittagessen in Kindergärten) und „Breakfast4kids” (Pausenbrote in Grundschulen) zugute kommen lassen will. „Ich bin jetzt schon fast bei zwei Euro pro Kilometer”, sagt Wicking, 47.

Zur Strecke: Von Stolberg über Viersen, Wesel, Münster, Herford geht es zunächst nach Niedersachsen, nach Hannover und Wolfburg, bevor schließlich mit Stendal in Sachsen-Anhalt die erste größere Stadt Ostdeutschlands angefahren wird und es von dort aus auf die Schlussetappe nach Berlin geht.

Ziel ist der Kurfürstendamm

Ultimatives Ziel ist der Kurfürstendamm. Die einzigen Pausen will sich Roland Wicking nachts gönnen, „nach rund 130 bis 140 Kilometern pro Tag möchte das dann auch mal sein”, sagt der Stolberger und lacht.

Die Spendenfahrt ähnelt so manchem Sponsorenlauf und ist doch anders: Sie wird auch durch die beiden Bürgermeister, Ferdi Gatzweiler und Klaus Wowereit, ausdrücklich unterstützt, was sich am sichtbarsten auf dem signierten Radtrikot widerspiegelt, das Wicking während der Fahrt tragen wird. Gatzweiler: „Beide Projekte, Mieki und Breakfast, leisten einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung und Förderung hilfebedürftiger Kinder.”

Dass sich beide ausschließlich über Spenden finanzieren, mache die Arbeit nicht einfacher. Roland Wicking kommt da genau zur richtigen Zeit sprichwörtlich angefahren. „Bislang läuft die Sponsorensuche schon ganz gut”, hofft er aber noch auf viele weitere Spenden. Für jeden gefahrenen Kilometer gibt es Bares Geld. Die offizielle Spendenübergabe soll dann Ende August in Wickings Geschäft, dem Stoffhaus am Schellerweg, erfolgen. „Doch bis dahin muss ich erstmal ganz schön strampeln”, sagt der Sport-Fan.

Auch unterwegs, während den 680 Kilometern zwischen NRW und Berlin, sollen zusätzliche Spenden gesammelt werden, „dann aber im kleinen Rahmen”, weiß Wicking auch um die zusätzliche „Belastung” durch die im besten Fall schwerer werdende Spendendose.

Wie bereitet sich jemand vor, der bis vor ein paar Jahren Marathon gelaufen ist und nun für den guten Zweck kräftig in die Pedale treten will? „Ich trainiere drei bis vier Mal in der Woche über 40 bis 60 Kilometer, einmal auch zwischen 80 und 100 km”, sagt Wicking, der bis vor ein paar Jahren noch Marathon gelaufen ist.

Sorge vor Pflastersteinen

Wie ernst er sein Vorhaben nimmt, zeigt auch die Tatsache, dass er am 15. August „in jedem Fall” zwischen 16 und 17 Uhr am Kurfürstendamm ankommen will. „Das Empfangskommitee will ich schließlich nicht warten lassen”, sagt er selbstbewusst und lacht.

Sorgen macht dem Radler ohnehin nur eine Sache: „Der Straßenbelag im Osten. Ich weiß nicht, auf welchen Straßen es da eventuell noch über Pflastersteine geht, was das Fahren nicht einfacher macht”, schätzt Wicking.

Nun ja, zumindest manche Wünsche lassen sich über 680 Kilometer eben nicht ganz erfüllen.
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