Fünf Monate Warten auf die Räumung

Von: Tom Lammertz
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Die Gaststätte „Friederichs
Die Gaststätte „Friederichs Ecke” steht seit der Zwangsräumung leer. Eigentümer Egidius Gather will sie renovieren und danach einem neuen Pächter anvertrauen. Foto: T. Lammertz

Stolberg-Donnerberg. Die Rollläden sind unten, die Türen verschlossen, die bisherigen Betreiber verschwunden. Die Gaststätte „Friederichs Ecke” vermittelt den Passanten einen trostlosen Eindruck - wäre da nicht der kleine Schaukasten, der weniger verlassen als vielmehr frisch bestückt wirkt.

Er zieht die Blicke geradezu magisch an und gibt schließlich auch den erhofften Aufschluss: „Geschlossen!”, steht da zu lesen. Und dass die ehemaligen Pächter „unbekannt verzogen” seien.

Und nun? Leerstand, kein Nachfolger da? Der Immobilienbesitzer und ehemalige Betreiber der Gaststätte sollte Aufschluss geben können: „Es bewerben sich viele”, sagt Egidius Gather, doch müsse das gesamte Objekt erst „wieder in Ordnung gebracht” werden.

Bei einem Brandschaden sei unter anderem die mobile Trennwand im Saal zerstört worden, berichtet der Eigentümer, der dann aber auch ans Eingemachte geht: Im April habe er die fristlose Kündigung zugestellt, das Objekt aber erst am 23. September mit Hilfe des Gerichtsvollziehers räumen dürfen. Seine Frau und er hätten sich mit einem Apartment von 32 Quadratmetern Wohnfläche begnügen müssen und seien ein Jahr lang am Umzug gehindert worden.

Wegen eines Hausverbots für die eigene Immobilie habe man keinen Zugang zu den Möbeln gehabt, die auf dem hundert Quadratmeter großen Speicher gelagert waren. Er sei heilfroh, dass Speicher und Möbel nicht in Brand gerieten. Am heutigen Mittwoch stehe nun endlich der Umzug an.

Wie konnte es zu all den Unannehmlichkeiten kommen? Er habe Gaststätte samt Wohnung verpachtet, sagt Gather; das sei ein großer Fehler gewesen. Pächter könnten in dem Fall die Rechte von Wohnungsmietern geltend machen und die Räumung mit dem Hinweis auf drohende Obdachlosigkeit verzögern.

Aber schon bei der Auswahl des Pächters, so weiß Gather jetzt, habe er einen Fehler gemacht. „Ein irre umfangreiches Konzept” habe der Bewerber vorgelegt und damit am Anfang auch „Riesenerfolg” gehabt. Bis zur Eröffnung habe der Pächter auch nichts bezahlen müssen: Da hätten die Gathers mit ihrer Liebe zur Gastronomie alle Wege geebnet. Am Ende dann habe der Pächter bezahlen sollen, dies aber nicht gemacht. Und auch eine Konzession habe er nicht vorweisen können, dafür habe der Partner herhalten müssen.

In Kürze ist sie also wieder „zu haben”, die Gaststätte „Friederichs Ecke”. Für die Karnevalisten womöglich zu spät. Sie weichen in der neuen Session auf Pfarrheim, Rolandshaus und Donnerbergkaserne aus. Bernd Schöneweiß, der Vorsitzende der KG De Wenkbülle, gibt auf Nachfrage auch zu verstehen, dass die Gesellschaft der „Ecke” schon den Rücken gekehrt hatte, als der bisherige Pächter noch da war. „Wir sind nicht zurechtgekommen. Zusagen sind nicht eingehalten worden.” Nach einem Kinderfest ohne Thekenbetrieb für Erwachsene wollte der Verein nicht mehr hin, obwohl er gerne dort seine Heimat hatte und künftig wieder hätte.

Aber auch für andere Ortsvereine und Veranstalter dürften die fast 500 Quadratmeter auf einer Ebene wieder interessant werden, sind sich Gather und Schöneweiß einig.
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