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Frühschwimmer wollen in Nachbarstädten „abtauchen”

Von: Dirk Müller
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Sieht ihr gemeinschaftliches Badevergnügen durch die Tariferhöhung für das Hallenbad Glashütter Weiher in Gefahr: die Gruppe der Frühschwimmer hält die Eintrittssteigerung für überzogen. Foto: D. Müller

Stolberg. „In erster Linie wollen wir fit bleiben”, bringt Adolf Weyand es auf den Punkt. Er ist einer der 20 Stolberger, die sich jeden Morgen um sechs Uhr im Hallenbad Glashütter Weiher treffen, um sich körperlich zu betätigen. Seit zwölf Jahren schwimmt der Rentner täglich und nimmt an der morgendlichen Wassergymnastik teil - der Gesundheit zu Liebe.

„Das Herz-Kreislauf-System wird gestärkt und die Muskeln gelenkschonend trainiert”, erklärt Weyand. Rosemarie Call, ebenfalls begeisterte Frühschwimmerin bestätigt: „Das Aufstehen fällt mir frühmorgens schwer, aber nach der Wassergymnastik bin ich hellwach und topfit für den Tag.”

Call ergänzt, dass die sportliche Aktivität auch eine hohe soziale Komponente habe: „Der Spaß kommt ja auch nicht zu kurz und in der Gruppe haben wir gesellschaftliche Kontakte, wir schwimmen nicht nur gemeinsam, sondern trinken auch Kaffee zusammen und verabreden uns zum Wandern.” Diese Gemeinschaft sehen die Kupferstädter Frühschwimmer nun in Gefahr, da sie sich von der geplanten Erhöhung der Tarife im Hallenbad getroffen sehen. „Wir sind größtenteils Rentner, unsere älteste Teilnehmerin ist 89 Jahre alt. Aber nicht alle von uns bekommen so viel Rente, dass sie sich die neuen Tarife auch leisten können”, beschreibt Klaus-Dieter Dörpmund.

Er rechnet aus, wie sich die Tariferhöhung für die täglichen Besucher des Hallenbads bemerkbar mache. Bisher hatten sie Jahreskarten zu 200 Euro; ab dem 1. Juli müssten sie für drei 100er-Marken 600 Euro berappen und dazu 160 Euro für fünf Zehnermarken aufbringen. „Es entstehen uns Mehrkosten in Höhe von bis zu 560 Euro jährlich pro Person, das können nicht alle stemmen”, sagt Dörpmund. Die Gemeinschaft der Frühschwimmer sei durch die Tariferhöhung existenziell bedroht, erklärt auch Helene Blees.

Mit ihrem Mann Felix nutzt sie das Stolberger Hallenbad an sechs Tagen in der Woche - bisher. „Für uns lohnt es sich künftig nach Eschweiler ins Hallenbad zu fahren. Hier in Stolberg müssen wir ab dem Sommer zu zweit sechs 100er-Marken kaufen, das sind 1200 Euro. In Eschweiler zahlen wir dagegen nur 500 Euro für zwei Jahreskarten”, stellt Helene Blees gegenüber.

Call überlegt, in Zukunft den Weg nach Aachen-Brand auf sich zu nehmen, wo die Jahreskarte 330 Euro kostet. „Das ist natürlich sehr schade, einerseits fällt unsere Gruppe auseinander, und andererseits fühlen wir uns im Stolberger Hallenbad sehr wohl. Personal, Ausstattung und Sauberkeit sind hier absolut vorbildlich”, lobt Call.

Grundsätzlich sehen die Schwimmer ein, dass eine Tariferhöhung notwendig sei, um den Schwimmbetrieb in der Kupferstadt dauerhaft zu sichern. „Im Prinzip war die Jahreskarte bisher zu günstig. Wir verstehen, dass etwas passieren musste. Eine Erhöhung auf 330 Euro wie in Aachen wäre für uns nachvollziehbar und auch tragbar gewesen, aber die Tarife, die ab 1. Juli gelten sollen, bedeuten eine enorme Preissteigerung und vergraulen uns regelrecht aus dem Stolberger Hallenbad”, meint Weyand und erntet dafür traurige Zustimmung seiner Mitschwimmer.
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