Freundeskreis kämpft um die Kirche und die Schwester

Von: Andreas Röchter
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Führung durch ihr Zuhause: Schwester Maria Regina brachte den Besuchern die Besonderheiten des Klosters in Zweifall näher. Foto: A. Röchter

Stolberg-Zweifall. Steht der Verkauf des ehemaligen Klosters Maria-Königin in Zweifall nun unmittelbar bevor oder nicht? Laut Johann Ehlen und Diakon Hans Hoffmann, die sich im Freundeskreises für den Erhalt des ehemaligen Klosters Zweifall engagieren, ist noch nichts unterschrieben.

Ungeachtet der aktuellen Entwicklungen hinsichtlich eines neuen Eigentümers verfolgen die beiden gemeinsam mit weiteren Vereinsmitstreitern sowie Schwester Maria Regina, die als letzte der Karmelitinnen die einstige Klosteranlage bewohnt, zwei wesentliche Ziele: „Wir möchten, dass Schwester Maria Regina ihr Zuhause behält und die Kirche des ehemaligen Klosters offenbleibt“, formuliert Johann Ehlen deutlich.

Dass in dem malerisch gelegenen Gebäude weiterhin Leben herrscht, wurde beim ersten „Tag der offenen Pforte“ deutlich. Einem ökumenischen Wortgottesdienst folgten Begegnungen für Leib, Geist und Seele. Schwester Maria Regina führte zahlreiche Besucher durch das eindrucksvolle Gebäude und brachte ihren Begleitern unter anderem die Besonderheiten der Klosterkirche näher, zeigte aber auch den Klosterladen sowie die Wirtschaftsräume samt Hostienbäckerei.

Darüber hinaus blieb viel Zeit für spirituelle Gedanken sowie für den Austausch mit Mitmenschen.„Uns ist daran gelegen, das ehemalige Kloster zur Nutzung sozialer und am Gemeinwesen orientierter Arbeit in seelsorgerischen, pädagogischen und therapeutischen Bereichen zu erhalten. Wir möchten den Menschen der Städteregion die Gelegenheit geben, diesen einmaligen Ort sinnvoll und dauerhaft zu nutzen“, betont Hans Hoffmann.

Nachdem der Plan der Verantwortlichen des Vereins „Haus Ilyas-Heinsberg“, traumatisierten Mädchen im ehemaligen Klostergebäude ein neues Zuhause zu geben, an der Finanzierung gescheitert war, seien in der jüngsten Vergangenheit neue Ideen entwickelt worden. Unter anderem das Angebot regelmäßiger „Tage der offenen Pforte“, die in Zukunft einmal pro Woche (dienstags von 10 Uhr bis 17.30 Uhr) stattfinden und klösterliche Angebote, zum Beispiel Seelsorgegespräche, in den Vordergrund stellen sollen.

In Kooperation mit der Städteregion planen die Verantwortlichen des Freundeskreises zudem von Freitag, 20. Oktober, bis Sonntag, 22. Oktober, Obst-Ernte-Öko-Tage, bei denen die Apfelbäume des Klostergartens in den Mittelpunkt rücken.

Ein Erntedank-Gottesdienst, ein Advents- und Weihnachtsbasar samt Ausstellung (24. November bis 23. Dezember) im Klosterladen und den angrenzenden Räumen, ökumenische Familiengottesdienste, handwerkliche Vor- und Nachmittagsangebote für Mütter sowie eine Weihnachtsvesper ergänzen das Programm. Darüber hinaus befinde sich ein Verein zum Erhalt und Fortbestand der Klosterkirche und deren Angebote in der Gründungsphase, verrät Hoffmann.

Eine zukünftige Nutzung des ehemaligen Klostergebäudes als Wohnraum oder Hotel ist für Johann Ehlen, Hans Hoffmann und deren Mitstreiter inakzeptabel und quasi undenkbar. Aus ideellen, aber auch aus praktischen Gründen: „Um solche Vorhaben in die Tat umsetzen zu können, wäre eine unglaublich hohe Investitionssumme notwendig. Schließlich ist eine Infrastruktur in Sachen Wasser, Strom, aber auch Internet kaum vorhanden. Alles ist hier recht spartanisch gehalten“, erklärt Ehlen.

Wohnzelle und Kapelle

Eine Aussage, von der sich die Gäste des „Tages der offenen Pforte“ am Sonntag ein Bild machen konnten. Schließlich ließ Schwester Maria Regina die Besucher auch einen Blick in ihr bescheidendes Domizil werfen. „Meine Wohnzelle ist gleichzeitig meine Kapelle, weil ich hier den Geist Gottes und Marias deutlich spüre“, so die Karmelitin. Und sie machte mit klaren Worten deutlich, warum sie nicht plant, ihr Zuhause zu verlassen. „Ich spüre die Anwesenheit meiner Mitschwestern immer noch. Und deshalb möchte ich sie nicht alleine lassen!“

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