Stolberg-Münsterbusch - Französischer Baustil prägt die Häuser auf der Bachstraße

Französischer Baustil prägt die Häuser auf der Bachstraße

Von: Toni Dörflinger
Letzte Aktualisierung:
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Gesicht bewahrt: Die vermutlich für Belegschaftsangehörige der Zinkhütte in den 20er Jahren errichteten Bruchsteinbauten an der Bachstraße, haben nur wenige Veränderungen erfahren.

Stolberg-Münsterbusch. Mansarddächer und Bruchsteinmauerwerk prägen die bauliche Gestaltung der Doppelwohnhäuser Bachstraße 5 - 15. Der Name der eigenartigen Dachform, die den Einbau von kleinen schrägen Räumen ermöglicht, geht auf die französischen Architekten Francois Mansart und dessen Großneffen Jules Hardouin-Mansart zurück, die im 17. Jahrhundert diese Art der Dachbautechnik in Paris populär machten.

Ergänzt werden die Doppelhäuser durch eingeschossige Anbauten, die einst der Unterbringung von Kleinvieh dienten. Denn das Prinzip der Selbstversorgung beeinflusste die Lebensgestaltung der Bewohner, deren Häuser vermutlich in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts im Auftrage der Münsterbuscher Zinkhütte errichtet wurden.

Genaueres weiß man nicht, da die Aktenlage des Stadtarchivs nur wenig hergibt über die Vorkriegsgeschichte der markanten Doppelwohnhäuser.

Als Hinweis, dass die Zinkhütte für die Erbauung der Häuser in Frage kommt, kann die Grundstücksakte des Hauses Bachstraße Nr. 13 - 15 gelten. Denn dort ist als Eigentümerin die „Aktiengesellschaft Stolberg und Westfalen” eingetragen. Diese Mitte des 19. Jahrhunderts gegründete Gesellschaft war neben dem Betrieb der Stolberger Blei- und Zinkhütten auch für den Bau von Wohnungen verantwortlich. Später sind diese Häuser in das Eigentum der Bewohner übergegangen.

Ebenfalls in den 20er Jahren sind auch die Häuser Bachstraße Nr. 17 - 21 errichtet worden. Im Gegensatz zu den oberhalb liegenden Bauten, für deren Errichtung die Zinkhütte verantwortlich ist, sind diese Häuser von Beginn an als Privatbauten entstanden. Diese von den Bauunternehmern Wilhelm Ganser und Josef Adolf Weyand errichteten Gebäude werden durch große Dachgauben und der Verwendung von Ziegelsteinmauerwerk und Putzfassaden geprägt.

Große bauliche Veränderungen kennzeichnen das 1925 errichtete Wohnhaus, Bachstraße 19. In den 60er und 70er Jahren erfolgte Um- und Anbauten veränderten unter anderem die Geschosshöhe des ursprünglich als Gartenstadtsiedlung entstandenen Baues.

Neben diesem Gebäude hat das Haus Bachstraße 5 einschneidende Korrekturen erfahren. 1960 beseitigte Elisabeth Dohmen das Stallgebäude und errichtete an seiner Stelle einen neuen eingeschossigen Anbau, der in der Folgezeit ein Geschäft für den Verkauf von Obst, Kartoffeln und Gemüse enthielt.

1971 wurde das Ladenlokal geschlossen und zu Wohnraum umgebaut. Eine 1980 erfolgte Aufstockung des ehemaligen Ladenlokals machte aus dem früheren Anbau ein eigenständiges Wohnhaus.

Neubauten sind die Gebäude Bachstraße 23 - 25. Sie wurden im Zeitraum zwischen 1966 und 1981 auf ehemaligem Gartengelände errichtet. Geschichte hat das Haus Bachstraße 23. Der Erdgeschossbereich des gelb verklinkerten Gebäudes beherbergte von 1966 bis 1980 die Metzgerei Olbertz. 1980 ging Metzgermeister Hermann Olbertz in den Ruhestand und baute in der Folgezeit die Geschäftsräume zu Wohnungen um. Außer den aufgezählten Veränderungen sind die Altbauten weitgehend von Umgestaltungen verschont geblieben. Lediglich der Einbau von zeitgemäßen Sanitäreinrichtungen prägte die 60er und 70er Jahre.
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