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Franchisevertrag: Eine Katastrophe für die Familie Sous

Von: Lars Brepols
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Kasse leer: Marie-Therese Sous in ihrem Laden im Steinweg. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg/ Augsburg. Für die Familie Sous ist es eine wahre Katastrophe. Das eigene Geschäft im Steinweg steht kurz vor dem finanziellen Kollaps und auch das private Vermögen schmilzt langsam dahin. Kurz: Die Existenz der Familie steht auf dem Spiel.

Auf 1,3 Millionen Euro beziffert die Familie den Schaden, der ihnen laut eigenen Angaben durch einen Franchisevertrag mit einer Versandfirma entstanden ist. Eine fast aussichtslose Situation für einen Stolberger Einzelhändler, doch das Ehepaar Sous gibt nicht auf und setzt alle Hebel in Bewegung, um die drohende Insolvenz doch noch abzuwenden.

Nachdem eine Klage gegen den Franchisegeber gescheitert war und eine anschließende Strafanzeige vom Landgericht Augsburg abgewiesen wurde, hat sich Winfried Sous nun an den EU-Kommissar für Justiz sowie Vizepräsident der Kommission, Jacques Barrot, gewandt, um für endgültige Aufklärung zu sorgen.

2002 hatte Marie-Therese Sous einen Franchisevertrag mit der betreffenden Firma abgeschlossen und anschließend ein Geschäft in Stolberg eröffnet, in dem Naturkosmetik, Edelsteinbrunnen, ätherische Öle und weitere Naturprodukte angeboten werden. Nach Aussage des Ehepaares traten durch stetige Sonderangebote und Fehlmengen sehr schnell Lieferschwierigkeiten mit dem Franchisegeber auf, so dass der zuvor zugesagte Umsatz bei weitem nicht erreicht werden konnte.

„Auf Nachfrage beim Geschäftsführer ist meiner Frau immer wieder versichert worden, dass nur das Geschäft in Stolberg nicht laufen würde”, berichtet Winfried Sous, der 2004 gemeinsam mit seiner Frau ein bundesweites Franchiseunternehmertreffen in Kassel organisierte, um sich selbst ein Bild zu machen.

„Bei dem Treffen wurde schnell klar, dass alle die gleichen Probleme hatten und den Umsatz nicht erreichen konnten”, verdeutlicht Winfried Sous. Sous will nun herausgefunden haben, dass die Firma aus Baar in diesem Jahr wieder neue Franchiseverträge abschließen möchte. „Davor kann ich nur warnen. Von den ehemals 60 Franchisenehmern haben mittlerweile 56 ihr Geschäft geschlossen. Viele meiner Kollegen haben mittlerweile ihr Heim verloren und erhalten Hartz IV”, sagt Sous mit trauriger Stimme.
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