Stolberg-Zweifall - Forstwirte bauen neue Brücke zum malerischen Seerosenteich

Forstwirte bauen neue Brücke zum malerischen Seerosenteich

Von: Heike Eisenmenger
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Haben eine behindertengerechte Brücke im Solchbachtal gebaut: die Azubis Sebastian Völl (li.), Martin Lauffs (2. v. li.) und Robert Grinjuk (re.), hier mit ihrem Gottfried Koll. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg-Zweifall. Der Seerosenteich inmitten des Waldes am Solchbachtal ist wie eine kleine Oase. Eine Oase, die Rollstuhlfahrern bis vor kurzem verschlossen war. Die alte Brücke, die sich über den Graben spannte, war zu schmal und zu uneben, als dass ein Rollstuhlfahrer sie hätte überqueren können.

Dass seit kurzem nun doch auch Rollstuhlfahrer den unmittelbaren Blick auf den Teich genießen können, ist einer Handvoll angehender Forstwirte zu verdanken. Ausbilder Gottfried Koll platzt vor Stolz auf seine Schützlinge. „Die komplette Planung, das Ausmessen und wie das Holz zugeschnitten werden muss, dafür waren allein die Auszubildenden verantwortlich”, betont Koll.

Auslöser dafür, die alte Brücke, die dieser Bezeichnung kaum mehr würdig war, abzureißen und sie durch eine behindertengerechte zu ersetzen, war eine Szene, die Koll und seine Azubis zufällig beobachteten.

„Ein Rollstuhlfahrer wartete auf dem Hauptweg auf seine Begleiter. Er konnte als einziger nicht mit zum Teich, weil die Brücke zu schmal war. Das war ein trauriges Bild”, erzählt Koll. „Mit der behindertengerechten Brücke”, sagt Azubi Sebastian Völl, „wollen wir allen die Möglichkeit geben, den Wald zu erleben”.

Der Bau der behindertengerechten Brücke war für die angehenden Forstwirte nicht eine Sache des Herzens, sondern auch eine Bewährungsprobe beruflicher Art: Bei diesem Projekt musste sie das erlernte Wissen in der Praxis anwenden. Mehrere Monate lang werkelten sie in jeder freien Minute an der Brücke und an der Absperrung zum Seerosenteich. Das Geländer ist so gebaut, dass Wasser liebende Hunde nicht mehr so einfach hindurch schlüpfen können. Die Seerosen als auch manche der am Teich lebenden Tiere vertragen die Besuche von badenden Hunden nämlich gar nicht gut.

Begeistert von dem, was die Azubis geleistet haben, ist auch Forstdirektor Konrad Hecker. Er ist der Leiter des Regionalforstamtes Rureifel-Jülicher Börde des Landesbetriebes Wald und Holz. Das Regionalforstamt Rureifel-Jülich ist aus dem Zusammenschluss der früheren Forstämter Eschweiler und Hürtgenwald entstanden.

Es ist eines von 14 Regionalforstämtern des Landesbetriebes in NRW. Der Forstbetriebsbezirk Zweifall - der Teich ist nur wenige Minuten Fußweg vom Forsthaus entfernt - ist einer der wenigen, in dem noch ausgebildet wird, so Hecker.

Die Brücke zu bauen, stellte für die angehenden Forstwirte ein anspruchsvolles Vorhaben dar. Um den Höhenunterschied im Gelände auszugleichen, wurden Holzpflöcke in den Boden eingegraben und das Ganze mit Erdreich und Split aufgeschüttet.

Aber nicht nur die bauchtechnische Seite verlangte eine gute Vorausplanung, sondern auch der bürokratische Teil bedurfte umsichtigen Handelns. Der Teich liegt in einem Naturschutzgebiet, das zudem Wasserschutzzone ist, und damit gelten strenge Baubestimmungen, erläutert Ausbilder Koll.

Mit viel Engagement haben Azubis Völl, Robert Grinjuk, Martin Lauffs, Martin Nießen und Anne-Kathrin Sonntag haben eine solide Holzkonstruktion geschaffen, die auch noch in vielen Jahren behinderten wie nichtbehinderten Waldbesuchern ermöglicht, am Ufer des kleinen Seerosenteiches zu verweilen. Das nächste Projekt ist schon in den Startlöchern: „Wir werden die die längste Holzbank in der Region Aachen bauen”, verspricht Koll lachend. Die Bank im XXL-Format soll ein Aushängeschild für das Museumssägewerk in Zweifall sein.
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