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Ferdi Gatzweiler bleibt Bürgermeister in Stolberg

Von: der Kommunalwahl berichten: Jürgen Lange, Kolja Linden, Jan Schlegelmilch und Robert Flader
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Ein strahlender Verlierer und ein überglücklicher Gewinner: Der alte und neue Bürgermeister Ferdi Gatzweiler (l.) nimmt die Gratulation seines größten Herausforderers Paul Kirch entgegen. Der Christdemokrat hat dem Erfolg des SPD-Genossen nicht gefährlich werden können.

Stolberg. Um exakt 21.45 Uhr betrat Ferdi Gatzweiler (SPD) als Sieger den Ratssaal und ließ sich von seinen Genossen feiern für ein Ergebnis, an dem schon gut eine Stunde vorher kaum noch jemand gezweifelt hatte.

Der alte ist auch der neue Bürgermeister, mit 47,74 Prozent hat Gatzweiler am Ende deutlich die Nase vorn vor Paul Kirch (CDU), der 38,19 Prozent der Stimmen erreichte. Das genaue Endergebnis war allerdings erst gegen 23 Uhr bekannt geworden, weil in Wahlkreis 18, Büsbach, am längsten ausgezählt wurde.

Keine wirkliche Freude, aber zumindest ein wenig Genugtuung kam bei den Vertretern aller demokratischen Parteien auf, als klar wurde, dass die extreme Rechte in Zunkunft nur noch mit einem Sitz im Rat sitzen wird. Während die NPD mit Verlusten gestraft wurde, aber denn 2,27 der Stimmen erzielte, landeten die Republikaner bei gerade einmal 0,1 Prozent der Stimmen.

Als Sieger fühlte sich die SPD: Bürgermeisteramt verteidigt, die Position als stärkste Fraktion erobert: Die Sozialdemokraten können aus einer gestärkten Position heraus in Koalitionsgespräche gehen. Jubel brandete deshalb nicht nur für Gatzweiler auf, sondern auch, als immer wieder einzelne Wahlbezirksergebnisse aufgerufen wurden.

Zwölf von 22 Direktmandaten eroberte die SPD in den neu zugeschnittenen Bezirke, zehn bliben es für die Christdemokraten, die mit ihrem Ergebnis nicht zufrieden sein konnten. Nach dem Absturz von 2004, als die Union einen Verlust von 10,2 Prozent der Stimmen verbuchen mussten, verloren sie in diesem Jahr noch einmal 2 und landeten bei nur noch 36,7 Prozent.

Eine noch kompliziertere Regierungsbildung hatte manch einer vor der Wahl vorhergesagt, tatsächlich könnte es nun einfacher werden. Da mit der ABS von Bert Kloubert, die auf 0,96 Prozent der Stimmen kam, sowie der nicht mehr angetretenen DVU zwei Gruppierungen weniger im Rat vertreten sein werden als zuvor, würde es für SPD, FDP und Grüne zu einer Fortführung der Gestaltungsmehrheit (allerdings ohne ABS) reichen. Ebenso käme eine große Koalition aus SPD und CDU in Frage, die bisherigen Fraktionsvorsitzenden dürften sich zumindest zu Gesprächen bereits verabredet haben.
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