Falschparker: Vor allem am Markt wird abgeschleppt

Von: Valerie Barsig
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Falsch geparkt: Wer nicht aufpasst, der muss sein Auto beim Abschleppdienst abholen. In Stolberg wurden 2014 schon 36 Autos abgeschleppt, im vergangenen Jahr waren es 100. Foto: stock/Pemax

Stolberg. Es gibt diese Situationen, in denen man sich selbst verflucht: Zum Beispiel, wenn das Auto nicht mehr da steht, wo man es – ordnungswidrig – abgestellt hat. Wer abgeschleppt wird, ärgert sich wohl zunächst am meisten über sich selbst.

Danach folgt aber gleich der nächste Ärger, nämlich über die Höhe der Gebühren, die man bezahlen muss, wenn man sein Auto beim Abschleppdienst abholen muss. 200 Euro kommen da schnell zusammen. Abschleppdienste, die für private Firmen unerlaubt geparkte Wagen entfernen, dürfen laut einem aktuellen Urteil des Bundesgerichtshofes in Karlsruhe aber keine unangemessenen Kosten geltend machen. Ein Mann aus Bayern hatte geklagt, weil er 250 Euro für die Freigabe seines Wagens nicht angemessen fand.

In Stolberg wurden 2014 bereits 36 Wagen abgeschleppt, 2013 waren es 100, im Jahr davor 135. Jörg Düsterwald vom Ordnungsamt der Stadt weiß, dass die Preise sich danach richten, zur welcher Zeit ein Auto abgeschleppt wird, oder welches Gerät man dafür braucht. Häufig abgeschleppt werde in Stolberg vor allem am Oberstolberger Markt, dem Willy-Brandt-Platz. „Immer wenn Wochenmarkt ist, müssen wir dort Autos abschleppen lassen“, erklärt Düsterwald.

Von montags bis samstags müssten Autofahrer dafür 98 Euro plus etwa 55 Euro Gebühren bezahlen. Samstags nach 14 Uhr und in der Woche nach 18 Uhr sind es etwa 125 Euro. „Stolberg liegt da an der unteren Grenze der Städte“, sagt Düsterwald. Das bestätigt auch Reiner Bonnie, dem der gleichnamige Abschleppdienst gehört. Er arbeitet für die Stadt Stolberg. „Der Preis ist für uns eigentlich nicht wirtschaftlich“, sagt er. Er kenne Privatabschleppdienste, die weit über 300 Euro verlangten. „Das BGH-Urteil setzt einem solchen Raubrittertum ein Ende.“ Dass es solche Ausreißer gerade in Großstädten gebe, wundere ihn allerdings nicht. „Da fangen die an, morgens um acht Uhr die Parkplätze leer zu räumen“, sagt Bonnie. Für Abschleppdienste, die so hohe Preise verlangen könnten, sei das Abschleppen damit ein lukratives Geschäft. „Dass nun dagegen vorgegangen wird, finde ich gut.“

Ralf Arnolds schleppt vor allem für die Polizei ab. Er entfernt nur ungern Autos von Parkplätzen, wenn er von einem privaten Auftraggeber Anweisung bekommt. „Das gibt eigentlich immer Ärger“, erklärt er. Denn: Private Auftraggeber müssten in Vorleistung gehen und bekämen ihr Geld erst zurück, wenn das Auto abgeholt werde.

„Man muss ja auch bedenken, dass wir sehr vorsichtig sein müssen, wenn wir einen Wagen abschleppen“, erklärt er. Schließlich müssten die Besitzer ihren Pkw ohne Makel wieder vorfinden. Manchmal würden Fahrzeuge allerdings auch gar nicht mehr wieder in Empfang genommen. „Da kann die Behörde dann entscheiden, dass das Auto zwangsversteigert wird.“

Wer bei ihm einen Pkw abholt, der von der Polizei abgeschleppt wurde, bezahlt zwischen 100 und 200 Euro, dazu noch Verwaltungskosten und Verwarngeld, die er an die Polizei weitergibt. Das sind zusätzlich 50 bis 60 Euro für die Bearbeitung und 30 bis 35 Euro Bußgeld. Dass sich Autofahrer ärgern, kann er gut verstehen. „Klar, das ist ja auch viel Geld“, sagt er.

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