Radarfallen Blitzen Freisteller

Extremsportler: Ganser hängt den Paris-Roubaix-Sieger ab

Letzte Aktualisierung:

Stolberg/Lanzarote. Der Stolberger Markus Ganser ist am Wochenende bei einer der schwersten Ironman-Wettbewerbe der Welt auf Lanzarote an den Start gegangen. Dabei ging es um 3,86 Kilometer Schwimmen gegen Salzwasser und Strömung, 180,2 Kilometer Radfahren durch bergiges Gelände und 42,2 Kilometer Laufen um die ganze Insel.

Ganser, der zuvor selbst sehr skeptisch war, ob er einen „Hawaii­Slot ergattern würde, fasst für uns seine frischen Eindrücke vom Ironman auf Lanzarote zusammen: „Die reinen Zahlen: Gesamt 9 Stunden 49 und damit 37. von 2250 Startern – 5. Platz in der Altersklasse 40 bis 44.

Um 3 Uhr 45 klingelte der Wecker, und nach einer Dusche gab‘s Weißbrot mit Marmelade und Vanillemilch. 5 Uhr 45 bin ich dann in der Wechselzone aufgeschlagen, und da war schon die Hölle los. 2250 sind für diesen Ironman einfach zu viel, was sich insbesondere in der Wechselzone, beim Schwimmen und in den Anfängen des Radfahrens bemerkbar machte. Man überlege mal: 450 mehr als im Vorjahr und fast doppelt so viele wie 2007!

Der Start vom Schwimmen war nicht nur chaotisch, sondern im Endeffekt schon gefährlich. Da laufen 2250 Leute hintereinander auf acht Metern Breite ins Meer. Wenn mal was passiert, will‘s sicher keiner gewesen sein. Ich stand relativ weit vorne, bin aber dann direkt ganz weit vom Kurs weg und hatte nur am Anfang Kontakt, bin aber sicher sehr viel weiter geschwommen als 3,8 Kilometer, was mir aber echt egal war. Von daher bin ich mit einer Stunde und vier Minuten zufrieden.

Der erste Wechsel war einfach zu langsam. Klar habe ich mir die Füße mit Wasser vom Sand abgespielt, und es sind auch weite Wege, aber der war trotzdem zu langsam. Die ersten paar Kilometer auf der Radstrecke waren Chaos, auf den ersten zwei Kilometern gab es schon drei große Stürze. Es war bewölkt mit viel Wind, und erst auf der Laufstrecke wurde es richtig heiß. Ich bin dann einfach meinen Rhythmus gefahren und hatte eigentlich kein gutes Gefühl. Im Gegensatz dazu waren die Werte auf dem Computer aber bestens.

So habe ich mich also nach vorne gekämpft und nach 90 Kilometern auch dann den Paris-Roubaix-Sieger Magnus Backstedt eingeholt. Kenne den Kollegen zwar nicht, aber das der schneller als ich schwimmt, hätte ich dem gar nicht zugetraut. Weil er halt ein Radfahrer ist. Backstedt wollte hier den Radrekorde brechen, und als alter Radfahrer freut es mich natürlich besonders, dass ich ihm in der Radzeit sogar eine Minute abgenommen habe.

Etwa bei Kilometer 140 hatte ich mal in meinem meistgehassten Berg auf Lanzarote, nach Nazareth hoch, Probleme, die sich aber nachher wieder gegeben haben. Als ich mit der drittbesten Radzeit von 4 Stunden 58 Minuten ins Ziel kam, war ich echt überrascht. Was mich aber so richtig umgehauen hat, ist der Wattwert: Ich bin 294 Watt im Schnitt gefahren. Hört sich sicher blöd an, aber das ist schon Champions League – und da ganz weit oben. Um das Ganze mal zu relativieren: Das Rad war Champions League, aber im Vergleich dazu war das Schwimmen und Laufen auch nur Landesliga. Das die Einzelleistung im Triathlon sowieso nebensächlich ist, weiß ich dies auch richtig einzuschätzen, aber freuen darf ich mich als alter Mann doch trotzdem?

Der zweite Wechsel war natürlich auch zu langsam. Da peilte ich 3 Stunden 30 Minuten an. Ich bin komplett ohne Probleme gelaufen. Klar wird der eine oder andere über die 3 Stunden 36 lachen, aber ich bin aufgrund der Umstände super glücklich damit. Ein nahezu perfekter Tag, mit dem ich mehr als zufrieden bin.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert