Stolberg - Europaweite Ausschreibung wegen Schulbüchern

Europaweite Ausschreibung wegen Schulbüchern

Von: Kolja Linden
Letzte Aktualisierung:

Stolberg. Wie in den Vorjahren auch schreibt die Stadt Stolberg für das kommende Schuljahr die Belieferung ihrer Schulen mit Schulbüchern aus.

Und wie in den Vorjahren will sie auch diesmal den Bedarf aller 17 städtischen Schulen zu einem Paket zusammenfassen. Das Auftragsvolumen würde damit nach Informationen dieser Zeitung rund 217.000 Euro umfassen - ein Wert, der eine europaweite Ausschreibung zwingend erforderlich macht.

Nötig wäre das allerdings nicht, meint zumindest der örtliche Buchhandel, der sich durch die europaweite Ausschreibung benachteiligt sieht. „In der Praxis ist das völlig unbefriedigend”, sagt zum Beispiel Wofgang Krüpe, Buchhändler an der Rathausstraße. Rund 60 Firmen beteiligten sich jedesmal an solchen Ausschreibungen, und aufgrund der Buchpreisbindung in Deutschland könnten die Angebote gar nicht extrem voneinander abweichen. Mehr als 15 Prozent Rabatt darauf seien gar nicht möglich. Weil die Verlage aber ihrerseits den Buchhändlern nicht mehr als 20 bis 25 Prozent Rabatt einräumten, sei die Gewinnspanne für die Händler minimal, wenn man Arbeitsaufwand und Lieferkosten abzieht. „Das lohnt sich nur für Firmen, die sich auf das Schulbuchgeschäft spezialisiert haben”, sagt Krüpe, weil diese ihre Umsätze durch die Größe der Mengen erzielen. In größeren Städten seien viele Buchhändler deshalb schon pleite gegangen, weil sie keine Aufträge mehr bekämen.

Man könnte die Vergabe aber auch anders regeln, nämlich durch Budgetierung, meint Krüpe. Andere Städten machten dies bereits seit Jahren vor: „Sie geben den jeweiligen Schulen ihr eigenes Budget für Lernmittel und die Schulen können sich ihren Händler dann selbst suchen”, sagt Krüpe. In der Regel suchten diese Schulen dann den Händler vor Ort auf, dessen Service sie bereits kennen. Davon profitiere die Stadt, weil Gewerbesteuereinnahmen vor Ort blieben und auf das komplizierte Ausschreibungsverfahren, das Arbeitszeit und Kosten bindet, verzichtet werden könne.

„Die Kosten für die europaweite Ausschreibung sind in der Tat nicht ohne”, sagte Stadtsprecherin Petra Jansen auf Anfrage. Eine Stückelung des Auftragspakets, um diese Pflicht zu umgehen, sei allerdings rechtlich nicht möglich. Gut möglich, dass die Stadt nun die andere Alternative prüft. „Das ist nicht uninteressant”, sagt Krüpe, der überzeugt ist, dass man dieses Vorgehen „rechtlich absolut wasserdicht auf Stolberg ummünzen kann”.
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