Stolberg-Breinig - Erzählen von Anekdoten liegt ihm nicht

Erzählen von Anekdoten liegt ihm nicht

Von: dö
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Geschichte die Betroffen macht
Geschichte, die Betroffen macht: André Holz (v. l.), Ewald Haller und Astrid Brammertz präsentieren selbstbewusst und überzeugt das neue Buch „Spurensuche”. Foto: T. Dörflinger

Stolberg-Breinig. Das Erzählen von Anekdoten liegt Ewald Haller nicht. Lieber beschäftigt sich der 70-Jährige, der viele Jahre lang als Lehrer am Berufskolleg tätig war, mit dem Schildern der ungeschminkten Wahrheit - besonders wenn es um den örtlichen Nationalsozialismus geht.

Schließlich hat Haller ein Buch verfasst, in dessen Mittelpunkt das Leben der Menschen in Dorff und Kornelimünster während der NS-Zeit steht. Eine große Rolle spielt dabei der Werdegang der jüdischen Gemeinde von Kornelimünster, deren 260-jährige Geschichte Anfang der 1940er brutal endete. Neben diesen Ereignissen - Hallers Darstellungen in dem jetzt neu erschienenen Buch „Spurensuche” sind von einer großen persönlichen Empathie und Betroffenheit gekennzeichnet - macht der Autor des 470-seitigen Werkes die Leser mit der Geschichte von Breinig, Dorff und Kornelimünster vertraut.

Dementsprechend hat Haller beispielsweise die Historie des Breiniger Erzbergbaues, des Dorffer Brauhauses, des Klauser Wäldchens und der früheren Reichsabtei Kornelimünster viel Raum gelassen. Somit ist das Werk nicht nur eine Stolberger, sondern auch eine Aachener Ortsgeschichte, die kulturelle und soziale Ereignisse der Regionalgeschichte beleuchtet und wiedergibt.

Haller hat das neue Buch als Rundgang gestaltet, der in Breinig beginnt und in Kornelimünster endet. Auf diesem Weg legt der Autor immer wieder einen gedanklichen Zwischenstopp ein, und macht dem Leser mit den Besonderheiten der dargestellten drei Orte vertraut. Die Schilderungen aus der Zeit des Nationalsozialismus, die laut Haller auf Aussagen von Zeitzeugen basieren, werden in dem neuen Band ebenso wie die Darstellungen aus Breinig, Dorff und Kornelimünster, durch eine Vielzahl von Fotos und Dokumenten unterstützt.

Sie tragen mit dazu bei, dass das Werk zu einer interessanten, aber auch bedrückenden Lektüre wird. Vorgestellt wurde das neue Werk jetzt in der VR-Bank an der Raiffeisenstraße. Den Ort hatte man gewählt, weil das Bankinstitut zu den 21 Sponsoren zählt, die gemeinsam mit dem Eifel- und Heimatverein Breinig die Herausgabe des reich illustrierten Bandes erst möglich gemacht haben.

Gestaltung erhielt die Buchvorstellung dadurch, dass Ewald Haller Dias vorführte, die die im Buch geschilderten Ereignisse der zwölfjährigen Naziherrschaft eindrucksvoll wiedergaben. Dabei verschwieg der 70-Jährige nicht die von den Nazis begangenen Verbrechen, für die er klare und verurteilende Worte fand. Das Schlusswort seines Vortrags lautete: „Das Erinnern ist unsere Verantwortung und Auftrag. Sie tragen mit dazu bei, dass sich dieser Zivilisationsbruch in unserem Land nicht mehr wiederholt.”

Das Buch „Spurensuche” von Ewald Haller kostet 27 Euro, und ist bei folgenden Verkaufsstellen erhältlich: Bücherstube am Rathaus; Buchhandlung Leufgens; Barbara-Apotheke, Stefanstraße; Apotheke auf der Heide, Auf der Heide; Fotohaus Wüller, Neustraße; VR-Bank, Raiffeisenstraße; Sparkasse, Wilhelm-Pitz-Straße sowie beim Breiniger Eifelverein.
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