Erwin Ziesche stellt im Bethlehem-Krankenhaus aus

Von: Lukas Franzen
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Der Stolberger Künstler Erwin Ziesche versucht stets, Natur und Phantasie zu vereinen. Originalmotive werden deshalb häufig in eine imaginäre Ungebung gesetzt. Foto: L. Franzen

Stolberg. Mal blickt der Betrachter aus seinem Fenster auf die Bucht von Saint-Tropez, mal findet er sich auf einer Motorradtour Richtung Golden Gate Bridge in San Francisco wieder.

Auf einer dritten Installation - sie trägt den Namen „hinter Gittern” - erblickt er sein Spiegelbild hinter schwedischen Gardinen. Diese Kunst hat einen Namen: „Naturalistische Phantasien”, geformt vom Stolberger Künstler Erwin Ziesche, der bei „Kunst im Bethlehem” bereits seine zehnte Ausstellung präsentiert.

Für den 46-jährigen Künstler und Autodidakten ist die am Sonntag eröffnete Exposition noch aus einem anderen Grund ein „Heimspiel”, denn hauptberuflich arbeitet der gebürtige Stolberger bereits seit 25 Jahren im Bethlehem-Krankenhaus als Maler und Lackierer. Begleitet von Saxophonklängen zweier Schüler der Musikschule Merz - David Bartusel und Daniel Imiela sorgten für einen angenehmen und anspruchsvollen Rahmen - nahm Erwin Ziesche seine Besucher mit auf eine Reise durch die Welt seiner phantasievollen Malereien und Installationen.

„Kunst ein wichtiger Ausgleich”

„Die Kunst hat einen sehr großen Stellenwert in meinem Leben”, erzählt Ziesche. „Sie ist ein wichtiger Ausgleich für mich”. So wichtig und intensiv, dass er beim Malen die Zeit vergesse und am Ende nie sagen könne, wie lange er nun an einem Bild gemalt habe. Alle Bilder des Künstlers - viele davon sind mit Plastiken aus Holz oder Gips versehen - sind mit Acrylfarbe geschaffen. Dabei versucht Ziesche stets Natur und Phantasie zu vereinen. Motive wie der Eiffelturm, eine Landschaft auf den Malidiven oder eine Burgruine sind immer dem Original nachempfunden, gleichzeitig ist die Umgebung oftmals ein reines Phantasieprodukt.

„Das einzige Motiv, das ich bisher komplett originalgetreu gemalt habe, war ein Panoramablick auf die Stolberger Burg”, berichtet der Maler, der seine künstlerische Ader während seiner Lehre entdeckte und dabei von seinem Lehrer, dem mittlerweile verstorbenen Künstler Hubert Havenith, gefördert wurde.

Ein Atelier besitzt der Stolberger Künstler trotz zehnjähriger Berufserfahrung und der vielen erfolgreichen Ausstellungen aber nicht. „Mein Atelier ist zweieinhalb Quadratmeter groß”, lacht Erwin Ziesche, dessen Motiv „Winter in den Bergen” im letzten Jahr auf der Weihnachtskarte des Krankenhauses vervielfältigt wurde und sich sogar im weit entfernten China großer Beliebtheit erfreute. Alle Kunstwerke entstehen in seiner Wohnung, seine Inspiration erhält er jedoch auf Reisen. Die meisten seiner Landschafts- und Architekturmotive hat Ziesche vorher bereits selber gesehen.

Doch unter den insgesamt 26 Exponaten bei „Kunst im Bethlehem” sind nicht nur phantasievolle Landschaften und Bauwerke zu bestaunen. Erwin Ziesche hat mit seinen naturalistischen Phantasien auch bekannte Sprichwörter wie „Hab Sonne im Herzen, ob´s stürmt oder schneit” oder den Armstrong-Liedtext „Wonderful World” visualisiert.
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