Stolberg - Erster Sonnenschein über dem alten Zincoli-Gelände

Erster Sonnenschein über dem alten Zincoli-Gelände

Von: -jül-
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Stolberg. Ein Sonnenstreif am Horizont nach seiner Geburt vor vier Jahren zeichnet sich für die Realisierung des Bau- und Gartenmarktes in Münsterbusch ab.

Das Projekt ging als „Züblin-Projekt” aus einer Investorenausschreibung als eindeutiger Sieger hervor und wird mittlerweile von der heutigen Strabag Real Estate weiter entwickelt.

Auf seiner Sitzung am 19. Januar soll der Stadtrat einen bis zum 30. Juni 2013 gültigen Optionsvertrag zum Verkauf des 43 Hektar großen Areals an Mauer- und Cockerillstraße ebenso zustimmen wie einem Sanierungsvertrag mit Strabag und der Städteregion zur Sicherung der Altlast.

Neue Gesetzeslage

Mit der erwarteten Zustimmung ist das Projekt allerdings noch nicht ganz vom Eis, denn noch nicht alle Unwägbarkeiten sind zweifelsfrei beseitigt. Dies gilt auch für die gesetzlichen Rahmenbedigungen durch die EU, die das knapp 20 Millionen Euro schwere Investitionsvorhaben monatelang nahezu eingefroren hatten.

Allerdings hatten Stadt ebenso wie Strabag hinter der rutschigen Fassade europäischer Rechtsauffassung inhaltlich das Projekt vorsichtig vorangetrieben. Auch wenn die EU-Kommission ein Prüfverfahren zum Wettbewerbsrecht noch nicht abgeschlossen hat, so hat die mittlerweile national erfolgte Novelierung des Vergaberechts klarere Definitionen zu Bauaufträgen und -konzessionen geschaffen, so dass die Verwaltung zu dem Schluss kommt, nicht von Einschränkungen der EU betroffen zu sein, erläutert Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt.

Gleichwohl soll das Gelände sicherheitshalber ohne Konditionen einer Nutzung oder Planung veräußert werden. Der Verkauf soll dann im EU-Gesetzesblatt angezeigt werden.

„Wir halten jedenfalls an unserem Konzept eines Bau- und Gartenmarktes fest”, versichert Rainer Maria Schäfer. Kleinere Abweichungen könne es allenfalls aufgrund von Detailwünschen der potentiellen Mieter geben, mit denen Verträge erst nach der Grundstücksübernahme geschlossen werden können, erklärt der Gebietsleiter der Strabag Real Estate.

Und von einer weiteren großen Unwägbarkeit, die unter dem Boden schlummert: Die unbekannten Relikte früheren Bergbaus, vom denen lediglich das Vorhandensein eines Schachtes und dreier Flöze bekannt ist. Wie und mit welchem Umfang deren Auswirkungen auf eine Bebauung begegnet werden kann, soll ein Gutachten klären, das die Stadt auf Kosten der Strabag in Auftrag gibt. Dazu sind weitere Bohrungen auf dem Areal erforderlich.

Erste Gründungen hatten über den Umfang an Altlasten aus einstiger industrieller Nutzung aufgeklärt, die eine größere Dimension hat, als ursprünglich gedacht und somit ebenfalls finanziell den Investor belastet. Allerdings bestehe grundsätzlich Einigkeit zwischen der Strabag, der Stadt und der Städteregion als Unterer Bodenschutzbehörde über ein Sanierungsvertrag, bestätigte Schäfer. Ausgleich geschaffen werden muss auch für die wertvolle Galmeiflora auf dem Gelände, und aufwändig wird auch die Verkehrserschließung - angedacht ist ein großer Kreisverkehr - und die Architektur des Ensambles sein müssen.

Angesichts dieser unerwarteten Zusatzbelastungen und der Entwicklung auf dem Immoblienmarkt liegt das Kaufpreisangebot heute rund 40 Prozent unter dem urspründlichen und damit im Rahmen problemlos erschließbarer Gewerbegrundstücke. „Aufgrund der schwieriegen Umstände angemessen”, erklärt Pickhardt. Allerdings ist auch weitere Reduzierung bei ungeahnten Problemen möglich, sowie eine Ausstiegsklausel für die Stadt.
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