Stolberg - Erfolgserlebnisse ebnen einen neuen Weg

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Erfolgserlebnisse ebnen einen neuen Weg

Von: alba
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Spaß bei der Arbeit – auch wenn es (noch) nicht der Traumjob ist: Alexander fertigt in der Textilwerkstatt der Jugendberufshilfe einen eigenen Anzug. Nathalie Kober betreut die Arbeit der Jugendlichen mit Stoff und Nähmaschine.

Stolberg. Der junge Mann an der elektrischen Nähmaschine hat einiges vor. Nichts weniger als ein Maßanzug soll es jetzt sein. „Läuft gut“, sagt Alexander knapp und widmet sich wieder der Arbeit. Er ist einer von acht Jugendlichen, die aktuell in der Textilgruppe der Jugendberufshilfe Stolberg aktiv sind.

Wie viele der jungen Leute, die regelmäßig in den Werkstätten an der Bergstraße auftauchen, wünscht er sich einen Ausbildungsplatz – wenn auch in einem anderen Umfeld als dem aktuellen. „Installateur, das wäre was für mich“, sagt Alexander.

Insgesamt stehen 24 Plätze in drei Arbeitsfeldern für junge Menschen zur Verfügung, die nach einer kurvenreichen Schulkarriere bislang kaum Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt haben. 1985 gegründet, sind die Werkstätten seit 2004 an der Bergstraße zu Hause. Gertrud Smeets, Leiterin der Einrichtung, betont die Tradition, die das Hilfsangebot in fast 30 Jahren aufgebaut hat.

Das Konzept der Werkstätten formuliert sie so: „Wir bieten Perspektiven, weil wir helfen, etwas Sinnvolles und Dauerhaftes zu schaffen.“ Die jugendlichen sollen Erfolge erleben, mit etwas, dass sie selbst geschaffen haben. „Daran fehlt es vielen, wenn sie zu uns kommen.“

Die Kooperationen mit Schulen, Bildungsträgern und nicht zuletzt den Förderern sichern Angebot und Finanzierung. Land, Stadt und verschiedene Sozialfonds steuern finanzielle Mittel bei. Auch wenn die Besucher allesamt als „schulmüde“ gelten, sei der Drang nach Bildung und Wissen trotzdem vorhanden. „Einmal in der Woche gehen alle in den Unterricht. Und das wollen die Jugendlichen auch.“ Feste Regeln und Absprachen gehören dazu, wenn man das Angebot der Jugendberufshilfe dauerhaft nutzen will. „Regelmäßiges Erscheinen, Pünktlichkeit, Respekt“, zählt Gertrud Smeets Voraussetzungen auf.

In Wahlkampfzeiten sind soziale Einrichtungen beliebte Anlaufstellen für Kandidaten. Am Dienstag schaute Tim Grüttemeier, Bürgermeisterkandidat der CDU, in den Werkstätten vorbei. Gertrud Smeets mag darin lieber die Geste selbst sehen. „Wir freuen uns, wenn Leute uns besuchen und unsere Arbeit wertschätzen“. Aktuell sieht die Leiterin die Werkstätten gut aufgestellt, „wir können uns nicht beklagen. Ich denke, die Arbeit zum Wohl der jungen Leute gibt uns Recht.“

Das Konzept der Erfolgserlebnisse hilft – findet auch die Koordinatorin der Textilwerkstatt. „Auch wenn hier nicht der Job fürs Leben wartet – das Geschaffte kann ihnen keiner nehmen.“ Das gilt auch für Alexander und seinen Maßanzug.

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