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Erfolge bei den Wahlen, aber Sorgen bei Prym

Von: -jül-
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Auf ein erfolgreiches Wahljahr für die IG Metall verwies Helmut Wirtz bei der Delegierten-Versammlung. Nun macht Prym Sorgen. Foto: D. Müller

Stolberg/Eschweiler. Erfolgreiche Betriebsratswahlen auf der einen Seite sowie neue Sorgen mit der Prym-Gruppe auf der anderen Seite prägen in diesen Tagen die Arbeit der IG Metall Stolberg/Eschweiler.

Nachdem der seit gut einem Jahr amtierende neue Geschäftsführer Jens Waldau bei Prym wie angekündigt die Führungsstrukturen des Konzerns neu strukturiert hat, befürchtet die Gewerkschaft nun Einschnitte für die normale Belegschaft: „Die Reduzierung von Arbeitsplätzen am Standort Stolberg steht im Programm des Arbeitgebers“, sagte Helmut Wirtz in seinem Quartalsbericht vor den Delegierten des Ortskartells im Jugendheim Münsterbusch.

Bei Prym gehe es seit Anfang des Jahres nicht nur um eine Tarifvereinbarung für Fashion, so der 1. Bevollmächtigte der IG Metall, sondern „die Gruppe stellt sich insgesamt anders auf.“ Das gesamte Tarifwerk von Prym solle an einigen Stellen verändert werden.

Dies betreffe auch einzelbetriebs-übergreifende Regelungen, da aus Sicht des Arbeitgebers Synergieeffekte zu erzielen seien – „auch im Bereich von Arbeitsplätzen“, warnte Wirtz. Die Betriebsräte der gesamten Gruppe wie auch die IG Metall seien enorm gefordert, die Interessen der Mitglieder zu wahren.

Auf der positiven Seite verbuchte Wirtz die bei Aurubis, Bryholm und Hoven ausgehandelten Tarifverträge. „Herauszuheben ist, dass es bei Aurubis und Hoven gelungen ist, einen Bonus ausschließlich für IGM-Mitglieder zu vereinbaren“, betonte Wirtz.

Zu einem Erfolg für die IG Metall wurden die Betriebsratswahlen. Gewählt wurden in 26 Betrieben insgesamt 192 Mitglieder. Lediglich drei Gewählte sind nicht Mitglied der IGM. „Dies bestätigt den hohen Stellenwert unserer Organisation“, unterstrich Wirtz. Der Frauenanteil in den Betriebsräten beträgt 20,3 Prozent. In sieben Betrieben sind Frauen zu Vorsitzende oder Stellvertreterinnen gewählt worden.

In einer Reihe von Betriebsräten hat es Veränderungen auch durch viele Newcomer gegeben. „Daraus ergibt sich selbstverständlich die Konsequenz, die erstmals gewählten Kolleginnen und Kollegen zu qualifizieren“, kündigte Wirtz ein breit aufgestelltes Bildungsangebot an. Allein bis Ende Juli werden 80 Metaller in vier grundlegenden Betriebsrats-Seminaren geschult.

Wie es mit der eigenen Zukunft der Stolberger Verwaltungsstelle weitergehen soll, wird ein großes Thema für den Ortsvorstand, kündigte der Bevollmächtigte Klausurtagungen an, bei denen ein Fahrplan für die nächsten zwölf Monate erstellt werden soll. Ein Schwerpunkt dabei werden auch die Forderungen für die Tarifrunde im kommenden Jahr sein.

Zum dritten Mal verzeichneten die Stolberger ein echtes Plus an Mitgliedern und in der Kasse – obwohl der Anteil arbeitsloser Gewerkschafter gewachsen sei. Gut 5300 Mitglieder zählt die IGM in Stolberg und Eschweiler. Mit dem Beginn der neuen Ausbildungssaison im Herbst wird die Zahl weiter steigen, ist sich Wirtz sicher. Bundesweit nimmt die Stolberger Verwaltungsstelle damit in Relation zu den Arbeitsplätzen eine Spitzenstellung ein.

Ein Vorreiter bei der IG Metall ist auch der rege und aktive Stolberger Arbeitskreis für Senioren. Er feiert am 4. Juli sein 25-jähriges Bestehen im Kupferhof Rosental. Seinen Bericht schloss Helmut Wirtz mit einem Appell ab, am Sonntag von seinem Wahlrecht Gebrauch zu machen – ohne eine konkrete Empfehlung für eine Partei zu geben. „Wir brauchen Impulse für Wirtschaftswachstum, zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit, sichere und faire Arbeitsplätze in nachhaltigen Industrien sowie mehr Mitbestimmung und Demokratie“, sagt der 1. Bevollmächtigte. „Wählt diejenigen, bei denen ihr diese Themen am besten aufgehoben seht.“

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