Stolberg-Gressenich - Entspannte Atmosphäre begleitet 17. Auflage von „Woodstöckchen”

Entspannte Atmosphäre begleitet 17. Auflage von „Woodstöckchen”

Von: Heike Eisenmenger
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Vergnügen sich beim 17. Woodstöckchen-Festival auf der Wolff-Farm: Laura May (rechts) aus Aachen und ihre Freundin Lina Tillmann aus Hauset. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg-Gressenich. Freie Liebe, nackte Blumenkinder - so freizügig wie beim legendären Woodstock geht es beim „Woodstöckchen” nicht zu. Doch auch wenn die Musikfans ihre Klamotten anbehielten, ging es locker-lässig beim Festival auf der Wolff-Farm zu.

Musikgenuss unter freiem Himmel mit Freunden, sommerliche 28 Grad Celsius, eiskaltes Bier, dazu Butterbrot mit hartgekochten Eiern samt eingelegter Gürkchen - was will das Herz mehr? Was vor allem erfrischend an Woodstöckchen ist, dass diese Veranstaltung zu den wenigen gehört, bei denen der kommerzielle Gedanke Nebensache ist.

Bands geben Gas auf der Bühne

„Darf man hier sein selbst mitgebrachtes Essen ganz öffentlich verdrücken?”, fragt eine junge Frau leise und zaubert aus den Untiefen ihrer Tasche außer einer Packung Frikadellen, einer Flasche O-Saft und zwei Gläsern auch noch eine Schüssel mit Eiersalat hervor.

Man darf, und zwar ganz offiziell. Dass Besucher ihre Decken ausbreiten und picknicken, gehört zu Woodstöckchen dazu wie die Livemusik auf der Bühne.

Und dort gibt die Band „Kids In The Riot” Gas. Die Aachener Formation ist eine von fünf Bands, die beim Open-Air-Festival im Gressenicher Wald auftreten. „Echt gut, was die da machen”, findet Zuhörer Knut Deuster, der mit seiner Ehefrau und den beiden Kindern das Festival besucht. „Komisch, irgendwie hört sich das nicht anders an als damals, als wir um die Zwanzig waren”, sagt Knut, der Anfang 40 ist, und lacht.

Das Festival ist eine Art Kontaktbörse: „Man trifft bei Woodstöckchen Leute aus der Vergangenheit, die man sonst ewig nicht sieht, wohl aber hier”, stellt Deuster fest und wie zur Bestätigung kommt just in dem Moment ein gemeinsamer Bekannter vorbei. „Wusstet Ihr schon, dass Woodstock exakt an diesem Tag vor 40 Jahren stattfand?”, fragt der Bekannte in der Runde.

In Erinnerung an das weltweit größte Musikereignis der Hippiebewegung wird eine Dokumentation über Woodstock per Beamer auf eine große Leinwand projiziert.

Als es noch hell ist - das Festival beginnt am späten Nachmittag und dauert bis in die Nacht hinein - kann man auf der weißen Leinwand recht wenig erkennen, aber mit zunehmender Dunkelheit gewinnt das Bild an Klarheit und Farbintensivität.

Lina Tillmann (19 Jahre) aus Hauset und Laura May (21 Jahre) aus Aachen scheinen wie aus dem Woodstock-Film entsprungen. Selbstvergessen tanzen sie barfuß zu den Klängen der Musik, tragen große Sonnenbrillen und kurze Kleidchen. „Die Location ist einfach super”, sagt Laura.

Nur wenige Meter entfernt hat Udo Kappes aus Eschweiler seine Decke ausgebreitet. „Ich war schon mehrfach hier. Die Musik ist immer ganz gut, obwohl das ja letzten Endes Geschmackssache ist. Die eine Band gefällt dem einen besser, dem anderen schlechter. Darum ist es auch gut, dass die Bands unterschiedlich sind”, findet der 40-Jährige. Kirsten van der Wers aus Breinig besucht gemeinsam mit Freunden und Familie das Konzert. Auf den zusammengelegten Decken krabbelt ein Kleinkind. „Woodstöckchen ist eben etwas ganz Besonderes, wegen seiner Atmosphäre. Das ist ein âFamilien-Sit-inÔ”, beschreibt sie die Faszination des Open-Air-Festivals in der 17. Auflage.

Wojtek Nowicki hat seinen Hund Balu mitgebracht. Der Hund ist völlig entspannt, obwohl in seinen sensiblen Ohren die Musik wahrscheinlich der reinste Krach ist. Wenn dem so ist, dann lässt sich Balu nichts anmerken. Er döst vor sich hin und genießt die Streicheleinheiten der Menschen um ihn herum.

In diesem Jahr ist nicht so viel los wie sonst. Ob die Wirtschaftskrise daran schuld hat? Diese Frage können auch die Organisatoren nicht beantworten.

Aber eines steht jetzt schon fest: Auch im Jahr 2010 wird Woodstöckchen die Wolff-Farm in Gressenich zum Treffpunkt für Musikfans allen Alters machen.
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