Radarfallen Blitzen Freisteller

Entscheidung über die Pfarren im Norden steht bevor

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:
pfarren-bild
Zentral gelegen, gut erreichbar und mit vielen Parkplätzen ausgestattet: Die Befürworter von St. Mariä Himmelfahrt als potenzielle Hauptkirche der zukünftigen Großpfarre können gute Referenzen vorweisen. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Der März dürfte der Monat der Entscheidungen werden. Nachdem Bischof Heinrich Mussinghoff in der vergangenen Woche noch einmal den Druck erhöht und unmissverständlich darauf hingewiesen hat, dass die Fusionen der katholischen Pfarrgemeinden im Bistum Aachen bis zum Jahresende abgeschlossen sein müssen, richtet sich der gespannte Blick der Stolberger Katholiken auf die sieben Nord-Pfarreien.

Die sind bis dato noch weit entfernt von dem ultimativ geforderten Zusammenschluss. Und dennoch deutet einiges darauf hin, dass in den kommenden drei Wochen Fakten geschaffen werden.

„Sehr emotionale Angelegenheit”

„Es handelt sich um eine sehr emotionale Angelegenheit”, räumt Paul M. Kirch ein, dass die Pfarren sich immer noch sehr schwer mit dem neuen Konstrukt und dessen konkreter Ausgestaltung tun. Und so ist auch der Pfarrgemeinderatsvorsitzende von St. Lucia gespannt darauf, wie das Votum des Diözesanpriesterrates in seiner Sitzung am Donnerstag ausfallen wird.

Grundsätzlich kommen für Stolbergs Norden zwei Modelle in Frage: Entweder werden alle sieben Pfarren aufgelöst und in einer neu zu gründenen Großpfarre vereint. Oder aber sechs bisherige Pfarrgemeinden werden einer verbleibenden siebten angeschlossen.

Allesamt haben die Betroffen in den vergangenen Wochen ihre Stellungnahme zu dieser Frage nach Aachen übermittelt. Weil aber die Kupferstädter dem Vernehmen nach von einer einheitlichen Bewertung weit entfernt sind, wird wohl Heinrich Mussinghoff nach Anhörung des Priesterrates in letzter Instanz persönlich über Stolbergs Zukunft entscheiden müssen.

„Wenn es eine klare Mehrheit geben sollte, hoffe ich, dass diese berücksichtigt wird”, setzt Hans-Rolf Funken auf die Umsicht des Bischofs. Anderenfalls werde es noch schwerer, „die Basis mitzunehmen bei diesem Fusionsprozess”, zeigt sich der Pastor von St. Lucia und St. Mariä Himmelfahrt überzeugt.

Sieben bislang eigenständige Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände müssen in jeweils ein gemeinsames Gremium überführt werden. Darüber hinaus muss neben sechs Filialkirchen auch eine Pfarrkirche bestimmt und ein Name für die neue Großgemeinde gefunden werden.

Zumindest im letztgenannten Punkt bezieht Hans-Rolf Funken schon jetzt klare Position: „Man muss auf die Historie Rücksicht nehmen”, fordert der Pastor und verweist auf ein aus seiner Sicht abschreckendes Beispiel aus Düren, wo „die seit Jahrhunderten bestehende Pfarre St. Anna in St. Lukas umbenannt wird”. Das sei ein Unding und dürfe für die Kupferstadt kein Vorbild liefern. St. Lucia oder St. Mariä Himmelfahrt dürften somit die Alternativen für Stolberg-Nord heißen, auch wenn Funken nicht in derartige Details gehen will. Verbindlicher äußert er sich da schon hinsichtlich der Frage, welche die Hauptkirche der zukünftigen Großpfarre sein könnte. Während in der öffentlichen Diskussion immer wieder St. Lucia aufgrund ihrer Geschichte und ihrer repräsentativen Erscheinung als Favoritin genannt wird, weist Funken auf die Vorteile von St. Mariä Himmelfahrt als „Mittelpunktskirche” hin: Vor allem die zentrale Lage, der barrierfreie Zugang und die verkehrstechnische Anbindung seien Argumente, die für das Gotteshaus auf der Mühle sprechen würden.

Gesprochen aber wird nun zunächst in Aachen - im Zweifelsfalle auch ein Machtwort. Die Stolberger werden sich mit der Entscheidung des Bischofs anfreunden und diese umsetzen müssen. Angesichts des Zeitdruckes wird dann vor allem Sachlichkeit gefragt sein - auch wenn die Angelegenheit weiter für viele Emotionen sorgen dürfte.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert