Langerwehe - „Ensemble714“: Renaissance-Musik im Töpfereimuseum

„Ensemble714“: Renaissance-Musik im Töpfereimuseum

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„Auf den Spuren von Dufays ‚Le serviteur‘“: Das Ensemble714, bestehend aus Laura Frey, Claudia Nauheim und Anna Janui spielt in Langerwehe. Foto: Sachsenröder

Langerwehe. Musik des 15. Jahrhunderts: Sie besteht aus einer Komposition von Blockflöten und Gamben – zumindest bei Laura Frey, Claudia Nauheim und Anna Janui, die als „Ensemble714“ im Töpfereimuseum in Langerwehe auftreten. Die Damen feierten als „Ensemble714“ mit großem Erfolg und vor ausverkauftem Saal ihr Debüt beim Internationalen Bachfest in Leipzig vor zwei Jahren.

Das Konzert steht unter dem Thema des Chansons „Le serviteur“, der wahrscheinlich aus der Feder des Renaissance-Komponisten Guillaume Dufay stammt. Das Programm begeht eine klangliche und auch „formelle“ Reise durch die Musik des 15. Jahrhunderts. Zwischen springenden Tänzen, melodiösen Chansons, intellektuell verschachtelten Instrumentalstücken und schwebenden Messsätzen begegnet dem Zuhörer die Melodie von „Le Serviteur“ schließlich wie ein guter alter Bekannter: Immer wieder spielen die Damen des Ensembles Themen und Melodieelemente des Chansons an.

Somit werden wichtige Bearbeitungstechniken der Renaissance-Zeit vorgeführt, wie zum Beispiel die Parodiemesse, die Intavolierung oder die Kontrafaktur. Auch dem unerfahrenen Hörer werden ganz nebenbei auf höchst angenehme und unterhaltsame Weise die Techniken und Spielarten der Renaissancemusik nahegebracht, indem er immer wieder Melodien oder Abschnitte der bekannten Chanson erhaschen kann.

Das Lesen aus Faksimile (Notenoriginalen) wirft spieltechnisch völlig andere Fragen auf als das Lesen aus Neuausgaben – und führt zu Ergebnissen, die die andere Herangehensweise nie hätte vermuten lassen. Nicht nur das unmittelbare Zusammenspiel des Ensembles ist davon geprägt, sondern auch Tempo und Vorzeichenbehandlung, ebenso wie Klangfärbung und Besetzungsfragen. Die Gruppe geht damit in Sachen Aufführungspraxis einen entscheidenden Schritt auf das Musikstück zu.

Die Musikerinnen sind im Bereich der Alten Musik auch in anderen Formationen sehr aktiv und erfolgreich, ihre Einspielungen werden in der internationalen Fachpresse hoch gelobt.

Sie spielten unter anderem bereits beim Rheingau-Musikfestival, dem MDR Musiksommer, auf dem Internationalen Bachfest in Leipzig, bei den Tagen Alter Musik im Saarland, gaben ein Konzert bei den Händelfestspielen in Göttingen, und bei der MusicaViva in Osnabrück. Außerdem spielten sie bereits in den Niederlanden, Belgien, Ungarn, Frankreich, Österreich, Italien und der Schweiz. Neben ihrer konzertanten Tätigkeit unterrichten sie auch an der Musikhochschule in Leipzig in der Abteilung Alte Musik.

Die Musik-Reihe „Tonspuren“ veranstaltet der Förderkreis für das Töpfereimuseum seit nun mittlerweile vier Jahren. Die Themen der „Tonspuren“ sind Kammermusik mit Historischer Aufführungspraxis auf hohem Niveau in lockerem Ambiente.

Das Konzert findet am Montag, 16. Juni, statt. Als Teil der „Tonspuren“-Reihe ist auch dieses Konzert im Töpfereimuseum in Langerwehe, im Pastoratsweg 1, zu hören. Beginn ist um 20 Uhr. Der Eintritt kostet 12 Euro, Schüler dürfen umsonst ins Konzert. Karten können unter Telefon 02423/4446 reserviert werden.

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