Stolberg/Langerwehe - Ensemble Stilart spielt im Langerweher Töpfereimuseum

Ensemble Stilart spielt im Langerweher Töpfereimuseum

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Spielt im Rahmen der „Tonspuren“-Konzerte im Töpfereimuseum: Das Ensemble Stilart. Foto: M. Cogel

Stolberg/Langerwehe. Die „Tonspuren“ laden für Montag, 14. Juli, zu einem Konzert in das Töpfereimuseum Langerwehe ein: Liebeskantaten von Georg Friedrich Händel und Attilio Ariosti, virtuose Violin- und Flötensonaten von Richard Jones und John Ernest Galliard, aber auch witzige, pikante Kanons von Henry Purcell werden vom Kölner Ensemble Stilart präsentiert.

Das Ensemble wurde eingeladen, anlässlich der Dreihundertjahrfeier der Personalunion zwischen Hannover und England ein spezielles Programm zusammenzustellen. Die „Tonspuren“ bieten die Gelegenheit, diese interessante Musik, die Georg I. gewidmet ist, auch hier in der Region zu hören.

Im Ensemble Stilart singt diesmal die Mezzosopranistin Truike van der Poel, die mit der Flötistin Darja Großheide die Kantaten Ariostis erstmalig auf CD eingespielt hat. Mit ihnen spielt der Geiger Florian Deuter, der weltweit als Solist und Konzertmeister mit den berühmtesten Ensembles der Alten Musik unterwegs ist. Die Continuogruppe setzt sich aus dem Lautenisten Sören Leupold, dem italienischen Cembalisten Luca Quintavalle und der ungarischen Cellistin Imola Gombos zusammen.

„Mi palpita il cor“ – mir klopft das Herz – mit diesen Worten beginnt Händels berühmte Kantate, die er während seines Italienaufenthalts zu Beginn des 18. Jahrhunderts komponierte. Thema der Kantate, aber auch dieses Konzertprogramms ist natürlich die Liebe, ein Thema, das auch den Welfen Georg I. beschäftigte. Nachdem er sich auf nicht eben rühmliche Weise von seiner Frau und Cousine, Sophie Dorothea von Celle, getrennt hatte, nahm er die Mätresse Melusine von Schulenburg bereits zum Regierungsantritt 1714 mit nach London.

Obgleich König Georgs Begeisterung eher dem Theater galt, ließ er 1719 die Royal Academy gründen, für die auch Georg Friedrich Händel und Attilio Ariosti arbeiteten und zahlreiche Opern komponierten. Der Kantatenzyklus von Ariosti, der unter anderem die Kantaten „La Gelosia“ (die Eifersucht) und „Il Naufragio“ (der Schiffbruch) beinhaltet, gehört zum Bestand der Niedersächsischen Landesbibliothek in Hannover und ist Georg I. gewidmet. Höchst dramatisch und nicht eben zimperlich werden hier Liebesfreuden und -qualen besungen.

Händel brachte viele Musiker aus ganz Europa nach London, die von vielen heimischen, englischen Musikern sicherlich als große Konkurrenz empfunden wurden; andererseits ließen die Vielfalt der Stile und das hohe Niveau der Musiker London zu einem der wichtigsten Musikstandorte Europas aufblühen.

Der englische Violinist Richard Jones mit seiner Begeisterung für die italienische Musik ist ein gutes Beispiel dafür. Berühmt war er besonders für seine Doppelgriffe auf der Geige. Natürlich ging es nicht nur in Londons Opernhäusern um das Thema Liebe, sondern auch in den Kneipen, wo sich echte Männer trafen, Ale tranken und drei- bis vierstimmige Kanons, „Catches“ genannt, sangen. Einige der schönsten und frechsten stammen aus der Feder Henry Purcells.

Die „Tonspuren“ werden vom Förderkreis für das Töpfereimuseum veranstaltet. Infos gibt es unter www.toepfereimuseum.de.

Konzertbeginn: 20 Uhr; Einlass: 19.30 Uhr; Eintritt 15 Euro, Studenten frei; Kartenreservierungen unter Telefon 02423/4446.

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