Stolberg - „Englische Wochen“ schon im Sommer?

„Englische Wochen“ schon im Sommer?

Von: Ottmar Hansen
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In 17 Zentimeter hohem Schnee versinkt das Spielgerät. An Fußball war am Wochenende auf den Plätzen in der Region nicht zu denken. Aber die Stadt Stolberg hatte die Plätze bereits am Freitag gesperrt, weil sie hart gefroren waren. Foto: H.Schepp

Stolberg. 17 Zentimeter hoher Schnee auf dem Boden, ein einsamer roter Ball ragt nur noch zur Hälfte aus der weißen Pracht. Die Fußballplätze waren am Wochenende auch in der Stolberger Region verwaist. Bei diesen äußeren Bedingungen war an der Austragung von Spielen in den einzelnen Ligen nicht zu denken.

Das städtische Amt für Schulverwaltung und Sport hatte die Fußballplätze in weiser Voraussicht ohnehin bereits am Freitag gesperrt. Zu diesem Zeitpunkt waren allerdings noch die Minus-Temperaturen ausschlaggebend. Die Stadt ist Eigentümerin fast aller Sportplätze in Stolberg. Und ihr Eigentum lässt sie sich ungern von Fußballstiefeln zerstören. Vor allem gefrorene Kunstrasenhalme brechen ab, wenn sie von gewichtigen Fußballern malträtiert werden. Auch der Vorsitzende des Stadtsportverbandes, Bert Kloubert, hatte die Plätze inspiziert und abgewunken: kein Spielbetrieb möglich. Am Freitag wollte das noch nicht jeder Clubvorsitzende so widerspruchslos akzeptieren. Doch dann schneite es ohne Ende, und damit hatte sich das Thema schließlich endgültig erledigt.

„Schlimmer ist Matsch“

„Das Wetter war so, dass man nicht spielen konnte“, musste auch Axel Wirtz, CDU-Landtagsabgeordneter und Vorsitzender der SG Stolberg, anerkennen. Am Freitag hatte Wirtz in einem Schreiben an die Stadt noch betont, dass zumindest Aschenplätze bei Frost „keinerlei Schäden“ nehmen könnten. Deshalb sei es völlig unsinnig, bei Minustemperaturen gleich alle Plätze zu sperren. Schlimmer für die Spielflächen sei Dauerregen und damit verbunden Matsch. Aus sportlichen Gesichtspunkten habe ohnehin nur der Schiedsrichter zu entscheiden, ob ein Spiel ausgetragen werden könne oder nicht.

Eine Alternative, die so Bert Kloubert, auch nicht weiter helfe: „Wenn nur die Schiedsrichter sonntags entscheiden, dann haben die Vereine 50 Prozent der Schiedsrichterspesen zu tragen, und die Kassierer fangen an zu lamentieren. In der Landesliga, in der zwei Stolberger Vereine spielen, ist das eine teure Angelegenheit. Aber auch für die Vereine in unteren Klassen sind diese Kosten langfristig nicht tragbar. Auch wären Gefälligkeitsabsagen wieder Tür und Tor geöffnet.“

Eigentlich müsse der Fußballverband (oder der Fußballkreis) die Spiele absagen, so Wirtz. Dann müsse erst gar kein Schiri kommen. Wirtz, der früher selbst auch Spiele gepfiffen hat: „Die Absage gilt dann aber auch für die gesamte Spielklasse, auch für die Vereine in Jülich oder Aachen.“ Einen kompletten Spieltag bereits drei Tage vor dem Datum abzusagen, sei aber auf alle Fälle nicht richtig, so Wirtz. „Das muss einfach sorgfältiger laufen.“

Das Grundproblem sei der Rahmenterminplan des Fußballkreises Aachen, sagt Bert Kloubert, der als Trainer eines Teams des SV Breinig selbst bis zu drei Mal die Woche auf dem Fußballplatz steht. „Würde man nach den jährlichen Sommerferien zusehen, so viele Spiele wie möglich über die Bühne zu bekommen, auch mit mehreren englischen Wochen (mit Spielen während der Woche, nicht nur am Wochenende), dann könnte man eine ausgedehntere Winterpause einlegen und hätte geringere Probleme mit den Platzsperren im Winter.“

Kloubert fordert deshalb, dass sich die Vereinsverantwortlichen mit dem Fußballkreis Aachen in dieser Angelegenheit zusammen setzen. Und auch die Stadt als Eigentümerin der Plätze hinzu nehmen. Ähnlich sieht dies auch Axel Wirtz: „Hier sind Fußballkreis und -verband gefordert.“

Sperrung einhalten

Wie sich Wetterlage und Spielplan weiter entwickeln, ist derzeit noch unklar. Wegen der „schlechten Bodenverhältnisse und der ungünstigen Wettervorhersagen“ hat die Stadt die Rasen- und Tennensportplätze sowie den Kunstrasenplatz des VfL Vichttal jedenfalls erst einmal „zum Schutz der Bausubstanz“ bis einschließlich Mittwoch, 27. Februar, gesperrt.

„Nasser Schnee legt sich auf den Pulverschnee und das Ganze friert. Wenn man jetzt darauf rum läuft, verdichtet sich das. Und dann müssen wir die Plätze womöglich noch länger sperren“, appelliert Bert Kloubert an die Vereine, die Sperrung durch die Stadt denn auch zu beachten.

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