Eisbär-Mosaik ziert die Wand des Agnesheimes

Von: cheb
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Gemeinsam mit Mitarbeiter Steffen Johr (links) verewigen sich die Kinder auf der Wand. Daneben ist bereits das fertige Motiv zu sehen, auf das alle Beteiligten selbstverständlich sehr stolz sind. Foto: C. Ebener

Stolberg. Am Ende ist Steffen Johr „überwältigt“: Drei Wochen Arbeit und circa 25 Arbeitsstunden liegen hinter dem Mitarbeiter des Agnesheims und weiteren 15 Kindern und Jugendlichen, die sie in das beeindruckende Mosaik im Innenhof des Kinderheims gesteckt haben. Der „Eisbär mit tierischen Innenleben“ prägt in Zukunft eine Wand, die bisher sicherlich kein Prunkstück der Anlage war.

Die Idee dazu lieferte das Kinder- und Jugendparlament (KiJuPa) des Hauses, das seit rund einem halben Jahr die Bewohner des Hauses in Stolberg und der Außengruppen mehr in die Planungen des Agnesheims einbeziehen soll. 26 Vertreter der insgesamt 98 Kinder und Jugendlichen aus zwölf Gruppen, sowie einer Tagesgruppe und ambulant behandelten Jugendlichen, treffen sich dort, um Ideen zu sammeln. Eine davon war das neu entstandene Mosaik, das sofort auf „eine hohe Resonanz“ stieß.

Eigentlich sollte die Wand einfach neu gestrichen werden, doch Johr, der selbst künstlerisch gerne aktiv ist, punktete mit der Idee im Parlament sofort. Das Motiv wurde dann in Kooperation mit den Kindern erdacht und unter Mithilfe zahlreicher weiterer Mitarbeiter auch umgesetzt. Johr und auch Heimleiterin Cornelia Stöcker waren begeistert vom Engagement, das die Kids zeigten. Dann wurde auch schnell gesprüht, geklebt, verputzt, gespachtelt und vermengt, so dass dann nur noch die Verewigung der Beteiligten in Form ihrer Initialen fehlte.

Johr freute sich, dass auch „schwierige Kinder gut mitarbeiteten“. Die sehr alte Technik des Mosaiks wurde von ihm auch ausgewählt, da eine gewisse „Gelingsicherheit“ vorliegt und die Jugendlichen so ein Erfolgserlebnis feiern können. Auch die Haltbarkeit des Mosaiks ist wichtig, da die Bewohner in Stolberg jeden Tag wieder auf ihr Werk blicken können. Die Materialkenntnisse sind zudem auch optimal, um den Bewohnern auch praktische Kenntnisse für ihr späteres, selbstständiges Leben mitzugeben.

Viele Erfahrungen, die andere beim Aufwachsen in ihren Familien machen, fehlen den Bewohnern des Agnesheims im späteren Leben. Das soll nun deutlich verbessert werden. Solche Projekte erfüllen somit auch perfekt das Ziel, den Kindern die Wertigkeit ihres Wirkens zu vermitteln und so ihr Selbstvertrauen zu fördern.

Für die Jugendlichen, die teils unter schwierigen Bedingungen aufwuchsen, ist das eine besonders wichtige Erfahrung. Das gilt auch für die Zusammenarbeit, die über alle Altersklassen, Lebensgeschichten und Nationen hinaus perfekt funktionierte. Mit diesem Erfolgserlebnis im Rücken, hofft Stöcker, dass auch weiterhin im KiJuPa die „Partizipation bei der Gestaltung des eigenen Lebensraums“ so gut funktioniert.

Die nächsten Projekte stehen bereits fest: Eine Zeitung von und für die Bewohner des Agnesheims soll neu aufgelegt werden. Das gab es bereits in den 90ern, doch diesmal soll die Redaktion deutlich größer ausfallen und das kreative Potenzial der Mitwirkenden voll ausgeschöpft werden. Das bringt dann auch die Jugendlichen aus allen Gruppen zusammen. Die Zeitung soll übergreifend von Teilnehmern aller Gruppen und Nationalitäten gestaltet werden und auch eine große Themenvielfalt aufweisen.

Von eigenen Geschichten bis hin zur Heranführung an Politik und einfachen Tipps wird ein breites Spektrum abgedeckt, wie Stöcker erklärt. Dabei kann sich jeder nach eigenen Fähigkeiten einbringen - egal ob im Schreiben oder Designen. Ein Titel steht derweil noch nicht fest. Der Vorgängername „No Name“ wird noch die erste Ausgabe zieren, danach soll die Suche nach einem Namen gemeinsam mit den Kindern stattfinden. Die Umsetzung erfolgt auch in direkter Abstimmung mit dem KiJuPa, das auf dem Weg zu einer wahren Erfolgsgeschichte ist.

Johr will damit „Kindern und Jugendlichen eine Stimme geben“, die sonst oft in der Gesellschaft nicht gehört werden. Das ist „echte politische Beteilung“, sagt Stöcker, die hofft, dass „ihre“ Kinder mit diesen positiven Erfahrungen deutliche Fortschritte auf dem Weg ins Erwachsensein machen. Geplant ist auch bald ein Treffen mit ehemaligen Bewohnern. Dort sollen nicht nur alte Geschichten erzählt werden, sondern weiter kreative Ideen gesammelt werden, um das Leben im Agnesheim noch lebenswerter zu machen.

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