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Einzige Kasse im Land: BKK Alp plus erstattet Prämien

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:

Stolberg. 105.000 Versicherte bekommen in diesen Tagen Post von der Stolberger BKK Alp plus. Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen, dass die Betriebskrankenkasse sie zur Ader lassen will. Das Gegenteil ist der Fall. Den Kunden winkt eine Prämienerstattung von bis zu 70 Euro.

Damit ist die BKK Alp plus die einzige Krankenkasse in Nordrhein-Westfalen, die nicht nur keine Zusatzbeiträge erhebt, sondern Geld an die Versicherten zurück erstattet, sagt Vorstand Josef Alt. Dabei hat die Stolberger Traditionskasse, die aus den Firmen Prym und Anker hervorgegangen ist und die Vorwerk-Betriebskrankenkasse einfusioniert hat, anfänglich gelitten unter Medien-Meldungen, dass die „Deutsche Betriebkrankenkasse” Zusatzbeiträge erheben würde.

Hinter dieser Kasse stecke aber lediglich die Krankenversicherung von VW und der Deutschen Post, differenziert Alt: Sie ist nicht etwa ein Dachverband, sondern lediglich eine der rund 130 Betriebskrankenkassen in Deutschland.

„Unheimlicher Zulauf”

Mittlerweile gelingt es den Stolbergern, das Informationsdefizit zu beheben. „Wir verzeichnen einen unheimlichen Zulauf”, bekennt Alt freimütig. „Im Schnitt 100 Anfragen täglich”, werden in den zehn regionalen Büros verzeichnet. „Fast jede bedeutet einen Abschluss”, sagt der Vorstand.

Mit ihrer Präsenz in der Fläche sieht sich die BKK gut aufgestellt. Die Unternehmensphilospohie entspreche der der Sparkasse. Denn neben dem Angebot moderner Kommunikationswege setzt Alp plus auf Beratung und persönlichen Service. Ein Modell, das sich angesichts der derzeitigen Lage der Gesundheitspolitik durchaus auszahle, unterstreicht Unternehmenssprecher Ralf Steinbrecher. Allein in dem jüngst eröffneten Büro in Düren würden täglich 30 bis 50 Kundenkontakte registriert.

Ebenso wie die Kasse mit einem Bilanzvolumen von 235 Millionen Euro sich selbst regional verwurzelt sieht - rund 70 Prozent ihrer Versicherten leben in der Städteregion und in Düren - legt sie ihr Geld bei regionalen Geldinstituten an. „In sichere, wenn auch eher gering verzinste Anlagen mit kurzer Laufzeit”, erklärt Josef Alt. Die solide Finanzpolitik ermögliche es der Betriebskrankenkasse auch Boni für gesundheitsbewusstes Verhalten durch Vorsorge bis hin zu einem viertägigen Aktivaufenthalt in Monschau zu gewähren.

Auch für 2011 plant die BKK Alp plus eine Prämienerstattung. „Das können wir zwar noch nicht garantieren, aber einen Zusatzbeitrag wird es in keinem Fall geben”, blickt der Kassenvorstand, Absolvent des Goethe-Gymnasiums, in die Zukunft und kritisiert die vor vier Jahren beschlossene Novellierung des Gesundheitssystems, dessen Folgen sich jetzt auswirken.

Fehler im System

„Denn sie berücksichtigt weder die demographische Entwicklung der Gesellschaft noch den medizinischen Fortschritt”, sagt Alt, dass das System durch die selbst geschaffenen Mechanismen unweigerlich die Kassen in Finanznöte bringen müsse. Dies liege auch darin begründet, dass nun die Beiträge aller Versicherten in einen Topf kommen und die Kassen entsprechend der Anzahl ihrer Kunden einen Pauschalbeitrag erhielten - durchschnittlich 2000 Euro bei Jahresbeiträgen von 500 bis 50.000 Euro.

Eine ungerechte Verteilung, finden die Stolberger. „Wir haben 124 Jahre gut alleine mit dem Geld unserer Versicherten wirtschaften können”, kritisiert Alt die seit dem Jubiläumsjahr 2009 greifende Regelung. Dabei hätten die Kunden der BKK bislang von der soliden Finanzpolitik des Hauses profitiert, wobei als weiterer Faktor das ländlich strukturierte Profil der Region sich bemerkbar mache. „Die entstehenden Kosten sind geringer als in den Ballungsräumen”, klärt Alt auf. Trotz deutschlandweitem Engagement werde die Kasse sich weiterhin auf ländliche Räume konzentrieren. Als nächstes wird ein Büro in der Aachener Innenstadt eröffnet.

175 Beschäftigte

Außerdem habe die Kasse - sie beschäftigt 175 Mitarbeiter, 135 davon in Stolberg - immer auf einen geringen Verwaltungskostenanteil geachtet. Auch ein Grund, dass die BKK Alp plus Prämien erstatten kann statt Zusatzbeiträge erheben muss. Für Alt und Steinbrecher ist absehbar, dass die Gesundheitsnovelle wieder novelliert werden muss. „Mehr Stabilität und Planungssicherheit” fordern sie dafür bei der Politik ein. „Wir hätten eine Reihe von Vorschlägen, aber die Praktiker wird man wohl nicht ranlassen”, bedauert Alt.
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