Stolberg-Mausbach - Einzigartige Dokumentation über ehemalige Reichsstraße 1

Einzigartige Dokumentation über ehemalige Reichsstraße 1

Von: kol
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Faszination Handelsweg: Karl Meyer hat über 1300 Kilometer abgegrast, um Informationen über die Reichsstraße 1 zu sammeln. Foto: K. Linden

Stolberg-Mausbach. 13 Aktenordner, voll mit Fotos, Postkarten, Landkarten und Geschichten, füllen einen ganzen Schrank in Karl Meyers Arbeitszimmer in Mausbach. 13 Ordner voller Informationen, die der 86-jährige Rentner im Laufe der Jahre gesammelt hat.

Sie stammen alle von einer einzigen Straße - einem Verkehrsweg, der ihn fasziniert und einfach nicht mehr losgelassen hat.

Als Karl Meyer vor über 20 Jahren pensioniert wurde, da suchte er etwas, womit er sich beschäftigen konnte. Und er fand diese Straße, die ehemalige Reichsstraße 1 von Aachen nach Eydtkuhnen im ehemaligen Ostpreußen. Also hat er sich ins Auto gesetzt und ist losgefahren, die ganze alte Straße entlang, „von Anfang bis Ende”.

Angefangen hat der ehemalige Obermeister eines Hüttenwerks 1987, als Deutschland noch ein geteiltes Land war und er die Grenzen von gleich vier Staaten überwinden musste: der BRD, der DDR, Polens und der Sowjetunion.

Doch Meyer ist die mehr als 1300 Kilometer lange Strecke nicht einfach nur nachgefahren, er hat sie - quasi Meter für Meter - abgegrast.

Sechs Jahre hat er - in Etappen - bis zum Ziel in Eydtkuhnen gebraucht. „Ich habe jeden Grenzstein, jedes Wegekreuz fotografiert”, erzählt er.

Alte Meilensteine, die er am Rande fand, hat Meyer eigenhändig sauber gemacht und wieder aufgestellt. In alten Dokumenten, auf alten Postkarten hat er sie gefunden, um sie irgendwo am Rand der Straße wiederzuentdecken.

Entstanden ist eine wohl einzigartige Dokumentation der Geschichte dieser alten Handelsverbindung.

Und eine Sammlung von Geschichten, denn davon hat Karl Meyer einige zu erzählen. Zum Beispiel von der einfachen Aachenerin aus dem Pontviertel, die dem preußischen König Friedrich Wilhelm III. die Stirn geboten hat.

Oder von dem - wohl zufälligen - Treffen des selben Königs mit Kaiser Franz I. von Österreich und Zar Alexander aus Russland im Jahr 1818 bei Aldenhoven.

Oder von den heute noch auffindbaren ehemaligen Poststellen der Thurn- und Taxischen Fahrpost, die entlang der Strecke ein profitables Transportgeschäft unterhielt. Bei verschiedenen Landsmannschaften in der Region, aber auch bei der evangelischen Gemeinde hat er schon Vorträge gehalten.

Karl Meyer träumt davon, die Geschichte dieser Straße und die vielen kleinen und großen Geschichten, die er auf seinen Reisen auf und abseits des Weges aufgesammelt hat, in einem Buch zu verewigen.

Es wäre nicht das erste des ehemaligen Soldaten der Kriegsmarine, der vor knapp fünf Jahren schon das Werk „Hochseeminensuchboote 1939 - 1945” veröffentlichte.

Ein Bildband mit vielen Information von einem, der sich auskennt, denn von 1941 bis 1943 fuhr Meyer selbst auf einem solchen Boot zur See.

„Ich habe noch ein zweites Manuskript in der Schublade, Epochen der Minensuchboote heißt es”, sagt er. Doch das darf gerne noch eine Weile dort schlummern, denn Meyer hat längst die Seite gewechselt: von der See auf die Straße.

Die Faszination der Reichsstraße 1, die heute noch als Bundesstraße fast den gleichen Streckenverlauf nimmt, lässt ihn einfach nicht mehr los. Und wer weiß, vielleicht findet sich ja jemand, der das Buchprojekt mit ihm gemeinsam in Angriff nimmt.
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