Einzelhändler zieht es wieder in die Fußgängerzone

Von: Jürgen Lange
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Strahlt wieder außen wie innen im alten Glanz: die Bäckermeistervilla von 1905 an der Ecke zur Stielsgasse. Foto: J. Lange

Stolberg. Ungeachtet aller Diskussionen über die Lage in der Fußgängerzone und flankierender Konzepte, dem Steinweg städtebaulich unter die Arme zu greifen, gibt es in diesen vorweihnachtlichen Tagen Ansätze, die frohe Kunde verbreiten für die Fußgängerzone. Einzelhändler kehren zurück in die traditionsreiche Einkaufszone und hauchen einst leer stehenden Ladenlokalen neues Geschäftsleben ein.

„Der Steinweg ist ganz klar die bessere Lage”, sagt Elisabeth Mitura. Drei Jahre lang hat sie ihren Second-Hand-Laden an der Burgstraße betrieben, ist auf knapp 70 Quadratmeter Verkaufsfläche in erster Linie mit dem Verkauf von Bekleidung „so grade über die Runden gekommen”.

Heute bietet ihr die Fußgängerzone schon wenige Tage seit der Eröffnung jede Menge neue Kunden, zeigt sich Mitura hoffnungsvoll, die im unteren Steinweg auf den 120 Quadratmetern Ladenfläche auch ihr Sortiment erweitern konnte.

Gleich gegenüber hat sich seit einigen Wochen auch die Schuhhandlung Zohren breiter aufgestellt. Neben dem angestammten Ladenlokal komplettiert ein Markengeschäft das Angebot.

Oberhalb der Kortumstraße kündigt seit wenigen Tagen ein Werbeschriftzug die Eröffnung eines Friseursalons dort an, wo einst Geschenkartikel verkauft wurden und zuletzt die Möbelhandlung Kaesmacher das Ladenlokal als Ausstellungsraum genutzt hatte.

Outlet in ehemaliger Bäckerei

Gegenüber der Einmündung der Mühlenstraße hat Heidi Finken den Schritt in ihr erstes Ladenlokal gewagt. Seit fünf Jahren ist sie ihrer Passion in den eigenen vier Wänden nachgegangen. Seit vier Wochen bietet sie ihre Dienste rund um die Nagelmaniküre im eigenen Laden an - nach „aufwändigen Ausbauarbeiten und Sanierung der Geschäftsräume”, gesteht Finken ein. Aber die erste Resonanz stimmt auch sie hoffnungsfroh. Zur Stammkundschaft gesellt sich bereits eine Menge Laufpublikum - „alles sehr nette Leute”, freut sich Heidi Finken.

Ein Outlet-Geschäft rund um die Schönheitspflege-Produkte renommierter Marken eröffnet am Samstag im oberen Steinweg. Der Laden ist eigentlich nur ein weiteres Standbein von Erika Stollenwerk, die mit ihrer Firma „espri” Primärverpackungen in erster Linie für die Pharma- und Kosmetikindustrie handelt.

Ende 1999 reifte für die Unternehmerin der Entschluss, den Weg in die Selbstständigkeit zu wagen, als der Stolberger Kunststoffverpackungs-Produzent Kaesmacher an einen französischen Konzern verkauft worden war, in dessen strategische Ausrichtung der Handel mit Verpackungen nicht mehr passte. Die Stolberger Wirtschaftsförderin Birgit Baucke half bei der erfolgreichen Existenzgründung im Dienstleistungszentrum.

2003 zog das „espri”-Team an die Eschweilerstraße und jetzt in die größzügigeren Räume im Steinweg. Und die waren erste Wahl und boten die Gelegenheit, die Firma um ein neues Geschäftsfeld zu ergänzen.

Früher konnte man in dem Ladenlokal noch frische Brötchen erstehen. Doch die goldenen Zeiten der Bäckerein Müllejans liegen lange zurück. Aus dem Erbe seiner Großeltern übernahm Andreas Beisicht das um 1900 erbaute Gebäude. In seiner Freizeit saniert er seit einem Jahr das Wohn- und Geschäftshaus überwiegend in Eigenleistung. „Weit über 1000 Stunden Arbeit habe ich da schon reingesteckt”, gesteht Beisicht ein, dass viele weitere Stunden folgen werden müssen, bis der Glanz alter Zeiten wieder erreicht ist.

Repräsentative Adresse

Glänzend präsentiert sich schon wieder das Eckhaus an der Einmündung der Stielsgasse mit seinem markanten, Zwiebeltürmchen gekrönten Erker. Vor gut einem Jahr hat der Aachener Professor Bernhard Steinauer den repräsentativen Bau eines Bäckermeisters aus dem Jahr 1905 erworben. Gemeinsam mit seiner Ehegattin verbrachte er seitdem nahezu jedes Wochenende, um dem Altbau hinter seiner denkmalgeschützten Fassade ein modernen Ansprüchen gerecht werdendes Wohnumfeld unter malerisch restaurierten Stuckdecken zu verleihen.

Während der Professor des Institutes für Straßenwesen noch im Dachgeschoss letzte Hand anlegt, hofft er noch, einen ebenso attraktiven Mieter für das Ladenlokal im Erdgeschoss zu finden, wie das Haus repräsentativ ist.
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