Eine Konkurrenz für die Queen

Von: Johannes Mohren
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Ausgefallene Kopfbedeckung: Die närrischen „Oranjes” aus den Niederlanden brachten den Saal zum Beben. Die Gruppe „Jod Jeck” war einer von vielen Programmpunkten in der Atscher Mehrzweckhalle. Foto: J. Mohren

Stolberg-Atsch. Beim Anblick ihrer Hüte wäre wohl selbst die Queen vor Neid erblasst. Und das, obwohl das absolute Faible der englischen Monarchin für besonders originelle Kopfbedeckungen hinlänglich bekannt ist.

Doch den Hut Marke „Instrumenten-Dschungel”, den die Männer und Frauen von „Jod Jeck” an diesem Sonntagmittag in der Atscher Mehrzweckhalle als modisches Accessoire der Extraklasse präsentierten, war der helle Wahnsinn.

Ebenso wie ihre Show auf der Bühne: Denn die Jecken, die aus den benachbarten Niederlanden zum karnevalistischen Frühschoppen der KG Lustige Atschinesen angereist waren, erwiesen sich als echte Stimmungsgaranten.

Sie heizten dem mächtig Saal ein - und machten nach einer musikalischen „Karneval-Europatournee” spätestens mit ihrem Kölsch-Medley die ausgelassene Feierstimmung bei den vielen Jecken perfekt. „Wenn einer sagt, in Holland könne man nicht Karneval feiern, liegt der voll daneben”, jubelt auch der erste „Atschinese”, Marko Cormann, nach dem Auftritt der närrischen „Oranjes”.

Niederländer bejubelt

Das, was im Fußball (beinahe) unmöglich, ja, eine absolute Sensation wäre, ist im Karneval selbstverständlich: Deutsche bejubeln frenetisch Niederländer, die Halle bebt, als der letzte Ton der „Jod Jeck” verklungen ist.

Doch zu diesem Zeitpunkt war noch lange nicht Schluss. Während die einen die Bühne verließen, warteten die nächsten schon auf ihren Einzug in die Atscher Karnevalswelt. Es war ein Spektakel mit Glanzlichtern am Fließband - Zeit zum Verschnaufen blieb da kaum. Der Stolberger Stadtprinz Dieter IV. (Brockmann) schaute mit seinem Gefolge vorbei und der gelernte Koch präsentierte sein „Menü der Heiterkeit” aus begeisterndem Tanz und stimmungsvollem Gesang, das die Jecken mit der Zunge schnalzen ließ.

Die Kölschrockband „De Halunke” weckte auch den letzten verschlafenen Karnevalisten am noch frühen Atscher Morgen - und animierte nicht nur das jecke Oberhaupt der Stolberger Narren, das nach seinem Auftritt noch ein wenig im Atscher Karnevalstrubel verblieb, zum Mitsingen, Tanzen und Schunkeln. „Samba di Colonia” schallte es aus den Boxen und ein strahlender KG-Präsident hatte allen Grund zur ausgelassenen Freude: „Ihr seid Wahnsinn!”, rief er lautstark ins Mikrofon. Wer gemeint war, wurde nicht ganz deutlich: Doch es traf in jedem Fall zu - auf die Musiker auf der Bühne gleichermaßen wie auf das (fast) überschwängliche Publikum.

„Das war einsame Spitze, mehr geht gar nicht”, sollte Cormann zu diesem Zeitpunkt nicht zum letzten Mal schwärmen. Denn es ging immer weiter, nonstop, ohne Pause: Die „KG Teuflische Jecke” sorgte mit einem schwungvollen Programm für Top-Stimmung, die „IG Zweifall” nahm die Bühne in Besitz und auch die „KG Bröselspetze” aus Verlautenheide ließ es richtig krachen. Musikalisch bewies die Eschweiler Mundart-Band „Puddelrüh”, dass sie auch 2012 noch zu den größten Stimmungskanonen der Session gehört.

Mit ihren Karnevals-Krachern konnten die Musiker noch einmal die letzte Reserven im Publikum mobilisieren, ebenso wie die Stolberger Mundart-Urgesteine „De Karamba Männcher”, die auf keiner Kupferstädter Karnevalsparty fehlen dürfen.

Erst recht nicht, wenn so richtig die Post abgeht. Und das war bei den Atschinesen ganz ohne Frage der Fall.
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