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Eine imposante Großbaustelle der etwas anderen Art

Von: Robert Flader
Letzte Aktualisierung:
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Blitzblank direkt aus dem „Geschirrspüler”: Schwester Angela Loibel zeigt in der Sterilisationsabteilung ein gereinigtes Set mit OP-Instrumenten. Mitarbeiter müssen unbedingt Schutzkleidung tragen.

Stolberg. Heute, ja heute ist alles anders als früher. Gerade da, wo viel Technik zum Einsatz kommt, ist das Neueste so eben gut genug. Bestes Beispiel ist das neue Röntgen-Gerät des Bethlehem-Krankenhauses. Rund 280.000 Euro kostete das rund 750 Kilogramm schwere Gerät. Wobei von „neu” zu sprechen, fast schon falsch wäre, schließlich ist der „Brocken” bereits drei Monate alt.

Bei der vierten Sommer-Lesertour unserer Zeitung durch das Stolberger Krankenhaus wurden so einige Geheimnisse verraten. 20 Leser machten sich auf, die momentane Großbaustelle an der Steinfeldstraße zu begutachten. Eine Baustelle, deren Umbau, wie Hans Fräger, Leiter Organisation, zugeben musste, sich um drei Monate nach hinten verschiebt.

Anstatt im Sommer des kommenden Jahres soll das Krankenhaus erst im Herbst 2011 in ganz neuem Glanz erstrahlen. Sagt Fräger, inmitten von losen Kabeln, Bohrern und Brettern, die den Eingang zieren. Es ist, wie gesagt, momentan eher eine Großbaustelle, Krankenhaus inklusive.

In der Radiologie ist es unterdessen ungewöhnlich ruhig, keine Untersuchung von Knochenbrüchen, Bänderdehnungen oder sonstigen Verletzungen wird von den Oberärzten und ihren Assistenten diskutiert. Stattdessen erklärt Elke Morschel, dass heutzutage nicht mehr beeindruckende DIN A3-Bilder ausgedruckt werden, um Brüche oder Quetschungen zu entdecken. „Heute läuft alles digital”, sagt die Medizinisch-Technische Assistentin der Radiologie und verweist auf einen Vorteil: „Jeder kann sich so die Bilder mit nach Hause nehmen.”

Anhand von bewegten Bildern lernen die Leser in der Radiologie und der CT (Computertomographie) den Unterschied zwischen Weichteil- und Knochenbildern, den Zusammenhang von Volumenbildern und Magnetfeldern, kennen.

Die nächste Station ist die Endoskopie. Bei Chefarzt Frank Drouven geht es ans Eingemachte: „Um es einfach zu sagen: Hier werden Schläuche in Menschen gesteckt.” Bronchial-, Magen- und Darmspiegelungen stehen bei Drouven und seinem Team auf dem Tagesplan. Auch hier zeigen sich die Wunder der modernen Technik: In den Schläuchen sind bewegliche Kameras installiert, „damit können wir Sie richtig ausleuchten”, sagt Drouven und lacht. Unsere Leser lachen auch, dabei ist das dem Wortsinn nach gar kein Spaß des Chefarztes. Und auch in der Endoskopie gilt: „Manche Patienten kommen mit einem Rohling und wollen ihre Darmspiegelung auf einer CD mit nach Hause nehmen.” Na dann, guten Appetit!

Strikte Vorschriften bei Hygiene

Bei der nächsten Station, zu der Hans Fräger, der durch den Umbau aktuell auch als Bauherr fungiert, die Gruppe führt, wird es heikel: In der Sterilisation herrscht in gewisser Weise Ausnahmezustand. Operations-Instrumente werden hier in drei verschiedenen Stufen gereinigt. „Wir unterliegen da ganz klaren Vorschriften”, sagt Christa Thielen, Fachschwester für Krankenhaushygiene. Bedeutet für unsere Leser vor der Besichtigung auch: Handdesinfektion, Haube auf, Kittel an - und erst dann geht die Tür zur großen „Waschkammer” des Krankenhauses auf. „Zwar muss es da keinen kausalen Zusammenhang geben, aber krankenhausbedingte Infektionen nehmen trotz neuer Technik zu”, sagt Thielen.

Um bei den Instrumenten auf Nummer sicher zu gehen, werden sie rund anderthalb Stunden per Dampfsterilisation von Blut, Bakterien, Knochenresten und ähnlichem befreit, bevor sie getrocknet werden und auf der anderen Seite für die nächste Operation wieder einsatzbereit sind.

Diesen Vorgang überwachen Angela Loibel und Albert Schröter, beide Assistenten sind für die Aufbereitung zuständig. „Nachmittags, nach den regulären OPs, gibt es am meisten zu tun”, sagt Schröter, während er wieder ein sichtbar benutztes Tablett aus dem OP-Saal in eine der drei Dampfkammern stellt. Es geht, wie gesagt, um die größtmögliche Hygiene. Auch die Sterilisation - wie könnte es anders sein - arbeitet nur mit dem Neuesten vom Neuen.

Zurück zum Umbau: Die siebte Etage ist mittlerweile fertig, „die einzelnen Stationen müssen kurzfristig hin und her ziehen”, sagt Hans Fräger. Zusätzlich zum Zeitplan expandieren nun auch die Kosten und steigen von ursprünglich 8,5 auf 12 Millionen Euro. „Dafür”, sagt Fräger abschließend, „dafür werden wir dann eines der führenden Krankenhäuser Nordrhein-Westfalens sein.”
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