Stolberg - Eine Brücke zwischen den Kitas und der Hermannschule

Eine Brücke zwischen den Kitas und der Hermannschule

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:
5540175.jpg
Will Barrieren ab- und Brücken aufbauen: Schulleiterin Renate Krickel. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Das Thema Brückenbau ist auf der Mühle nicht nur aktuell, weil Anfang des Jahres die Eschweilerstraße über den Vichtbach gesperrt wurde. Bereits seit vergangenem Herbst spricht man auch an der Hermannschule viel und oft vom „Brücken bauen“.

Genau diesen Namen trägt das Projekt, das die Grundschule gemeinsam mit der spanischen Kindertagesstätte sowie den Kitas Clara Fey und Franziskusstraße initiiert hat. Die Pilotphase läuft mit dem zu Ende gehenden Schuljahr aus, die erste Zwischenbilanz fällt, das haben Verantwortliche aller beteiligten Einrichtungen am Freitag gegenüber unserer Zeitung bestätigt, sehr positiv aus. Eine Fortsetzung nach den Sommerferien ist deshalb auch schon jetzt beschlossene Sache.

"Die Schnittstelle zwischen Kindergarten und Schule wird immer wichtiger“, ist Renate Krickel überzeugt. Um einen abrupten Übergang zu vermeiden, hat die Schulleiterin die Kooperation mit den umliegenden Kindertagesstätten ins Leben gerufen. 42 Kinder aus den drei Einrichtungen kommen mittlerweile wie selbstverständlich einmal pro Woche zur Hermannstraße und schnuppern hinein in die Schulwelt, die sie nach den großen Ferien erwarten wird.

Dabei ist eine Anmeldung an der Hermannschule keineswegs Voraussetzung für die Teilnahme, betont Krickel. „In manchen Punkten sind sich alle Schulen sehr ähnlich“, geht es ihr vielmehr um die generelle Annäherung an Schule. Die gelingt, das berichten die Erzieherinnen unisono, sehr gut. Und das gilt nicht nur für die Kinder. „Auch bei manchen Eltern gibt es durchaus Vorurteile und Vorbehalte.

Und nicht zuletzt auch Sorgen, schließlich beginnt für ihr Kind mit der Einschulung ein neuer Lebensabschnitt. „Mit dem Projekt gelingt es tatsächlich, Hmmschwellen abzubauen“, berichtet Birgit Steinbusch von der spanischen Kita. Und mehr noch: „Es hat sich eine ganz freudvolle Haltung entwickelt, die sich auch auf die Kinder überträgt, die noch nicht vor der Einschulung stehen“, zeigt sich Melanie Klein von der Kita Franziskusstraße begeistert.

Ein starres Konzept für die wöchentlichen Besuche gibt es nicht, wohl aber einen groben Rahmen, in dem sich die Kinder während ihres anderthalbstündigen Aufenthaltes in der Schule bewegen. Er sieht zu Beginn eine Freispielphase vor, der 15 bis 20 Minuten folgen, in denen kleine Einheiten in unterschiedlichen Fächern absolviert werden. „Das hat aber noch nichts mit Unterricht zu tun“, setzt Renate Krickel vielmehr auf „Blitzlichter“, die eine erste Kontaktaufnahme mit Organisation und Inhalten ermöglichen. Auch die Bewegung soll nicht zu kurz kommen. Zu jedem Besuch gehört deshalb auch eine sportlich-motorische Einheit in der Turnhalle.

42 Kinder beteiligen sich in der Pilotphase an dem in Stolberg einzigartigen Projekt, auf freiwilliger Basis, wie die Organisatorinnen betonen. Im kommenden Jahr werden es wahrscheinlich deutlich mehr sein - wegen der höheren Zahl der sogenannten Vorschulkinder, aber auch wegen des steigenden Bekanntheitsgrades von „Brücken bauen“.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert