Stolberg-Büsbach - Einbahnstraßen: Unterschriften für Regelung in Bischof- und Galmeistraße

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Einbahnstraßen: Unterschriften für Regelung in Bischof- und Galmeistraße

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Das Vorbild ist die derzeitige Baustellen-Regelung: Eine Unterschriften-Aktion fordert, die Bischofstraße von der Dell bis zum Lehmkaulweg dauerhaft als Einbahnstraße auszuweisen. Mehr Parkplätze durch Schrägaufstellung, mehr Platz für Außengastronomie und weniger Verkehr wären die Vorteile.
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Schon heute gefährlich: Starker Verkehr und Parkbuchten auf der Konrad-Adenauer-Straße gegenüber der Einmündung machen das Abbiegen aus der Galmeistraße zum Abenteuer. Foto: J. Lange

Stolberg-Büsbach. Der einen Hoffnung weckt der anderen Sorgen: Im Barenland drehen sich die Gespräche in diesen Tagen vor allem um ein Thema: die Einbahnstraße. Karl-Wilhelm Stettner aus der Bischofstraße hat Unterschriften gesammelt und sie im Rathaus eingereicht.

Über 150 Unterstützer hat er gewonnen für seinen Vorschlag: Die Bischofstraße soll ab der Dell zur Einbahnstraße bis zum Lehmkaulweg (L 221) werden; und umgekehrt die Galmeistraße von dort bis zur Konrad-Adenauer-Straße.

Die Idee dazu kam wohl vor allem aufgrund der derzeitigen Regelung in der Bischofstraße wegen der Baustelle des Marienheims. Ab dort ist die Einbahnstraßen-Regelung bis zur Kreuzung ausgewiesen. Der Vorteil ist sichtbar: Anstelle der bisherigen Längs-Parkplätze finden derzeit mehr Autos in Schrägaufstellung Platz. Ein Vorteil für Anwohner, Gewerbe und Gäste der Pension. Eine Einbahnregelung könnte der seit fünf Jahren unter der Regie von Gerd Bougé stehenden Gaststätte auch mehr Raum und Ruhe für eine kleine Außengastronomie vor dem Lokal bieten.

Allerdings halten sich trotz deutlicher Ausschilderung und Absperrbaken heute nicht alle Verkehrsteilenehmer an die Einbahnstraßen-Regelung. Sichtlich zugenommen hat auch der Verkehr durch die Dell, die schmale Verbindungsstraße an Schulhof, Kindergarten und Feuerwehrgerätehaus vorbei zur Galmeistraße.

Dieses Problem würde zunehmen, wenn dem Vorschlag der Unterschriftenaktion gefolgt wird, fürchtet Georg Braun, der Vorsitzende des Büsbacher Aktionsrings Handel und Handwerk. Wenn die Baustelle vor dem Marienheim sich erledigt hat, würden zahlreiche Autofahrer die Dell benutzen, um dann von der Bischofstraße aus auf die Konrad-Adenauer-Straße einbiegen zu können.

Denn von der Galmeistraße aus hat das Abbiegen auf die viel befahrene Hauptverkehrsader in Büsbach schon jetzt seine Tücken: Wegen des eingeschränkten Einblicks, wegen des starken Gefälles, und wegen der gegenüber der Einmündung liegenden Parkplätze vor den Geschäften. „Beim rückwärtigen Ausparken kommt es schon jetzt regelmäßig zu gefährlichen Situationen mit Fahrzeugen, die aus der Galmeistraße kommen“, befürchtet Braun, dass sich bei einer Einbahn-Regelung das Problem potenzieren würde.

Bürgerbeteiligung im Herbst

Angesichts der bestehenden Baustellen-Regelung hat die Belastung der Galmeistraße bereits zugenommen; kleinere Schlangen bilden sich immer wieder vor der Konrad-Adenauer-Straße. „Die Galmeistraße als Einbahnstraße auszuweisen halten wir für völlig unsinnig“, meldet die Stimme der 20 Geschäfte mit über 70 Mitarbeitern in Büsbach Bedenken an.

Braun erinnert an das Parkkonzept, das der Aktionsring vor zehn Jahren im Rahmen des autofrei gestalteten Marktplatzes für den Ortskern entwickelt hatte. Die „blaue Zone“ rund um den Markt und entlang der Konrad-Adenauer-Straße sowie das Dauerparken auf der Galmeistraße werde von der Bevölkerung und der Kundschaft akzeptiert. Auch den Sinn einer Einbahnregelung in der Bischof­straße zweifeln Handel und Handwerk des Ortes an: Das Verkehrsaufkommen sei niedrig, durch Tempo 30 werden Bewohner des Marienheims und Kinder der Schule geschützt.

Aber „bereits heute macht sich die Baustellen-Regelung beim Umsatz bemerkbar“, warnt Barbara Hubo, die ihr Reisebüro und Lottogeschäft genau auf der Ecke der Einmündung von Bischof und Konrad-Adenauer-Straße betreibt. „Wenn die Einbahnstraße dauerhaft kommt, wird das eine Katastrophe für die Geschäftswelt“. Dann würden die Kunden den Bereich des Marktes immer häufiger umfahren und viele letztlich ganz ausbleiben.

Nicht dagegen hätte der Büsbacher Aktionsring allerdings, wenn die „völlig marode Galmeistraße umgestaltet würden – unter Beibehaltung einer höchst möglichen Anzahl an Dauer-Parkplätzen und mit etwas Grün“, so Braun. Genau dieses Projekt lässt derzeit in der Stadtverwaltung bei einem Ingenieurbüro planen. Im kommenden Jahr steht der Ausbau der Galmeistraße an, bestätigte Fachbereichsleiter Bernd Kistermann auf Anfrage. Die Planung des Neubaus der Ende des 19. Jahrunderts entstandenen Verbindungsstrecke zwischen Reitmeisterweg und Konrad-Adenauer-Straße hat eine besondere Dimension: Weniger weil im oberen Abschnitte noch Gleise der Straßenbahn, die 1967 den Verkehr durch Büsbach einstellte, aus der Fahrbahn herverlugen, sondern vielmehr weil die Galmeistraße für heutige Verhältnisse Überbreite von mehr als 17 Meter besitzt.

Anlieger müssen bezahlen

Das mag zwar praktisch sein, weil man unterschiedliche städtebauliche Nutzungsmöglichkeiten realisieren könnte, ist aber kostenintensiv für die Anlieger; sie werden in jedem Fall zu den Kosten herangezogen: Für Fahrbahn, Radweg, Straßenentwässerung und -beleuchtung, Parkstreifen und Gehwege anteilig zu unterschiedlichen Prozentsätzen entsprechend der Klassifizierung der Galmeistraße. Welche Verkehrsbedeutung sie im städtischen Straßengefüge besitzt prüfen derzeit noch die Fachleute im Bauverwaltungsamt. Ergebnisse sollen präsentiert werden, wenn im Herbst die Ausbauplanung im Rahmen einer Bürgerbeteiligung vorgestellt wird.

Thema für die Dorfentwicklung

„Wir werden in jedem Fall unterschiedliche Varianten präsentieren, um den Bürgern eine vielfältige Diskussionsgrundlage zur Meinungsbildung zu bieten“, kündigt Kistermann. Unter den angekündigten Varianten ist jedenfalls eine Ausbau-Möglichkeit nicht vorhanden: eine Gestaltung als Einbahnstraße. „Die ist für uns bis jetzt gar kein Thema“, unterstreicht der Leiter des Tiefbauamtes, dass auf Basis der bisherigen Nutzungsverhältnisse unverändert für einen gegenläufigen Verkehr geplant wird.

Den Ball flach halten und noch nicht mit „Spardosen“- sowie Einbahnstraßen-Schildern jonglieren möchte auch der für die Stadtplanung zuständige Fachbereichsleiter. „Das ist eine Idee, die wir erst einmal mit den Büsbachern besprechen müssen“, verweist Andreas Pickhardt auf die anstehende Planung für den Ortsmittelpunkt.

Daran ist vor allem die Dorfplanungsgruppe unter dem Dach der IG Büsbach – dort ist auch der Aktionsring Handel und Handwerk angedockt – zuständig. Die Büsbacher hatten im Rahmen ihres zweiten Platzes beim städteregionalen Dorfwettbewerb vor sechs Jahren im Rahmen einer Planungswerkstatt eigene Vorstellungen für die Gestaltung des Dorfkerns entwickelt. Nachdem nun Geld für eine Umsetzung bereit steht, sollen die Ideenskizzen in eine Detailplanung umgewandelt werden, die abschnittsweise realisierbar ist. „In Kürze läuft die Planung gemeinsam mit einem Fachbüro an“, so Pickhardt. In diesem Rahmen werde auch die Frage einer Einbahnstraßen-Regelung für Bischof- und Galmeistraße erst einmal besprochen.

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