Stolberg-Zweifall - Ein Verein, ein Sportplatz? Nicht in Zweifall!

Ein Verein, ein Sportplatz? Nicht in Zweifall!

Von: Toni Dörflinger
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Wildblumen wachsen heute dort
Wildblumen wachsen heute dort wo von 1937 bis 1961 der Zweifaller Sportplatz lag. Albert Willems, einst aktiver Fußballer, inspiziert das in der Münsterau gelegene Gelände. Foto: T. Dörflinger

Stolberg-Zweifall. Vereinsmäßiger Fußballsport setzt voraus, dass ein geeigneter Sportplatz zur Verfügung steht. Für die Zweifaller war das in der Vergangenheit nicht immer eine Selbstverständlichkeit.

Sie mussten sich mit wechselnden Standorten, nur unzureichend hergerichteten Anlagen und Bedingungen zufrieden geben, die von fehlenden Sanitäranlagen und mangelhafter Ausrüstung geprägt waren.

Vier unterschiedliche Standorte haben die örtlichen Fußballer innerhalb von mehr als 80 Jahren genutzt. Begonnen hat alles auf einem in der oberen Münsterau gelegenen Gelände, das volkstümlich als „Teutenbergs Wiese” bezeichnet wird. Dieses Terrain, das heute von einem Zweigwerk des Sägewerkes Harpers flankiert wird, wurde erstmals von 1920 bis 1923 und danach nochmals von 1928 bis 1937 genutzt. Dazwischen lagen die Plätze „Am Brändchen” und „Frackersberg”.

Das Gelände Am Brändchen ist 1923 entstanden. Allerdings war die Nutzung des im Hang gelegenen Geländes mit Schwierigkeiten verbunden. Der felsige Untergrund sorgte nämlich dafür, dass es zu häufigen Verletzungen kam und Bälle sowie Schuhe einem hohen Verschleiß unterworfen waren. Ein Ausweichquartier fand man 1927 Am Frackersberg.

Dort lag in der Gemarkung „Im Erft” eine geeignete Wiese. Auch dieser Standort wurde nach kurzer Spieldauer wieder aufgegeben. Die Sportler hatten nämlich übersehen, dass die neue Anlage in einem Quellgebiet lag. Abermals wurde danach die in der Münsterau gelegene Wiese Teutenberg in Anspruch genommen. Als 1937 ein neues, mit einem Aschenbelag versehenes Areal entstand, zog man 300 Meter weiter unterhalb.

Dieses, ebenfalls in der Münsterau gelegene Gelände, war dann bis Anfang der 1960er Jahre das Domizil der örtlichen Fußballer. Erneut wechselte man 1961. Denn inzwischen hatte die Gemeinde Zweifall das Brändchen-Gelände ausgebaut. Dort sorgten eine Aufschüttung und anfänglich ein Rasenbelag für entscheidende Verbesserungen. Ein Sportheim wurde 1986 eine Etage tiefer angelegt. Auf diesem rund 2000 Quadratmeter großem Gelände, das außer dem Sportheim noch einen Parkplatz enthält, ist wie berichtet eine Neubebauung geplant.

Allerdings bereitet die Vermarktung der drei Grundstücke Schwierigkeiten, wie Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte. „Die Nachfrage hält sich leider in Grenzen. Potenzielle Interessenten sind nach einer kurzen Bedenkzeit wieder abgesprungen. Hinzu kommt, dass derzeit wenig Bedarf für Baugrundstücke im ländlichen Bereich besteht”, sagt Pickhardt, der die Hoffnung noch nicht aufgegeben hat, dass sich in naher Zukunft doch noch Bauwillige finden, die auf dem idyllisch gelegenen Terrain ihren Traum vom Haus im Grünen erfüllen wollen.

Keine Nutzungspläne gibt es hingegen für den oberhalb liegenden Sportplatz. „Dort könnte aber ein großzügig geplantes Eigenheim entstehen. Ein wenig problematisch ist nur der aufgeschüttete Untergrund”, resümiert der Fachbereichsleiter. Partner der Suche unserer Zeitung nach den früheren Standorten der Zweifaller Fußballplätze war Albert Willems.

Der 69-Jährige, der von 1991 bis 2006 technischer Beigeordneter der Stadt Bergheim war und im VfL Zweifall von 1954 bis 1980 die Position des Stürmers und Liberos bekleidete, ist somit ein prädestinierter Zeitzeuge. Der 1937 gegründete VfL Zweifall - der sich 2008 mit dem VfB Vicht zusammenschloss und seither den Namen „VfL 08 Vichttal” trägt - hatte als Vorläufer den 1920 entstandenen Fußballklub „Sparta”. Deswegen beginnt die Geschichte der örtlichen Sportplätze nämlich in den 20er Jahren.
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