Ein Stück Geschichte an der Rathausstraße endet

Von: Toni Dörflinger
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Ausverkauf: Nachdem sein Vater verstorben ist, schließt Axel Engelen das Traditionsgeschäft an der Rathausstraße. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. „Anlass für die Geschäftsaufgabe ist der Tod meines Vaters”, versichert Axel Engelen, der das im Erdgeschoss des Hauses Rathausstraße 39 gelegene Geschäft für Maler- und Tapezierbedarf bis Anfang Februar - vorausgesetzt die eingelagerten Artikel sind zu diesem Zeitpunkt alle ausverkauft - aufgeben will.

„Meinem Vater Rudolf Engelen hat die Führung des Geschäftes sehr viel bedeutet. Für ihn war es ein Stück Lebensinhalt. Noch an seinem Todestag - dem 5.November - war der 85-Jährige hinter der Ladentheke anzutreffen”, sagt Engelen, der als weiteren Grund für die Geschäftsaufgabe, die mangelnden Umsätze angibt. „Einkünfte, die für die Sicherung des Lebensunterhaltes nicht ausreichen”, so der 56-jährige Kaufmann.

Interessantes weiß Engelen aus der Geschichte des Geschäftes und der angeschlossenen Malerfirma zu berichten. Demnach wurde der Malerbetrieb von seinem Großvater Egidius Engelen in den 1920er Jahren an der Bergstraße gegründet. 1945 übernahm der Sohn, der Malermeister Rudolf Engelen, den Handwerksbetrieb. Erweitert wurde die Firma 1959, als Rudolf Engelen in dem Ende des 19. Jahrhundert errichteten Wohn- und Geschäftshaus Rathausstraße 39, ein Geschäft für Malerbedarf eröffnete.

Zuvor war dort das Geschäft Emonds ansässig. Dieses Geschäft, das sich allein schon durch seine altertümliche, bogenförmige Schaufensterscheibe auszeichnete, hat Rudolf Engelen dann bis zu seinem Tode im November geführt. Schon 1970 war auch das alte Haus, in dessen Erdgeschoss das Malergeschäft lag, in den Besitz von Rudolf Engelen übergegangen.

Bis zum Jahre 2001 hat Rudolf Engelen zusätzlich zum Geschäft noch eine Firma geleitet, die die Verlegung von Kunststoff- und Teppichböden ausführte. Den Malerbetrieb hatte man schon in den 1960er Jahren eingestellt. So hat sich die Halle wo die Fußbodenbeläge gelagert wurden - anfänglich an der Prämienstraße in Münsterbusch und später auf dem Gelände der früheren Möbelfabrik Hubert Hillemanns am Steinweg, wo heute die Passage eines gleichnamigen Kaufhauses angesiedelt ist - befunden.

Axel Engelen ist im elterlichen Geschäft seit 1983 tätig. „Auslöser war damals der Tod meiner Mutter Anni”, bestätigt Engelen, der als Grund für die in Kürze anstehende Geschäftsaufgabe auch die hohen Umbaukosten angibt, die dann zum Tragen kämen, wenn das veralterte Geschäft modernisiert würde.
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