Stolberg - Ein Sketch schon vor dem Auftritt

Ein Sketch schon vor dem Auftritt

Von: Jan Schlegelmilch
Letzte Aktualisierung:

Stolberg. Zu Beginn des neuen Jahres servierte das „Savoy” den Stolberger Kabarett-Freunden Comedy aus dem Land der Pizza und Pasta. Der smarte Halb-Italiener Roberto Capitoni hatte mit seinem Programm „Im Auftrag des Paten” beim Stolberger Publikum jedoch etwas Anlaufschwierigkeiten - und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Gleich zu Beginn seiner Show sorgte Capitoni unfreiwillig für den ersten Sketch des Abends, als er nach dem Intro in die Kneipe stürmte und dabei die kleine Stufe hinter der Tür übersah.

Nur der Zigarettenautomat, gegen den der Comedian dann seitlich prallte, rettete ihn vor dem Sturz. Wie es sein Job erfordert, nahm es Capitoni jedoch mit Humor: „Da wäre der Auftritt ja fast schon ins Wasser gefallen”, scherzte er und hatte die Lacher des Publikums auf seiner Seite.

Meister seines Faches

Das sollte auch während seines knapp zweistündigen Auftritts so bleiben - obwohl Capitoni seinem Publikum mit der skurrilen Geschichte über seine italienische Familie anfangs nicht solche Lachergüsse entlocken konnte, wie es sein Beinahe-Sturz geschafft hatte.

Dabei bewies Roberto Capitoni aber durchaus, dass er ein Meister seines Fachs und ein scharfsinniger Beobachter ist, der - eben wie ein echter Italiener - nicht nur mit dem Mund, sondern vielmehr mit dem ganzen Körper die kleinen aber feinen Unterschiede zwischen Deutschland und Italien auf eine urkomische Art und Weise zu analysieren vermag. Allen voran natürlich der Unterschied, dass die italienischen Fußballer seit 2006 einen Stern mehr auf der Brust tragen als die Deutschen.

Eigentlich dreht sich in Capitonis Programm aber alles um seine eigenwillige italienische Familie. Kurz bevor es die Capitonis auf Drängen seiner deutschen Mutter zurück ins Allgäu zieht, muss Roberto noch für seinen Patenonkel Luigi einen mysteriösen Teppich nach Sizilien fahren. Zu allem Übel begleitet ihn sein verfressener und übergewichtiger Onkel in seinem alten Fiat 500 auch noch auf der Odyssee durch Italien.

Dabei gerät Roberto dank seines Beifahrers oft in ungewollte Situationen und lernt neben nervigen indischen Taxi-Fahrern auch „Ossi-Urlauber” kennen, die in der Pizzeria beim „Signöre” „Gnöchis in Görgönzölasöße” bestellen.

Requisiten oder andere Hilfsmittel benötigt Capitoni bei seinem Auftritt nicht - ihm verhelfen besonders seine auffällig lustige Mimik und seine ausgefallenen Stimmvariationen zu einer dynamischen und expressiven Show, bei der er vom schmierigen Mafia-Onkel bis hin zum albernen Inder alles spielt.

Kleine Anekdoten

Richtig lustig wird es aber meist dann, wenn Capitoni losgelöst von seiner zusammenhängenden Geschichte seine kleinen Anekdoten aus dem Alltag eines Halb-Italieners erzählt.

So wird sein Traumurlaub auf Gran Canaria schnell zum Alptraum, die erste Sehnenscheidenentzündung holt er sich beim Aufwickeln des Kassettenbandes, das sich nachher trotzdem noch wie ein Russisch-Kurs anhört und wie wohl jeder Vater hat Roberto auch schon ziemlich schmerzhafte Erfahrungen mit den Legosteinen seines Sohnes gemacht.

Die große Überraschung gibt´s jedoch am Ende: Onkel Luigi hat entgegen aller Erwartung nämlich nicht etwa eine Leiche im mysteriösen Teppich eingerollt, sondern vielmehr etwas, was die Deutschen 2006 gerne gehabt hätten, die Italiener aber mindestens noch bis nächstes Jahr behalten.

Nicht nächstes Jahr, sondern im kommenden Monat geht es mit dem „Kabarett im Savoy” s weiter. Am 8. Februar tritt der aus dem Fernsehen bekannte Comedian Keirut Wenzel auf der Bühne der Altstadt-Kneipe mit seinem Programm „Perfekt verplant!” auf.
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