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Ein Platz an der Sonne ist kostenlos

Von: Nicola Gottfroh
Letzte Aktualisierung:
Außengastronomie gilt in Stol
Außengastronomie gilt in Stolberg als ein Fall der Wirtschaftsförderung. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Auch wenn das Aprilwetter derzeit noch zu wünschen übrig lässt - für Gastwirte hat die Außengastronomie-Saison längst begonnen. Es ist wie in jedem Jahr: Sobald sich die Sonne durch die Wolken kämpft, sitzen die Restaurantgäste an Rhein und Vicht, Rur und Rursee am liebsten unter freiem Himmel, um Kaffee zu genießen oder Eis zu löffeln.

Immerhin verleiht die Open-Air-Bewirtung selbst den durch Industrie geprägten Städten einen Hauch italienischen Flairs, ein bisschen Dolce Vita eben.

Und das ist auch der Grund, warum auch in Stolberg Einheimische und Touristen bei schönem Wetter gerne den Platz an der Sonne in den Restaurants und Cafés nutzen.

„Tische und Stühle, die vor Cafés und Restaurants stehen, wirken nicht nur einladend, sie sind eine echte und wichtige Bereicherung für die Innenstadt”, sagt Bürgermeister Ferdi Gatzweiler.

In vielen Städten kann der Platz an der Sonne für den Gastwirt allerdings zu einem teuren Luxus werden. Immerhin erheben viele Kommunen hohe Gebühren das Aufstellen von Tischen und Stühlen auf öffentlichem Grund.

Die schlagen die Gastronomen dann auf den Kaffee oder die Cola wieder auf. Deshalb fordern Gaststättenverbände immer wieder die Abschaffung der oft horrenden Gebühren. Immerhin profitieren die Kommunen schon durch die Einnahmen der Gewerbe- und Einkommensteuer am wirtschaftlichen Erfolg der Gastronomen.

Das hat der Stadtrat in Stolberg schon längst erkannt und die Gebühren deshalb abgeschafft. „Die Stadt profitiert mehr davon, keine Gebühren auf die Außengastronomie zu erheben, als wenn sie es täte”, sagt Bürgermeister Ferdi Gatzweiler.

Das habe die Erfahrung gezeigt: Denn auch in Stolberg mussten die Wirte jahrelang zahlen. Was man in Italien Dolce Vita nennt, kostete Stolberger Gastronomen im Jahr 2005 eine Gebühr von 2,42 Euro pro Quadratmeter. Insgesamt 6100 Euro spülte die Gebühr in die schon damals klamme Kasse der Kommune - wenig Geld für einen großen negativen Effekt. Denn viele Politiker sahen in der Gebühr ein unnötiges Hemmnis in den Bemühungen um mehr Tourismus in der Kupferstadt.

Denn abgeschreckt von den Kosten stellten weniger Wirte ihre Tische und Stühle nach draußen, was der Attraktivität der Innenstadt schadete. Daher schaffte die Stadt bereits 1997 die Gebühr ab - und erst auf Druck der Kommunalaufsicht 2003 wieder ein. Im Rahmen der Investitionen zur Wirtschaftsförderung wurde die Sonderzahlungen für die Außengastronomie 2006 in Stolberg wieder zu den Akten gelegt.

Heute zahlen Stolberger Gastwirte lediglich für die einmalige Sondernutzungserlaubnis sowie eine ebenfalls einmalige Konzessionsgebühr, die je nach Größe des Betriebes zwischen 600 und 1200 Euro liegt. „Würden wir die Gebühren wieder einführen, würde in den Betrieben ein ganzer Geschäftszweig wegbrechen”, sagt Gatzweiler. Und dieser Effekt hätte zur Folge, dass weniger Steuern in die klamme Kasse sprudeln würde.

„Durch die Tatsache, dass die Einnahmen durch die Gebühren in der Vergangenheit so gering ausfielen, ist durchaus vertretbar, dass Stolberg die Sondernutzungsgebühr trotz klammer Kasse nicht wieder einführt”, sagt Gatzweiler.
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