Stolberg - Ein Parcours, der die Sinne schärft

Staukarte

Ein Parcours, der die Sinne schärft

Von: Heike Eisenmenger
Letzte Aktualisierung:
6388915.jpg
Vertrauen gehört dazu: Yelda Colak (l.) führt Nida Altay über den neuen Parcours der städtischen Kindertagesstätte Franziskusstraße. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Geschummelt wird nicht: Die fünfjährige Nisa Altay kneift fest die Augen zusammen und hält demonstrativ ihre Hand davor, denn sie weiß: Bei diesem Spiel ist Sehen verboten. Es geht stattdessen darum, mit den Füßen zu sehen. Sozusagen.

Fußparcours heißt das ungewöhnliche Projekt, das das städtische Familienzentrum Franziskusstraße umgesetzt hat. Es waren die Eltern, aber auch Kinder, die hier kräftig mit angepackt haben. Es hat sich gelohnt. Spielerisch wird das Gehirn trainiert. Davon profitiert auch die Motorik. Ebenso wird der Tastsinn gefördert, denn die Kinder dürfen beim Betreten der einzelnen Parcoursfelder den Untergrund anfassen. Befüllt sind die Felder, die wie Beete in Wegform angelegt sind, mit Tannenzapfen, Kies oder auch Baumscheiben.

Es geht auch um Vertrauen: Das Kind, das mit geschlossenen Augen den Parcours betritt und an der Hand von einem Spielkameraden geführt wird, muss sich auf seinen Partner verlassen. Für die kleine Nisa und die fünfjährige Yelda Colak ist das eine leichte Übung: Die beiden sind eh beste Freundinnen und haben sichtlich Spaß an der Übung. Yeldas Mutter ist Gülhan Colak.

Sie gehört zu der Elterngruppe, die beim Anlegen des Parcours auf dem Außengelände der Kita geholfen hat. Insgesamt waren es sieben Familien, die einen Tag lang „schufteten“. „Das war eine körperlich anstrengende Arbeit“, weiß Kita-Leiterin Christa Haupts zu berichten. Doch die Arbeit hat Gülhan Colak gerne auf sich genommen: „Man muss doch mal überlegen, wie viele Stunden ein Kind heutzutage im Kindergarten oder in der Schule verbringt. Schon allein deswegen bin ich als Mutter daran interessiert, meiner Tochter eine Umgebung zu bereiten, die optimal für ihre Entwicklung ist und in der sie sich wohlfühlt“, sagt die 33-Jährige.

Der städtische Fachbereichsleiter Willi Seyffarth ist froh über Eltern wie Gülhan Colak oder auch Fatma Altay, die sich in Kitas und Schulen engagieren. „Wir tun als öffentliche Einrichtung, was wir können. Die Mitarbeiter sind mit großem Engagement dabei, aber wir können nicht alles leisten“, erklärt er mit Hinweis auf die leeren Kassen der Kommunen. Somit sei ehrenamtliche Arbeit wichtiger denn je.

Fatma Altay, die Mutter der kleinen Nisa, sieht das Ganze von der pragmatischen Seite: „Ich habe das hier für mein Kind gemacht. Außerdem helfe ich gerne.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert